Ermittler prüfen Dokumente über KZ-Wachmann

Weiden - Die Staatsanwaltschaft Weiden will im Herbst entscheiden, ob sie gegen einen ehemaligen Wachmann aus dem Vernichtungslager Auschwitz vorgeht.

Seit vergangenem Montag sichten die Ermittler umfangreiches Material, das ihnen die Zentrale Stelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen in Ludwigsburg übergeben hatte. „Das dauert einige Wochen“, sagte am Freitag ein Sprecher der Anklagebehörde.

Unter anderem soll geklärt werden, ob der 87-jährige mutmaßliche NS-Verbrecher vor seiner Auswanderung ins Ausland, wo er sich immer noch aufhält, in der Oberpfalz gelebt hat. Dann wäre die Staatsanwaltschaft Weiden zuständig und müsste entscheiden, ob ein Auslieferungsersuchen gestellt wird.

Nach Angaben der Ludwigsburger Ermittler war der Beschuldigte 1942 in die Waffen-SS eingetreten und wurde dort zum Wachmann ausgebildet. 1944 soll er im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau an der Vergasung von mindestens 344 000 deportierten Menschen, mehrheitlich ungarischen Juden, mitgewirkt haben.

dpa

Rubriklistenbild: © dapd

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