Entwichene Kobra: "Werden sie in 100 Jahren nicht finden"

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Die Einsatzkräfte der Feuerwehr konnten die Schlange nicht finden.

Mülheim - Die fieberhafte Suche nach einer ausgebrochenen Kobra in Mülheim ist nach vier Tagen eingestellt worden. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass die Giftschlange verhungert.

Das Wohnhaus, in dem die Feuerwehr die 30 Zentimeter lange Giftschlange vermutet, wurde am Sonntag versiegelt. Das Tier werde jetzt wohl verhungern, sagte ein Stadtsprecher am Montag. Die Wohnungstüren des Mehrfamilienhauses wurden mit doppelseitigem Klebeband verschlossen, die Bewohner ausquartiert.

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Seit vergangenen Donnerstag hatte sich das Viertel in der Ruhrgebietsstadt im Ausnahmezustand befunden, nachdem die drei Monate alte Schlange aus dem Terrarium ihres Besitzers ausgebrochen war. Die Dachgeschosswohnung des 19-Jährigen wurde nach Angaben der Stadt komplett entkernt. Böden, Wände und Zwischendecke mussten freigelegt werden, das Hab und Gut des Mannes wurden abtransportiert. Zuletzt durchleuchtete die Feuerwehr sogar mit Mini-Kameras alle Winkel und Ecken, doch vergebens.

“Wir werden die Schlange wohl in 100 Jahren nicht finden"

“Wir werden die Schlange wohl auch in hundert Jahren nicht finden, egal was wir tun“, sagte der Sprecher. Dass das hochgiftige Reptil sich noch im Haus befindet, gilt aber als sicher: Bei den Temperaturen dürfte sich die eigentlich in Indonesien beheimate Kobra nach Einschätzung von Experten nie nach draußen wagen. Die Feuerwehr, die weiterhin ein Mal täglich in dem Haus auf Patrouille gehen soll, geht nun davon aus, dass das Tier in spätestens acht Wochen verhungert ist.

Teurer Großeinsatz

Wer die Kosten für den tagelangen Großeinsatz und die Sanierung der Wohnung trägt, ist noch unklar. Allein für den Einsatz der Feuerwehr sei mit einer Summe von mindestens 39.000 Euro zu rechnen, erklärte der Sprecher. Die Wahrscheinlichkeit, dass letztlich der Steuerzahler dafür aufkommen müsse, sei sehr groß, da bei dem 19-Jährigen nicht viel zu holen sei. Der Besitzer des Tieres habe weder Arbeit, noch sei er versichert. Die Tierschutzorganisation Peta forderte angesichts des Vorfalls einen Einfuhrstopp sowie ein bundesweites Verbot von Wildtieren in Privathaushalten. Die Gefahren, die von ausgesetzten oder entlaufenen giftigen Tieren ausgingen, würden rapide zunehmen, erklärte die Organisation am Montag. Schätzungen gingen davon aus, dass inzwischen rund 150.000 Giftschlangen, 250.000 Riesenschlangen sowie zahllose andere Echsen und Reptilien deutsche Wohnzimmer bevölkerten.

dapd

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