News-Ticker zur Pandemie

Corona in Deutschland: Millionenstadt nimmt Lockerungen zurück - Regierung plant neue Maßnahmen

Über die Oster-Feiertage sanken die Corona-Zahlen. Viel Vertrauen schenkt das RKI diesen Daten aber nicht. Mittlerweile steigen die Zahlen wieder deutlich. Der News-Ticker.

  • Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI)* steigen die Infektions-Zahlen nach dem Oster-Tief wieder. (siehe Update vom 9. April, 7.13 Uhr)
  • Die Berliner Charité reduziert aufgrund der steigenden Zahl an Covid-19-Patienten planbare Eingriffe. (siehe Update vom 8. April, 15.15 Uhr)
  • Auf Sylt musste ein Zug wegen eines Corona-Falls evakuiert werden. (siehe Update vom 8. April, 13.07 Uhr)
  • Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland* ist im Vergleich zur Vorwoche noch niedrig.
  • Dieser News-Ticker zur Corona-Pandemie in Deutschland ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 10. April finden Sie hier.“ 

Update vom 9. April, 22.11 Uhr: Deutschlands Corona-Hotspot liegt derzeit im bayerischen Oberfranken. Der Stadt- wie auch der Landkreis Hof weisen bundesweit die höchsten Sieben-Tages-Inzidenz auf.

Ohnehin ist Bayern deutschlandweit nach wie vor mit am stärksten von der Pandemie betroffen. Die Sieben-Tages-Inzidenz liegt im Süden derzeit bei 129 Fällen pro 100.000 Einwohnern. Laut aktuellem Lagebericht des Robert Koch-Instituts wird dies nur von Sachsen (151) und Thüringen (187) überboten. Diese drei Bundesländer stellen allesamt die zehn Stadt- und Landkreise mit der größten Inzidenz.

KreisInzidenz
Stadt Hof (Bayern)571,1 Fälle pro 100.000 Einwohner
Landkreis Hof (Bayern)451,5
Landkreis Greiz (Thüringen)346,0
Landkreis Kronach (Bayern)337,1
Landkreis Wartburgkreis (Thüringen)290,0
Landkreis Vogtlandkreis (Sachsen)284,1
Landkreis Gotha (Thüringen)279,4
Landkreis Cham (Bayern)275,8
Landkreis Gera (Thüringen)267,4
Landkreis Saale-Holzland-Kreis (Thüringen)254,4

Update vom 9. April, 18.04 Uhr: Für vollständig gegen das Coronavirus geimpfte Menschen gelten in Rheinland-Pfalz künftig Ausnahmen von der Testpflicht und der Absonderungspflicht nach der Einreise aus einem Risikogebiet. Das hat das Kabinett am Freitag entschieden*. Fünf Prozent der Rheinland-Pfälzer haben laut Robert Koch-Institut bislang zwei Impfungen bekommen. 

Corona in Deutschland: Notbremse am Rhein - Köln kassiert Lockerungen ein

Update vom 9. April, 12.41 Uhr: Wegen der drastischen Corona-Lage auf den Intensivstationen hat die Millionenstadt Köln Lockerungen bei der Umsetzung der Pandemie-Notbremse zurückgenommen. So bleiben ab nächstem Montag alle Kölner Museen und der Zoo wieder geschlossen. Ab Samstag gilt bereits überall dort, wo Maskenpflicht im öffentlichen Raum besteht, ein Verzehr- und Alkoholkonsumverbot.

Außerdem kommt ein Verweilverbot im Bereich um das Historische Rathaus in der Altstadt. Davon betroffen ist auch der zentrale Platz Alter Markt. Das dortige Verweilverbot gilt von montags bis samstags jeweils von 8.30 Uhr bis 18.00 Uhr.

Nach Angaben der Stadt stieg die Zahl der Patienten auf den Kölner Intensivstationen zuletzt binnen drei Tagen von 91 auf 106 - der Höchstwert in der zweiten Corona-Welle im Winter hatte bei 112 gelegen. Die Kölner Beigeordnete und Krisenstabsleiterin Andrea Blome bezeichnete die Lage in den Kölner Kliniken als „sehr ernst“. Die Stadt habe die „klare Erwartung“ an das Land Nordrhein-Westfalen, „dass jetzt sehr kurzfristig seitens der Landesregierung weitergehende Maßnahmen getroffen werden“.

Corona in Deutschland: Regierung plant neue Maßnahmen

Update vom 9. April, 12.41 Uhr: Bund und Länder streben laut Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) bundesweit einheitliche Regelungen zu Corona-Ausgangssperren und Schulschließungen an. Entsprechende Vorgaben sollen im neuen Infektionsschutzgesetz verankert werden, das kommende Woche auf den Weg gebracht wird. Die anvisierte bundeseinheitliche Regelung zur Corona-Notbremse solle für die Bürgerinnen und Bürger mehr „Klarheit und Transparenz“ bringen, sagte der SPD-Politiker.

Spahn und Wieler warnen vor Corona-Lage in Deutschland

Update vom 9. April, 12.41 Uhr: Auf der gemeinsamen Pressekonferenz warten Gesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Wieler vor der aktuellen Lage. Die Zahlen steigen nach dem Oster-Tief wieder deutlich und auch die Situation in den Krankenhäusern sei alarmierend. Gute Nachrichten gab es aber beim Impfen, dank der Hausärzte gab es erneut einen neuen Rekord zu vermelden. Der für Montag geplante Corona-Gipfel wurde hingegen offiziell abgesagt.

Zum Brechen der dritten Corona-Welle in Deutschland sind aus Sicht des RKI stärkere Einschränkungen der Mobilität nötig. „Wenn man die Modellierungen anschaut, die von vielen Gruppen aus Deutschland kommen, dann heißt ein Lockdown, dass die Mobilität massiv eingeschränkt wird“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Viele Experten bezögen sich auf Daten aus dem vergangenen Frühjahr mit starken Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Die meisten Modellierer hielten Lockdown-Zeiträume von zwei bis vier Wochen für nötig, um diese Welle zu brechen, so Wieler.

Die gegenwärtige Situation sei „dem Infektionsschutz gegen Covid-19 nicht zuträglich“. Der Institutschef betonte, dass jeder Tag des Abwartens Menschenleben koste.

Corona-Infektionen steigen nach Oster-Tief auf neue Höchstwerte - Bei Todeszahlen deutet sich traurige Wende an

Update vom 9. April, 7.13 Uhr: Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz liegt in Deutschland an diesem Freitag bei 110,4 (Vortag: 105,7). Außerdem meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) am Morgen (Stand: 4.55 Uhr) 25.464 Corona-Neuinfektionen (Der höchste Tageswert, seit Anfang der 3. Welle) sowie 296 weitere Todesfälle mit oder an Covid-19. Vor genau einer Woche hatte die Behörde binnen eines Tages 21.888 Neuinfektionen und 232 Tote mehr verzeichnet.

Die 7-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung und Lockerung von Restriktionen. Im Februar war sie zwischenzeitlich auf unter 60 gefallen, und vor Ostern wieder höher als 130. In den vergangenen Tagen war der Wert dann zwar wieder rückläufig - das RKI wies aber zu seiner Interpretation darauf hin, dass um die Ostertage weniger getestet wurde.

„Die Werte können erst in einigen Tagen bewertet werden“, schreibt das RKI.

Corona-Impfung in Arztpraxen: Impfzentren erhalten laut Bericht Vorzug bei Biontech

Update vom 8. April, 19.55 Uhr: Nun sollte endlich alles besser werden: nachdem die Impf-Strategie in Deutschland noch nicht so ganz an Fahrt aufgenommen hatte, vor allem der Wirkstoff des Herstellers Astrazeneca für Verwirrung und ein schleppendes Impf-Aufkommen gesorgt hatte, droht nun der nächste Zwischenfall. Wie Bild nun berichtet, sollen auch die nächsten beiden Wochen nicht so wie geplant ablaufen.

Wie der Bund eigentlich verkündet hatte, sollten in Kalenderwoche 16 rund eine Million Biontech-Impfdosen für Deutschland in die Praxen ausgeliefert werden. Das hätte einen ordentlichen Schub innerhalb der Impfkampagne bedeutet. Doch jetzt soll viel weniger geliefert werden. Demnach sollen in Kalenderwoche 16 nur noch 463.000 Impfdosen von Biontech an die Praxen gehen, die restliche Menge solle stattdessen an die Impfzentren weitergeleitet werden. Wie Bild erfahren haben will: Durch das Bundesgesundheitsministerium auf Bitten der Länder.

Wie das Blatt weiter berichtet, soll die versprochene Anzahl der Impfdosen für die Arztpraxen erst wieder in Kalenderwoche 17 eingehalten werden, das zumindest will Bild durch die Lieferliste des Bundesgesundheitsministeriums erfahren haben. Gegenüber dem Portal erklärte der Chef der Kassenärzte-Vereinigung Andreas Gassen: „Das ist eigentlich kaum vorstellbar, dass der Praxen-Impfstoff für die Impfzentren abgezweigt wird!“

Wie Bild weiter erfahren haben will, solle die fehlende Menge für die Hausärzte stattdessen mit dem Vakzin des Herstellers Astrazeneca ausgeglichen werden. Doch wie Gassen weiter erklärt, drohe nun ein Chaos. Schließlich hätten viele Patienten bereits Termine vereinbart, außerdem könne nicht jeder Hausarzt jedem Patienten den Wirkstoff von Astrazeneca anbieten. Erst vor Kurzem wurden die Vorgaben für den Impfstoff geändert, dieser solle nun nur noch Menschen über 60 Jahren angeboten werden, jüngere Personen könnten ihn lediglich auf ausdrücklichen Wunsch verabreicht bekommen.

Update vom 8. April, 19.50 Uhr: Die Abiturientinnen und Abiturienten in Deutschland sollen ihre Prüfungen in diesem Jahr trotz Corona-Pandemie ablegen. Die Kultusministerinnen und Kultusminister lassen die Abschlussprüfungen im Schuljahr 2020/2021 durchführen, wie die Kultusministerkonferenz (KMK) nach einer Mitteilung vom Donnerstag beschlossen hat.

Corona in Deutschland: Schüler in NRW sollen in den Distanzunterricht zurückkehren

Update vom 8. April, 17.23 Uhr: Für die meisten der 2,5 Millionen Schüler in Nordrhein-Westfalen findet nach den Osterferien kein Unterricht mehr in den Klassenräumen statt. Ab Montag werde es wieder Distanzunterricht geben, sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Donnerstag. Die Rheinische Post und der WDR berichteten, dass die Abschlussklassen davon aber ausgenommen werden sollen.

Update vom 8. April, 15.15 Uhr: Aufgrund der steigenden Patientenzahlen in der dritten Corona-Welle schränkt die Berliner Charité künftig wieder den übrigen Klinikbetrieb stark ein. Ab kommender Woche würden Mitarbeiter:innen wieder vermehrt in Covid-19-Bereichen eingesetzt. Planbare Eingriffe würden zurückgefahren, teilte der für die Krankenversorgung zuständige Vorstand Martin Kreis am Donnerstag mit. „Wir rechnen mit einer erneut starken Arbeitsbelastung unserer Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte.“ Notfälle und zeitkritische Eingriffe sollen von der Regelung vorerst ausgenommen bleiben.

Seit Mitte März steigt bundesweit die Zahl der Intensivpatienten mit Covid-19 wieder deutlich an, auf aktuell mehr als 4400. Einige Experten schlagen angesichts der steigenden Belastung der Intensivstationen bereits Alarm. „Liebe Entscheidungsträger, wie hoch sollen die Zahlen denn noch steigen bevor Ihr reagieren wollt???“, fragte der wissenschaftliche Leiter des DIVI-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, auf Twitter. Charité-Virologe Christian Drosten retweetete den Beitrag und stellte klar: „Dies ist ein Notruf.“

Corona in Deutschland: Spahn verkündet Impf-Rekord

Update vom 8. April, 14.45 Uhr: Am Mittwoch (7. April) stellte Deutschland einen neuen Tagesrekord bei den Corona-Impfungen auf. Das teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Twitter mit. Mit 656.357 verabreichten Corona-Impfdosen wurden so viele an einem einzigen Tag verabreicht wie nie zuvor.

Laut dem Impfmonitoring des RKI wurden mit 305.664 Dosen rund die Hälfte der am Mittwoch verabreichten Impfungen von niedergelassenen Ärzten durchgeführt. „Arztpraxen impfen diese Woche erstmalig mit. Bis heute Morgen wurden so 13,8 Prozent der Deutschen mindestens einmal geimpft. Das sind 11,5 Millionen Bürgerinnen & Bürger. 4,7 Millionen (5,7 Prozent) haben nach der 2. Impfung den vollen Schutz“, erklärte Spahn auf Twitter.

Deutschland: Corona-Fall in Zug sorgt für Evakuierung

Update vom 8. April, 13.07 Uhr: Ein Zug der Deutschen Bahn ist am Mittwoch in Westerland auf Sylt wegen eines Corona-Falls evakuiert worden. Laut einem Bericht der Welt, sei ein 42-jähriger Schwarzfahrer in Itzehoe von Beamten aus dem Zug geholt worden. Nachdem sich der Mann auf dem Bahnsteig übergeben hatte, sei ein Rettungswagen gerufen worden, der ihn in eine Klinik brachte. Das teilte ein Sprecher der Bundespolizei dem Bericht zufolge mit.

Der Corona-Test im Krankenhaus sei positiv ausgefallen und der Zug daraufhin vor der Rückfahrt nach Hamburg gestoppt worden. Die leere Bahn sei nach Husum zur Desinfektion gebracht worden, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Donnerstag. Wie viele Reisende betroffen waren, konnten die Sprecher nicht sagen.

In Westerland auf Sylt musste ein Zug wegen eines Corona-Falls evakuiert werden. (Archivbild)

Corona in Deutschland: Spahn kündigt bilaterale Gespräche mit Russland über Sputnik-V-Impfstoff an

Update vom 8. April, 11.10 Uhr: Neben seiner Forderung nach einem härteren Lockdown, kündigte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im WDR5-„Morgenecho“ bilaterale Gespräche mit Russland über eventuelle Lieferungen des Corona-Impfstoffs Sputnik V im Falle einer EU-Zulassung an. Man müsse aber sehr aufpassen, dass dies nicht zu einer „Fata-Morgana-Debatte“ werde. Denn zunächst gehe es um die Zulassung in der EU. „Dafür muss Russland Daten liefern“, so Spahn.

Die zweite Frage sei dann die Bestellung. Nachdem die EU-Kommission am Mittwochabend erklärt habe, dass sie über Sputnik V keine Verträge schließen werde wie bei anderen Impfstoffherstellern, „habe ich auch im EU-Gesundheitsministerrat für Deutschland erklärt, dass wir dann bilateral auch mit Russland reden werden, und zwar erst mal darüber, wann überhaupt welche Mengen kommen könnten“, sagte Spahn.

„Um wirklich einen Unterschied zu machen in unserer aktuellen Lage, müsste die Lieferung schon in den nächsten zwei bis vier, fünf Monaten kommen - ansonsten haben wir so oder so mehr als genug Impfstoff“, erklärte der Gesundheitsminister weiter. Er erwarte daher von Russland verbindliche Aussagen dazu, „wann welche Menge konkret nach einer Zulassung auch Deutschland erreichen könnte“.

Corona in Deutschland: Gesundheitsminister Spahn fordert härteren Lockdown

Update vom 8. April, 10.15 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat einen härteren Lockdown gefordert, um die dritte Welle der Corona-Pandemie in Deutschland zu brechen. Erst wenn die Inzidenzwerte wieder niedriger seien, könne man mit Testen und Impfen aus der Pandemie herauskommen, erklärte er am Donnerstag im WDR5-„Morgenecho“. Insbesondere die privaten Kontakte müssten dafür zunächst weiter reduziert werden.

Spahn forderte daher nächtliche Ausgangsbeschränkungen in Regionen mit einer 7-Tage-Inzidenz über 100, um abendliche private Treffen einzudämmen. „Gerade die privaten Kontakte - nicht nur, aber auch am Abend - führen eben zu Infektionen“, so der Gesundheitsminister. Der zweite wichtige Bereich seien Schulen und Kitas. Es sei wichtig, „in den Schulen sehr konsequent mindestens zweimal die Woche zu testen“, sagte Spahn. Auch in Betrieben, in denen kein Homeoffice möglich sei, müsse „mindestens zweimal die Woche ein Testangebot her“.

Testgestützte Öffnungen einzelner Bereiche, beispielsweise des Einzelhandels oder der Außengastronomie, hält der Bundesgesundheitsminister erst bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz unter 100 für sinnvoll. „Idealerweise“ solle es ein bundeseinheitliches Vorgehen geben, so Spahn. In den vergangenen Monaten sei es ein Problem gewesen, „dass Bund und Länder sich einigen auf etwas, und schon wenige Tage später es eben nicht mehr bundeseinheitlich umgesetzt wird, sondern es Ausnahmen und andere Regeln gibt“, kritisierte der CDU-Politiker.

Corona in Deutschland: RKI meldet mehr als 20.000 Neuinfektionen

Update vom 8. April, 6.08 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 20.407 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind 3.893 weniger als vergangene Woche. Zudem wurden weitere 306 Todesfälle (Vorwoche: 201 Todesfälle) verzeichnet. Das geht aus den Daten des RKI am Donnerstagfrüh hervor. Gleichzeitig geht das RKI davon aus, dass über die Osterfeiertage weniger Menschen auf Corona getestet wurden und nicht alle Gesundheitsämter in diesen Tagen Daten übermittelt hätten. Die 7-Tage-Inzidenz ist weiter gesunken und liegt am Donnerstag laut RKI bei 105,7 (Vortag: 110,1).

Donnerstag - 8. April 2021Donnerstag - 1. April 2021
Corona-Neuinfektionen in Deutschland20.407 Corona-Neuinfektionen24.300 Corona-Neuinfektionen
Todesfälle in Verbindung mit Sars-CoV-2306 weitere Todesfälle201 Todesfälle

Vollständig Geimpfte müssen weiter Abstand halten

Update vom 7. April, 22.15 Uhr: Wer den vollen Corona-Impfschutz hat, soll künftig voraussichtlich im Alltag und bei Reisen weitgehend auf Corona-Tests verzichten können. Personen mit vollständigem Impfschutz könnten laut einer Empfehlung des Bundesgesundheitsministeriums, die der dpa vorliegt, so behandelt werden wie Menschen, die über ein tagesaktuell negatives Testergebnis verfügen. Das Ministerium stellte die Empfehlungen am Mittwoch den Gesundheitsminister:innen der Länder vor. Das Thema solle bei der Ministerpräsidentenkonferenz in der kommenden Woche auf der Tagesordnung stehen, hieß es.

In beiden Fällen - negativ getestet oder vollständig geimpft - sei von einem „deutlich reduzierten Ansteckungsrisiko“ auszugehen. „Die Impfung oder der tagesaktuelle Test geben zusätzliche, aber keine hundertprozentige Sicherheit“, so die Empfehlung des Bundes an die Länder. Geimpfte und negativ Getestete müssten daher auch weiter Abstand halten, Hygieneregeln beachten und Masken tragen. Eine Sprecherin von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) betonte, „dass es nicht um Privilegien oder Vorrechte geht, sondern darum, dass vollständig Geimpfte so behandelt werden wie negativ Getestete.“

Derzeit sind erst 5,6 Prozent der Menschen in Deutschland voll gegen das Coronavirus geimpft. 13 Prozent haben nach Angaben vom Mittwoch mindestens eine Erstimpfung. Insgesamt wurden bislang 15,4 Millionen Impfdosen verabreicht. Im zweiten Quartal sollen insgesamt 70 Millionen Dosen in Deutschland ausgeliefert werden.

Corona in Deutschland: RKI-Zahlen deutlich niedriger als in der Vorwoche

Erstmeldung vom 7. April: Berlin - Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat an diesem Mittwoch deutlich niedrigere Corona-Zahlen gemeldet als noch vor einer Woche: Am 31. März wurden 17.051 Corona-Neuinfektionen verzeichnet, am 7. April waren es lediglich 9677 neue Corona-Fälle. Das hängt wohl zu einem großen Teil mit den Oster-Feiertagen zusammen.

Nach RKI-Annahmen werden derzeit aufgrund von Urlaub und geschlossenen Praxen gegebenenfalls noch etwas weniger Corona-Tests* als vor den Ferien durchgeführt. Das RKI geht daher davon aus, dass die Testhäufigkeit erst nach den Osterferien, also in den meisten Bundesländern nach dem kommenden Wochenende, wieder auf einem mit den Vorwochen vergleichbaren Niveau liegen wird.

Corona in Deutschland: Anstieg der Fallzahlen bei Kindern und Jugendlichen laut RKI „besonders stark“

Sorgen bereitet dem RKI die zunehmende Ausbreitung des Coronavirus* bei Kindern und Jugendlichen. „Die COVID-19-Fallzahlen stiegen in den letzten Wochen in allen Altersgruppen wieder an, besonders stark jedoch bei Kindern und Jugendlichen, von denen auch zunehmend Übertragungen und Ausbruchsgeschehen ausgehen“, heißt es im aktuellen Lage- und Situationsbericht des RKI vom Mittwoch. Schulen und Kitas sind demnach zunehmend von Corona-Ausbrüchen betroffen.

„Um einen möglichst kontinuierlichen Betrieb von Kitas und Schulen gewährleisten zu können, erfordert die aktuelle Situation den Einsatz aller organisatorischer und individueller Maßnahmen zur Infektionsprävention“, lautet die Empfehlung des RKI. Der Eintrag von Sars-CoV-2* in die Einrichtungen müsse möglichst verhindert werden. Daher werden Familien und Beschäftigte weiterhin dazu aufgerufen, ihr Infektionsrisiko zu minimieren, sowie die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten.

Das RKI um Präsident Lothar Wieler (l.) sieht in den vergangenen Wochen einen „besonders starken“ Anstieg der Corona-Fallzahlen bei Kindern und Jugendlichen. (Archivbild)

Corona in Deutschland: „Schulschließungen sollten wirklich die letzte Option sein“

Kinder- und Jugendärzte plädieren dafür, Schulen und Kitas so lange wie möglich offen zu halten. „Schulschließungen sollten wirklich die letzte Option sein“, sagte die Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Ingeborg Krägeloh-Mann, der dpa.

Die aktuell stärker steigenden Zahlen bei den erfassten Corona-Fällen in dieser Altersgruppe gehen nach Meinung von Krägeloh-Mann auf eine erhöhte Anzahl an Corona-Tests zurück. Dadurch würden im Vergleich zu früher mehr Fälle aus der Dunkelziffer erfasst. Insbesondere kleinere Kinder seien wahrscheinlich noch weniger am Infektionsgeschehen beteiligt „und mehr auf Präsenzunterricht angewiesen“, erklärte die Medizinprofessorin.

Corona in Deutschland: Bayern führt Testpflicht für Schüler ein

Generell müsse bei Schulschließungen der Nutzen mit den möglichen Schäden abgewogen werden, forderte Krägeloh-Mann. Zudem hätten Studien gezeigt, dass der Anteil an Kindern etwa mit depressiven Verstimmungen oder psychosomatischen Störungen im Lockdown zugenommen habe.

„Wir sehen, dass die Schulen ein sehr intensiver Teil des pandemischen Geschehens sind“, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch. Deshalb gelte in Bayern künftig für die Teilnahme am Präsenzunterricht eine Testpflicht für Schüler und Lehrkräfte - unabhängig vom Inzidenzwert. (ph/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Fabian Strauch/dpa

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