Daimler: "Hitlers Auto gab es so nicht"

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Der Autohändler Michael Fröhlich will „Hitlers Auto“ gefunden haben.

Bielefeld/Stuttgart - In der Debatte um Adolf Hitlers Autos treten Daimler und ein Oldtimerhändler auf die Bremse. “Hitlers Auto gab es so nicht“, sagte Josef Ernst von der Traditionsabteilung bei Daimler.

Der Händler aus Westfalen hatte einen Wagen vom Typ 770 K angeboten, der als Hitlers Auto Aufsehen erregte - solche Fahrzeuge wurden Daimler zufolge immer von der Reichskanzlei für den Fuhrpark geordert. “Wer wann damit gefahren ist, lässt sich kaum noch feststellen“, erklärte Ernst. Der Händler sagte, diese und weitere Wagen gleichen Typs hätten jahrelang in einem Museum in Las Vegas gestanden. Von einer Entdeckung könne keine Rede sein.

Vorerst habe sein Auftraggeber den Verkauf gestoppt. Der Düsseldorfer Autohändler Michael Fröhlich hatte das seltene Fahrzeug zuvor als Ergebnis langer Recherchen präsentiert. Ein Millionär habe ihn mit der Suche beauftragt. Nach Angaben von Ernst wurden zwischen 1938 und 1943 genau 88 Exemplare des 770 K der Baureihe W-150 gebaut. Der 7,7-Liter-Motor mit acht Zylindern hatte mit Kompressor 230 PS. Der Tank fasst 195 Liter. Die brauchte er auch. Das Auto wog gepanzert bis zu 4,8 Tonnen und verbrauchte 40 Liter auf 100 Kilometer. Als Schwergewicht kam er so nur auf eine Höchstgeschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde. “Bei solchen Wagen geht es oft um Devotionalienhandel“, warnte Ernst.

Hitler hatte nicht mal einen Fuhrpark

Der Händler aus Oerlinghausen bei Bielefeld bedauerte, dass sensationsheischend über das Auto aus dem Fuhrpark des Diktators berichtet werde. Er sei sehr überrascht von Fröhlichs Aktion gewesen. “Hitler, der nicht einmal einen Führerschein hatte, hat in vielen Autos gesessen, vielleicht auch in diesem“, sagte der Anbieter. Für ihn sei aber die Frage gewesen: “Wie geht man mit so einem Auto um?“ Schließlich stehe der 770 K für deutsche Geschichte.

“Ich habe kein Interesse, ein solches Auto irgendeinem Nazi zu verkaufen.“ Über derartige Autos könne man vielmehr Menschen erreichen, Geschichte vermitteln. “Ich würde das Auto am liebsten im Daimler- Benz-Museum sehen, damit niemand einen heiligen Gral daraus macht.“ Die Stuttgarter winkten aber ab. Sowohl im Museum als auch in der Sammlung gebe es bereits je einen 770 K.

dpa

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