Nach Eizellen-Streit

Doch kein Baby vom verstorbenen Ehemann

+
Die Witwe Ines S. kann n un doch kein Baby von ihrem verstorbenen Ehemann bekommen - keine der Eizellen hat überlebt.

Neubrandenburg - Die Hoffnungen einer jungen Witwe aus Mecklenburg-Vorpommern auf Kinder von ihrem verstorbenen Ehemann haben sich endgültig zerschlagen. Juristisch hatte sie den Kampf noch gewonnen.

Keine der neun eingefrorenen, künstlich befruchteten Eizellen habe überlebt, teilte die Frau aus dem Uecker-Randow-Kreis am Mittwoch mit. Jahrelang hatte sie vor Gericht um die Herausgabe der Eizellen gekämpft, die vor dem Unfalltod ihres Mannes 2008 mit dessen Samen befruchtet worden waren. Im Mai 2010 hatte das Oberlandesgericht (OLG) Rostock in einem bundesweit beachteten Urteil entschieden, dass die eingelagerten Eizellen freigegeben werden müssen.

Lesen Sie auch:

Frau darf von totem Ehemann schwanger werden

Vor einem halben Jahr hatte die damals 29-Jährige die Behälter mit den Zellen aus dem Klinikum Neubrandenburg abgeholt, um sie sich in einer Klinik der benachbarten polnischen Grenzstadt Stettin (Szczecin) einpflanzen zu lassen. Bei einem ersten Versuch Anfang März seien sechs Zellen aufgetaut worden, Ende April die übrigen drei. Warum die Eizellen nicht überlebten, sei unklar, teilte die Frau nun mit.

Ines S. und ihr Ehemann hatten sich zur künstlichen Befruchtung entschlossen, weil sie auf natürliche Weise keine Kinder bekommen konnten. Nach dem tödlichen Verkehrsunfall ihres Mannes wollte die Witwe erst recht schwanger werden und sich die befruchteten Eizellen in die Gebärmutter einpflanzen lassen. Doch die Klinik in Neubrandenburg hatte Bedenken, weil nach dem deutschen Embryonenschutzgesetz künstliche Befruchtungen mit dem Samen von Toten unter Strafe stehen.

In einem ersten Zivilprozess hatte das Landgericht der Klinik Recht gegeben. Bei der Verhandlung vor der zweiten Instanz prüften die Richten vor allem die Frage, ab wann eine Eizelle als befruchtet gilt. Mit Blick auf das Embryonenschutzgesetz sei es zwar strafbar, eine Eizelle mit dem Samen eines Mannes nach dessen Tod künstlich zu befruchten, hatten auch die Richter am OLG festgestellt. Im Fall dieser Frau seien die Spermien aber schon vor dem Tod ihres Partners untrennbar eingeschlossen worden - auch wenn sich noch kein Embryo entwickelt habe. Männliches und weibliches Erbgut seien zum Zeitpunkt des Einfrierens eine “innige Verbindung“ eingegangen.

dpa

Wie werde ich Kirchenmaler/in?

Wie werde ich Kirchenmaler/in?

Proklamation beim Schützenfest in Aschen

Proklamation beim Schützenfest in Aschen

40 Jahre Städtepartnerschaft Bonnétable und Twistringen gefeiert

40 Jahre Städtepartnerschaft Bonnétable und Twistringen gefeiert

BVB feiert Ende des Finalfluchs

BVB feiert Ende des Finalfluchs

Meistgelesene Artikel

Mann schlägt Spinne tot - plötzlich steht die Polizei vor der Tür

Mann schlägt Spinne tot - plötzlich steht die Polizei vor der Tür

Mit mehr als 30 Grad: Der Hochsommer kommt!

Mit mehr als 30 Grad: Der Hochsommer kommt!

Einbrecher erlebt unangenehme Überraschung bei Handyklau

Einbrecher erlebt unangenehme Überraschung bei Handyklau

Diese Bedeutung hat Christi Himmelfahrt

Diese Bedeutung hat Christi Himmelfahrt

Kommentare