Deutsche Bahn: ICE-Züge “reihenweise kaputtgegangen“

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Der Ausfall von jedem zweiten ICE auf der Strecke Berlin-Leipzig-Nürnberg-München war am Leipziger Hauptbahnhof für viele Reisende eine Überraschung.

Berlin - Nach der Streichung von ICEs auf der Strecke München-Berlin hat die Deutsche Bahn zugegeben, dass ihre Züge bei kaltem Wetter technische Probleme bekommen. Züge seien “reihenweise kaputtgegangen“.

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Jeder zweite ICE Berlin-München fällt aus

“Die Fahrzeuge sind nicht so gebaut, dass sie diesen sibirischen Temperaturen standhalten“, sagte der für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zuständigeSprecher, Jörg Böhnisch, im Mitteldeutschen Rundfunk. In den vergangenen Tagen seien Züge “reihenweise kaputtgegangen“, weil trockener Pulverschnee “durch die Lüftungsgitter in die Fahrzeuge flutscht und dabei die elektrischen Bauteile in Mitleidenschaft ziehen kann“. Auf der Verbindung Berlin- München fällt seit Mittwoch und noch bis Sonntag jeder zweite ICE aus.

Bahn: ICE grundsätzlich wintertauglich

Die Deutsche Bahn hält ihre ICE-Hochgeschwindigkeitszüge dennoch grundsätzlich für wintertauglich. Anderen Darstellungen widerspreche das Unternehmen ausdrücklich, stellte ein Konzernsprecher in Berlin fest. Die aktuellen Ausfälle beträfen ausschließlich die ICE T auf der Strecke Berlin-Leipzig-München.

“Die witterungsbedingten Fahrzeugengpässe wirken sich bei dieser Baureihe so gravierend aus, weil die Ultraschalluntersuchungen der Achsen nach wie vor zehnmal häufiger durchgeführt werden als vorher und deshalb weniger Reservezüge zur Verfügung stehen als üblich.“ Von den mehr als 1400 Fernverbindungen täglich fielen derzeit nur etwa 20 aus, das heißt über 98 Prozent des Fernverkehrs der Bahn laufe störungsfrei, betonte der Sprecher.

Erklärung für ICE-Ausfälle nicht überzeugend

Mangelnde Transparenz kritisiert der Fahrgastverband “Pro Bahn“ Bayern im Umgang der Bahn mit ICE- Ausfällen zwischen München und Berlin: Warum derzeit nur jeder zweite ICE verkehre, habe die Bahn bislang nicht überzeugend erklärt. “Das Verständnis bei den Fahrgästen wäre größer, wenn die Probleme nachvollziehbar dargestellt würden“, sagte Sprecher Andreas Barth am Mittwoch. Die Aussage eines Bahnsprechers, jeder Frost sei anders, reiche nicht aus: “Der Frost auf dem Weg von der Wohnung zum Bahnhof ist auch jedes Jahr anders, trotzdem wird immer gestreut.“

Er wünsche sich stattdessen eine technisch genaue Erklärung. Bereits jetzt sei absehbar, dass bald eine Welle von Beschwerden bei “Pro Bahn“ eingehen werde. “Schon im vergangenen Jahr waren die Züge voll“, sagt Barth, “das wird durch die Ausfälle nicht besser.“

dpa

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