Dortmund: Tausende demonstrieren gegen Neonazis

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Rund 500 Neonazis standen in Dortmund Tausenden Gegendemonstranten gegenüber.

Dortmund - Tausende Demonstranten haben am Wochenende in Dortmund gegen einen Aufmarsch von rund 500 Neonazis protestiert.

Nach Polizeiangaben wurden am Samstag 131 “gewaltbereite Personen des linksextremen Spektrums“ und 25 Personen aus der rechtsextremen Szene vorläufig festgenommen. Insgesamt seien sieben Beamte verletzt worden.

Vor der eigentlichen Neonazi-Kundgebung stoppte die Polizei einen Pulk von 500 Rechtsextremisten, weil diese nicht wie vorgesehen im Hafengebiet, sondern unerlaubt in der Innenstadt aufmarschieren wollten. Ein Polizeisprecher sagte, die Rechtsextremisten hätten bei ihrer Anreise “fluchtartig“ an einer mehrere Kilometer vom Hauptbahnhof entfernten Station den Zug verlassen und sich zu Fuß in Richtung Stadtmitte in Bewegung gesetzt. Diesen Aufzug wertete die Polizei als nicht angemeldete Versammlung und löste ihn “zur Gefahrenabwehr“ auf. 388 Personen erhielten Platzverweise und wurden in Züge Richtung Osten gesetzt. Am genehmigten Demonstrationsort am Hafen fanden sich nach Polizeiangaben 466 Rechtsextreme ein.

Unmittelbar zuvor hatte das Bundesverfassungsgericht das Verbot der Neonazi-Demonstration aufgehoben. Die Polizei hatte den Aufmarsch verboten, nachdem bei einem 19-jährigen Aachener mit Verbindungen zur Dortmunder rechtsextremen Szene Sprengsätze gefunden worden waren. Als Reaktion auf die Entscheidung des Verfassungsgerichts genehmigte das Polizeipräsidium Dortmund zwar eine Versammlung, entschied aber, nur eine “Standkundgebung“ im Hafengebiet zuzulassen, um Zusammenstöße mit Gegendemonstranten zu vermeiden.

Gegen die Neonazis demonstrierte das Bündnis “Dortmund stellt sich quer“ mit Sitzblockaden. Der Fraktionsvorsitzende der Linken im Düsseldorfer Landtag, Wolfgang Zimmermann, kritisierte die “gerichtliche Entscheidung, den Neonazis trotz der konkreten Gefahrenlage eine Versammlung am Hafen zu genehmigen“. Die zweite Fraktionsspitze Bärbel Beuermann prangerte das ihrer Ansicht nach übermäßige Vorgehen der Polizei gegen die Gegendemonstranten an, die Sitzblockaden errichtet hatten. “Mehrere Personen erlitten Gesichtsverletzungen, wie zum Beispiel blutige Nasen“, erklärte Beuermann.

apn

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