Mord an Taxifahrer

"Durst auf Blut": Junge Männer vor Gericht

Stuttgart - Sie hatten „Durst auf Blut“ und wollten einen Menschen töten: Angetrieben von dunklen Gewaltfantasien sollen zwei junge Männer aus Baden-Württemberg einen Taxifahrer brutal ermordet haben. Jetzt kommen sie vor Gericht.

Aus satanistischer Mordlust und Habgier sollen zwei Freunde einen Menschen brutal getötet haben. Von Donnerstag an müssen sich die 16- und 22-Jährigen deshalb vor dem Landgericht Tübingen verantworten. Laut Anklage gingen die beiden Rottenburger im vergangenen Sommer mit einem Beil auf einen Taxifahrer in Prag los und schlugen so lange auf ihn ein, bis er tot war.

Die beiden Freunde waren schon vor der Tat verhaltensauffällig gewesen und deshalb in unterschiedlichen Wohngruppen untergebracht, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Satanismus und Vampire faszinierten die beiden Jungs - sie lasen darüber, hörten Musik aus der Szene und schauten Filme, in denen es teilweise um massive Gewalt ging. So seien immer konkretere Gewalt- und Tötungsfantasien entstanden.

Weil sie „Durst auf Blut“ gehabt hätten, machten sich die Angeklagten nach eigener Aussage das erste Mal im Frühjahr 2013 auf die Suche nach einem Opfer: Bei Reutlingen näherten sie sich einem Autofahrer mit einem scharfen Werkzeug - der konnte im letzten Moment davon fahren.

Einige Wochen später setzten sich die beiden dann nach Prag ab. Mitten in der Stadt seien sie in ein Taxi gestiegen und hätten sich an eine dunkle, abgelegene Stelle außerhalb der Stadt fahren lassen. Am Ziel angekommen unterhielten sie sich noch mit dem ahnungslosen Taxifahrer, bevor sie unvermittelt auf ihn losgingen: Mit Beil und Schraubenschlüssel schlugen sie auf ihr Opfer ein und würgten den 38-Jährigen. Der versuchte zu fliehen, stürzte aber wegen der heftigen Beilhiebe zu Boden. Der Mann erlitt insgesamt 42 Schnitt- und Hiebverletzungen. Eine Halsverletzung führte zum Tod.

Nach der Bluttat flüchteten die Angeklagten nach Deutschland. Die tschechischen Ermittler kamen ihnen schnell auf die Spur, eine Woche später griffen SEK-Beamte in Rottenburg zu und konnten beide festnehmen. Seitdem sitzen sie in Untersuchungshaft.

Die Angeklagten seien - was den Mord angeht - weitgehend geständig, erklärte die Staatsanwaltschaft. Dem 22-Jährigen droht eine lebenslange Freiheitsstrafe. Mit bis zu zehn Jahren muss der 16-Jährige rechnen, für ihn gilt das Jugendstrafrecht. Das Urteil wird für den 27. Mai erwartet.

dpa

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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