Drei Tote nach Legionellen-Infektion

Ulm - Die Zahl der Todesopfer durch eine Legionellen-Infektion im Raum Ulm/Neu-Ulm hat sich auf drei erhöht. Dies teilte das Landratsamt des Alb-Donau-Kreises am Montag in Ulm mit.

Bei dem dritten Toten handele es sich um eine Person mittleren Alters mit einer Vorerkrankung. Die beiden anderen Verstorbenen seien hochbetagt und ebenfalls krank gewesen, sagte Sprecher Bernd Weltin. Alle drei seien an der Universitätsklinik Ulm behandelt worden. Insgesamt wurden demnach bislang 45 Verdachtsfälle registriert. Die Behörden suchen immer noch nach der Infektionsquelle.

Legionellen sind wärmeliebende Bakterien, die im Süßwasser vorkommen. In kleinsten Tröpfchen können sie in die Atemwege gelangen und gefährliche Infektionen auslösen, wie die Behörde warnt. Die Übertragung laufe meist über Duschen, schlecht gewartete Klimaanlagen und Kühlsysteme. Legionellen können sowohl eine schwere Lungenentzündung (Legionärskrankheit) als auch das sogenannte Pontiac-Fieber, eine milder verlaufende, grippeähnliche Erkrankung, verursachen, wie die Behörde weiter warnt. Eine Infektion über das Trinkwasser sei sehr unwahrscheinlich.

Eventuell ist die Abluft einer größeren Klimaanlage oder eines Kühlhauses die Quelle der aktuellen Legionellen-Welle, wie der Sprecher des Landratsamtes weiter sagte. Entsprechende Anlagen auf den Dächern seien bereits am Sonntag per Hubschrauber aus der Luft ausfindig gemacht worden. Die Untersuchung von entsprechenden Proben dauere rund eine Woche.

dapd

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