Ermittlungen gegen Pius-Bischof kommen voran

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Bischof Richard Williamson

Regensburg - Nach monatelanger Hängepartie kommen die Ermittlungen gegen den umstrittenen britischen Bischof und Holocaust-Leugner Richard Williamson wieder voran.

Nach Angaben der Regensburger Staatsanwaltschaft vom Montag liegt in dem Fall jetzt eine Erklärung eines schwedischen Fernsehunternehmens vor. Ein Reporter aus Schweden hatte im vergangenen Jahr den Bischof der ultrakonservativen Pius-Bruderschaft interviewt. Dabei hatte Williamson den Massenmord an den Juden stark relativiert.

Wegen rechtlicher Probleme konnte der Journalist bislang in Schweden nicht befragt werden. Nun werde geprüft, ob das Verfahren mit dem Brief aus Schweden abgeschlossen werden könne, sagte der Leitende Regensburger Oberstaatsanwalt Günther Ruckdäschel der Deutschen Presse-Agentur dpa. Laut Ruckdäschel stammt das schwedische Schreiben nicht von dem Journalisten selbst, sondern von dessen Chef. Das Schreiben werde jetzt ausgewertet.

Williamsons Skandal-Interview

Der 69-jährige Williamson hatte im Priesterseminar der Piusbrüder in Zaitzkofen nahe Regensburg die Ermordung von sechs Millionen Juden in den Gaskammern bestritten und nur eine geringere Zahl von Opfern in den Konzentrationslagern der Nazis eingeräumt. Sein Rechtsanwalt erklärte in dem laufenden Strafverfahren, dass Williamson davon ausgegangen sei, dass das Interview nicht in Deutschland verbreitet werde, wo das Leugnen des Holocaust als Volksverhetzung strafbar ist.

Papst Benedikt XVI. hatte im Januar die Exkommunikation von vier Bischöfen der Traditionalisten-Bruderschaft, darunter Williamson, ausgesetzt. Da zu diesem Zeitpunkt auch das Interview mit Williamson veröffentlicht wurde, wurde der Vatikan wegen des Umgangs mit den Pius-Brüdern heftig kritisiert. Benedikt XVI. hatte später in einem Brief an alle Bischöfe Fehler bei der umstrittenen Aufhebung der Exkommunikation eingeräumt und erklärt, von der Holocaust-Leugnung erst nach seiner Entscheidung erfahren zu haben.

dpa

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