"Ehrenmord"-Prozess: Cousin soll Frau getötet haben

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Der Angeklagte im Prozess um einen mutmaßlichen Ehrenmord, Ezzeddin A., nimmt  auf der Anklagebank im Landgericht Hagen Platz.

Hagen - Um die vermeintlich verletzte Familienehre zu retten, soll ein aus Syrien stammender Mann im August 2008 seine Cousine  aus Schwerte getötet haben. Jetzt steht er vor Gericht.

Seit Dienstag muss er sich wegen Mordes vor dem Hagener Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass die westliche Lebensweise des Opfers “nicht den Wertvorstellungen der Familie“ entsprochen habe. An der Tat soll auch ein inzwischen ins Ausland geflohener Onkel (48) des Angeklagten beteiligt gewesen sein. Die Leiche der 20-Jährigen war einige Tage später auf dem Parkplatz “Sterbecker Siepen“ an der Autobahn 45 bei Lüdenscheid gefunden worden.

Zu Prozessbeginn wollte der 21-Jährige keine Angaben zur Sache machen. In einer vom Gericht verlesenen früheren Aussage hatte er erklärt, sein Onkel trage die Alleinschuld an der Tat. Der 48-Jährige habe ihm damals eine Pistole an den Kopf gehalten und gesagt: “Wenn du nicht tust, was ich will, bist du der nächste.“ Dann habe er mit ansehen müssen, wie sein Onkel die 20-Jährige auf dem Parkplatz erschossen habe. Zu diesem Zeitpunkt habe er die regungslose Person aber noch nicht als seine Cousine erkannt.

Handy-Daten gaben Aufschluss

Der Angeklagte war im Mai nach umfangreichen Ermittlungen einer Sonderkommission festgenommen worden. Die Ermittler hatten über die Auswertung zahlreicher Handy-Daten festgestellt, dass er sich am Tatort aufgehalten habe. In seiner Erklärung beim Haftrichter gab der 21-Jährige an, dass er seinen Onkel nach dem Mord nach Amsterdam gefahren habe. Seitdem wisse er nicht mehr, wo sich der 48-Jährige aufhält.

Seine Familie sei nach Bekanntwerden des Mordes selbst geschockt gewesen. “Bei uns hatte sich vorher niemand kritisch über meine Cousine geäußert. Ich wusste nicht, dass es mit ihr Probleme gab“, sagte der Angeklagte. Für den Prozess sind zunächst noch 14 Verhandlungstage bis zum 29. Oktober angesetzt.

dpa

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