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Durchbruch in der Krebsforschung: Forschern gelingt Eindämmung von Metastasen

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Von: Bjarne Kommnick

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Forschern ist ein Durchbruch in der Krebsforschung gelungen. Eine Entdeckung, die helfen soll, Metastasen zu unterdrücken. Wie genau aber?

Heidelberg – Forschern des Deutschen Krebsforschungszentrums und der Medizinischen Fakultät Mannheim ist ein Durchbruch in der Erforschung von Krebserkrankungen gelungen, wie der Focus berichtet. Dieser soll langfristig die Überlebenschance von Patienten steigern. Im Fokus stehen demnach die Metastasen bei Krebs. Die Wissenschaftler haben eine Eigenschaft entdeckt, die bei der Bekämpfung der Krankheit helfen könnte. Erst vor kurzem war Forschenden ein entscheidender Durchbruch in der Krebsforschung gelungen.

InstutitionKrebsforschungszentrum
Mitarbeiter3000
Gründung1964
StandortHeidelberg

Metastasen lassen Überlebenschancen schwinden – Botenstoffe beeinflussen den Prozess

Wenn es bei einer Krebserkrankung zu Metastasen kommt, dann schwinden die Überlebenschancen für Patienten meistens dahin. Zwar könnten sie bereits eingedämmt werden, um somit das Leben von Betroffenen zu verlängern, jedoch sei eine Heilung dann nur noch in den wenigsten Fällen möglich. Besonders dann, wenn ein Tumor entfernt wurde, würden Metastasen entstehen.

Metastasen einer Krebserkrankung.
Wenn sich Metastasen bei einer Krebserkrankung bilden, schwinden die Hoffnung aufs Überleben. © Ilya Pitalev/imago

Bislang wurde vermutet, dass das Immunsystem und Botenstoffe dabei eine besondere Rolle spielen würden. Einen dieser Botenstoffe haben die Wissenschaftler nun näher untersucht: Angipoietin-like 4 (ANGPLT4). „Wir sind auf diesen Botenstoff schon vor Jahren aufmerksam geworden, weil es dazu viele Studien mit unterschiedlichen Ergebnissen gab“, erklärt Hellmut Augustin, ein Hauptautor der Studie gegenüber dem Focus.

„Wollten wissen, wie die Eigenschaften zu erklären sind“: Forschern gelingt Durchbruch in Krebsforschung

Demnach wurden bei dem Stoff krebsfördernde Eigenschaften entdeckt, zudem habe sich gezeigt, dass der Stoff das Wachstum von Metastasen hemmen würde. „Wir wollten einfach wissen, wie diese unterschiedlichen Eigenschaften zu erklären sind“, so Augustin. Bereits bekannt gewesen sei, dass der Botenstoff den Primärtumor der Zellen gebildet hat und damit das Wachstum von Krebs fördere.

Was sind Metastasen bei einer Krebserkrankung?

Metastasen bedeuten, dass eine Krebserkrankung schon weiter fortgeschritten ist. Krebszellen haben sich aus dem ursprünglichen Tumor gelöst und haben Ableger gebildet. Fachleute unterscheiden Lymphknotenmetastasen in der Tumorregion und Fernmetastasen in anderen Organen.

Am häufigsten bilden sich Metastasen in der Leber, in der Lunge, den Knochen und im Gehirn – je nach Krebsart. Zunächst verursachen sie oft keine Symptome und bleiben daher unbemerkt. In vielen Fällen ist die Krebserkrankung nicht mehr heilbar, aber ihr Fortschreiten kann verzögert werden und die Symptome lassen sich mildern. So haben Krebskranke oft noch viele gute Jahre vor sich. (Quelle: Universitätsspital Zürich)

Zudem komme der Botenstoff in aufgespaltenen Versionen vor, ein n-Fragment und ein c-Fragment. „Wir wissen zwar nicht genau, wo die Spaltung stattfindet, wir haben aber entdeckt, dass die Eigenschaften, die das Tumorwachstum fördern, sich im c-Fragment befinden und die antitumoralen Eigenschaften im n-Fragment“, so der Forscher.

Entdeckung von Krebsforschern beschreibt Zusammenhang zwischen Botenstoff und Metastase

„Im weiteren Schritt haben wir dann die Fragmente in der Blutzirkulation von Mäusen und Tumorpatienten verfolgt und gesehen, dass sich das c-Fragment vor allem im Primärtumor befindet, während das n-Fragment fast ausschließlich in der Blutzirkulation vorkommt“, beschreibt Augustin. Warm das c-Fragment in der Blutzirkulation sei, könne jedoch nicht gesagt werden.

Dass Botenstoffe bei der Entwicklung von Metastasen eine besondere Rolle spielen, konnten die Forscher nun ein Stück weiter bestätigen. Insbesondere bei Patienten mit schwarzem Hautkrebs hätten die Wissenschaftler die Beobachtung gemacht, dass, wenn die Konzentration des n-Fragmentes im Blut abgenommen hatte, sich die Wahrscheinlichkeit der Patienten verschlechterte, zu überleben.

Krebsforschung: Behandlung mit n-Fragment kann Metastasen eindämmen

Augustin erklärt: „Es gibt also eine ziemlich starke klinische Evidenz dafür, dass dieses n-Fragment protektiv wirkt und Metastasen in Schach hält“. Bei Mäusen mit Krebs, die mit dem n-Fragment behandelt wurden, konnten die Forscher also erkennen, dass sich weniger Metastasen bildeten und sie länger überlebten als unbehandelte Artgenossen.

Die Entdeckung macht Hoffnung darauf, dass die Erkrankung besser verstanden werden könnte und die Überlebensprognosen von Betroffenen zu verbessern sowie Metastasen einzudämmen. Doch komplett könnten Metastasen wohl in naher Zukunft noch nicht verhindert werden: „Wir haben einen sehr wichtigen Mechanismus und eine sehr potente Substanz entdeckt, davon bin ich überzeugt“, aber „dass wir damit in naher Zukunft, die Metastasenbildung verhindern können, das lässt sich daraus noch nicht ableiten.“

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