Eislingen: Vierfachmord "war Leben wie im Film"

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Die vierköpfige Familie war erschossen aufgefunden worden.

Ulm - Der mutmaßliche Vierfachmörder von Eislingen hat die kaltblütige Tat in einem Brief an seinen Anwalt als “Leben wie im Film“ bezeichnet.

“Während andere solche Filme geschaut haben, haben wir es getan“, schrieb der 19-jährige Frederik B. Anfang Dezember seinem Anwalt in einem am Mittwoch vor dem Landgericht Ulm verlesenen Brief. Der mitangeklagte Sohn der getöteten Familie und er hätten sich über die Mordabsichten zunächst sogar lustig gemacht: “Wir haben alle Bedenken mit einem Witz oder lockeren Spruch abgetan.“ Vielleicht habe sein Freund Andreas H. seinen Hass nur so aushalten können.

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Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Angeklagten vor, in der Nacht zum Karfreitag aus Habgier die beiden Schwestern und die Eltern von Andreas H. gemeinsam mit 30 Schüssen ermordet zu haben. Die Angeklagten hatten bereits gestanden, dass Frederik B. die Schüsse allein abgegeben hat. Andreas H. habe sich in seiner Familie nicht wohl gefühlt und bereits 2008 solche Tötungsabsichten entwickelt, hatte Frederik B. zu Protokoll gegeben. Auch Andreas H. gab laut seinem Anwalt die familiäre Situation als Grund an.

Frederik B. berichtete in dem Brief auch über den Tattag. Als er auf die ältere Schwester von Andreas H. geschossen habe, habe diese gefragt: “Hey, was soll der Scheiß?“ Andreas H. habe daraufhin gesagt: “Ja, so ist sie, arrogant bis zum Schluss.“ Den Morgen nach der Tat beschrieb er als “Wir-haben-sie-tot-gefunden-Schau“. Andreas H. hatte die Polizei alarmiert, weil er die Leichen seiner Schwestern und Eltern gefunden habe. Polizisten und Rettungssanitäter sagten vor Gericht aus, die beiden Angeklagten seien damals “aufgelöst“ gewesen. Sie hätten sie als Opfer gesehen.

Frederik B. schrieb in dem Brief weiter, Andreas H. habe bei den Planungen sogar darüber gewitzelt, ein Buch über die Tat zu schreiben, wenn er im Gefängnis sitzt. Außerdem hätten sie darüber nachgedacht, dass Frederik B. seinen Freund anschießen soll, um ihm ein Alibi zu verschaffen. Seinem Freund habe er immer nur gefallen wollen. Erst jetzt - Anfang Dezember - habe er begonnen zu begreifen, was die Tat bedeutet, schrieb Frederik B. weiter. Er habe sich keine Gedanken darüber gemacht, was es bedeutet, wenn alle tot sind und er sich nicht entschuldigen, es nicht wiedergutmachen könne. “Ich habe nie daran gedacht, wie viele Menschen ich damit unglücklich mache.“ Er habe auch das Leben seiner Eltern zerstört, bei denen er es eigentlich immer gut gehabt habe und die stolz auf ihn gewesen seien.

dpa

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