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Einkommenssteuer ab Juli: Änderung bringt Arbeitnehmern mehr Geld ab Juli

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Von: Simon Stock

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Veränderungen bei der Einkommensteuer: Arbeitnehmer bekommen ab Juli 2022 mehr Netto vom Brutto. Für andere könnte es eine hohe Rückzahlung geben.

Hamm - Ein umfassendes Entlastungspaket soll die seit Jahresbeginn stark gestiegenen Lebenshaltungskosten für Verbraucher in Deutschland und Nordrhein-Westfalen abmildern. Darin enthalten: das 9-Euro-Ticket für Bus und Bahn, der Tankrabatt, der Heizkostenzuschuss (Infos zu Höhe und Zeitpunkt der Auszahlung) und mehr. Auch bei der Einkommensteuer gibt es ab Juli 2022 eine Neuerung, die Arbeitnehmern mehr Geld im Portemonnaie lassen wird.

Änderung bei Einkommensteuer: Mehr Geld für Arbeitnehmer ab Juli

Mehr Netto vom Brutto: Darauf können sich Millionen Menschen freuen, denn der Tarif für die Einkommensteuer wird angepasst. Drei Dinge ändern sich zugunsten von Arbeitnehmern, berichtet wa.de.

Die Bundesregierung hat entschieden, den Grundfreibetrag bei der Einkommensteuer anzuheben. Er steigt um 363 Euro von 9.984 auf 10.347 Euro im Jahr. Bedeutet ganz simpel: Menschen in einem Anstellungsverhältnis müssen weniger Steuern an das Finanzamt zahlen. Mit dieser Maßnahme soll nach Vorstellung der Regierung die kalte Progression entsprechend der tatsächlichen Inflationsrate 2021 und der geschätzten Inflationsrate 2022 ausgeglichen werden - zumindest teilweise.

Einkommensteuer: Änderungen bei Grundfreibetrag und Entfernungspauschale

Die Entfernungspauschale für Pendler steigt ab dem 21. Kilometer von 35 auf 38 Cent. Das soll höhere Kosten für Fahrten zur Arbeit abmildern, die unter anderem durch die CO2-Bepreisung entstehen. Die Regelung gilt für die Jahre 2022 bis 2026 und unabhängig davon, ob Auto, Bus, Bahn, Fahrrad oder sonstige Verkehrsmittel benutzt werden.

Geld
Eine Frau hält Geldscheine und Münzen in der Hand. Änderungen bei der Einkommenssteuer bringen Arbeitnehmern mehr Geld aufs Konto. © Daniel Karmann/dpa/Symbolbild

Der sogenannte Arbeitnehmerpauschbetrag, den Steuerzahler als Werbungskosten in der Steuererklärung geltend machen können, steigt von bislang 1000 auf nun 1200 Euro pro Jahr (plus 200 Euro).

Die Änderungen gelten ab Juli rückwirkend zum 1. Januar 2022. Der Bund der Steuerzahler rechnet damit, dass Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit dem Juli-Gehalt womöglich eine Art Rückzahlung für die zu viel entrichtete Lohnsteuer seit Jahresbeginn erhalten. Ab Juli wird dann monatlich weniger Lohnsteuer ans Finanzamt abgeführt.

Einkommensteuer: Entlastung vorerst nur für Angestellte

Aber wie hoch ist die Entlastung tatsächlich? Dazu hat der Bund der Steuerzahler eine Modellrechnung aufgestellt. Demnach spart eine vierköpfige Familie, bei der Mutter und Vater berufstätig sind und je 3000 Euro brutto verdienen, 256 Euro im Jahr an Lohnsteuer. Ein Single mit einem monatlichen Bruttogehalt von 2500 Euro zahlt 124 Euro weniger Lohnsteuer pro Jahr.

Die Entlastung bei der Einkommensteuer kommt vorerst nur für Angestellte zum Tragen. Selbstständige und Rentner, die keine Lohnsteuer zahlen, können die höheren Freibeträge erst mit der Steuererklärung für 2022 (abzugeben 2023) geltend machen. Dann könnte es auch für sie eine kräftige Rückzahlung geben.

Beim Blick auf die Spritpreise werden viele Autofahrer denken, dass der Tankrabatt verpufft ist. Erste Forderungen nach dem Aus der Maßnahme des Entlastungspakets werden laut.

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