Dreijährige Tochter getötet und in Wald verscharrt

Köln - Mit einem Teilgeständnis hat am Dienstag vor dem Kölner Landgericht ein Prozess gegen einen Vater begonnen, der seine Tochter in Köln getötet und in einem Waldstück verscharrt haben soll.

Der 32-Jährige sagte vor dem Landgericht Köln, er habe das Kind nicht umgebracht, aber die Leiche in einem Waldstück in Köln verscharrt. Seine Tochter sei vor zwei Jahren durch einen Sturz in der Badewanne zu Tode gekommen. Aus Panik habe er die Leiche verschwinden lassen. Diese wurde trotz intensiver Suche bis heute nicht gefunden.

In einer von seinem Anwalt verlesenen Erklärung sagte der Angeklagte, er habe seine Tochter an einem frühen Morgen im Oktober waschen wollen. Dabei sei sie in der Wanne ausgerutscht und mit dem Kopf zunächst gegen die Armatur und dann auf den Boden geknallt. Das Kind habe sich übergeben. Er habe es in sein Bettchen gelegt und sei danach vor dem Fernseher eingeschlafen. Als er wenige Stunden später wieder aufgewacht sei, sei das Mädchen tot gewesen.

Unter Schock gestanden

Aus Angst, dass keiner an einen Unfall glauben würde, habe er den leblosen Körper seiner Tochter schließlich in einen Koffer gepackt und die Leiche in einer kleinen Grube in einem Waldstück verschwinden lassen. Er mache sich seitdem die schlimmsten Vorwürfe, hieß es in der Erklärung des Angeklagten. Er habe unter Schock gestanden und falsch gehandelt, das wisse er nun. Wo genau die Leiche verscharrt worden sein soll, blieb zunächst unklar. Die Staatsanwaltschaft erklärte, vorerst sei eine weitere Suchaktion nicht vorgesehen.

Das Waldstück ist durch den Bau einer Pipeline landschaftlich stark verändert worden. Die Ermittlungen der Polizei waren durch eine Anzeige der 26-jährigen Mutter des Kindes in Gang gekommen. Die Krankenschwester erklärte am Dienstag vor Gericht, er habe sie und das Kind geschlagen. Ohrfeigen seien an der Tagesordnung gewesen, mehrmals habe er auch wahllos auf das Kind eingeschlagen, sagte sie vor Gericht. Das Verschwindens ihrer Tochter habe er damit erklärt, dass er sie in sein Heimatland Ghana geschickt habe. Sie zeigte ihn jedoch bei der Polizei an.

Die Ermittler fanden heraus, dass die für die Einreise des Kindes in Ghana erforderlichen Dokumente von den Behörden nicht ausgestellt worden waren. Die Ermittler stoppte ihre Nachforschungen auch nicht, nachdem über Bekannte des Paares die Nachricht gekommen war, das Kind sei in Ghana an Malaria gestorben. Tatsächlich erwiesen sich die Sterbedokumente, die der Deutschen Botschaft in Accra vorgelegt wurden, als Fälschungen.

Bilder auf Computer gefunden

Nachdem die Ermittler erfahren hatten, dass sich der Angeklagte aus Deutschland absetzen wollte, nahmen sie ihn am 6. November vergangenen Jahres fest. Eine Reihe von Indizien untermauerten den Totschlags-Verdacht der Staatsanwaltschaft: So wurden auf dem Computer des Tatverdächtigen Bilder eines Waldgeländes in Köln-Merkenich gefunden.

Dort - in der Nähe seines Arbeitsplatzes - entdeckte die Polizei auch eine Spitzhacke aus einem Baumarkt, in dem der Tatverdächtige nach polizeilichen Ermittlungen bereits früher einkauft hatte. Die 8. Große Strafkammer hat zunächst acht Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil ist nicht vor November zu erwarten.

AP

Rubriklistenbild: © Haag

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