Corona-Pandemie

Inzidenz in Dänemark explodiert: Liegt‘s am Suff beim Trink-Europameister

Inzidenzwert in Dänemark steigt und Teile des Landes sind als Corona-Risikogebiet eingestuft. Liegt es am Saufen der Dänen als Europameister im Trinken?

Hamburg/Kopenhagen – Seit dem 18. Juli 2021 gibt‘s neue Corona-Risikogebiete. Die Niederlande sind ebenso dabei wie Griechenland. Das hat das Robert Koch-Institut (RKI) vermeldet. Das Auswärtige Amt rät von touristischen Reisen dorthin ab. In den Niederlanden ist die Corona-Inzidenz auf dem Höhenflug. Die Deltavariante für eine explosionsartige Zunahme gesorgt. Nach der Rücknahme fast aller Beschränkungen stiegen die Neuinfektionen um 500 Prozent.

Ähnlich in Griechenland: Hier gelten inzwischen sogar Einschränkungen der Rechte für Ungeimpfte. Auch auf Urlauber kommen Verschärfungen zu, berichtet merkur.de

An der Seite beider Länder gibt‘s noch ein neues Risikogebiet: Dänemark ist mit zwei Regionen dabei. Für Urlauber – zum Beispiel aus der Hansestadt Hamburg* – gelten neue Regeln. Ist der Suff der Dänen schuld an der Inzidenz-Explosion?

Land:Dänemark
Hauptstadt:Kopenhagen
Bevölkerung:5,806 Millionen (Stand: 2019)
Staatsoberhaupt:Königin Margrethe II.
Regierungschefin:Ministerpräsidentin Mette Frederiksen

Inzidenz in Dänemark: Zwei Regionen sind schon Risikogebiet – doch es wird fröhlich gesoffen und weitergefeiert

Wohin man auch blickt: Es ist überall das gleiche Bild. Sobald die Beschränkungen weniger werden oder sogar komplett wegfallen, wächst die Menge der Menschen, die es einfach nicht mehr aushalten. Die raus wollen. Den Sommer genießen. Feiern. Es sich einfach mal wieder gut gehen lassen nach Monaten der Entbehrung. Die Angst vor dem Coronavirus – sie wird weniger. Das Risiko einer (Neu-)Infektion – allenfalls noch klein im Hinterkopf.

Der Inzidenzwert in Dänemark explodiert – ist der Hang des skandinavischen Volkes zu Suff und Feiern der Auslöser? (ZR Nord-Montage)

In Spanien hat als Konsequenz daraus die Stadt Barcelona Strände und Bars geschlossen. Vor allem bei jungen Menschen steigt die Inzidenz in Spanien auf dramatische Werte. Schnell wird das Virus weitergetragen. Zum Beispiel, wenn Urlauber in ihr Heimatland zurückkehren. So wie bei einem Hamburger, der nach seiner Spanien-Rückkehrer in der Stadt feiern ging*. Das Ergebnis: 130 Menschen, die Kontakt zu ihm hatten, müssen in Quarantäne. Welches Dokument Urlauber bei der Einreise nach Kroatien brauchen, verrät merkur.de

Inzidenzwert Dänemark: Großereignisse wie die EM 2021 begünstigen Neuinfektionen – auch weil die Dänen Suff-Europameister sind

Großereignisse wie die EM 2021, bei dem in den einzelnen Ländern die Fans daheim dicht an dicht sitzen und ihre Teams anfeuern, tun ihr Übriges. So eben auch in Dänemark, wo die Anhänger der Nationalmannschaft schon im ersten Spiel des Turniers gegen Finnland den Schock-Moment um ihren Spieler Christian Eriksen erlebten. „Aus der Sicht des Virus“, sagt der Kopenhagener Pandemieforscher Viggo Andreassen laut Süddeutscher Zeitung, „hätte man die EM nicht besser organisieren können.“

Aus der Sicht des Virus hätte man die EM nicht besser organisieren können.

Viggo Andreasen, Pandemieforscher aus Kopenhagen

Doch die Menschen in dem skandinavischen Land brauchen nicht einmal unbedingt diese EM 2021, um sich dem Suff hinzugeben. Und damit die Angst vorm Coronavirus fallen zu lassen. Nach einem Bericht der EU-Kommission von Anfang 2020 trinken die Menschen in keinem anderen EU-Land so exzessiv wie in Dänemark. 37 Prozent der erwachsenen Dänen gaben in einer Untersuchung an, „regelmäßig hohen Alkoholkonsum zu haben“, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Zum Vergleich: im EU-Durchschnitt waren es 20 Prozent.

Inzidenz in Dänemark: Alkoholkonsum zu gesellschaftlich etabliert für strengere Regeln

Doch auch die dänischen Jugendlichen lieben den Suff: Bier und Wein darf jeder 16-Jährige kaufen, die harten Sachen gibt es ab 18. „Die Chance, dass du als unter 16-Jähriger kontrolliert wirst, ist praktisch null“, sagt Chris Lykkegaard von der Organisation „Alkohol&Samfund“ (Alkohol und Gesellschaft) in der SZ und ergänzt: „Alkohol ist so institutionalisiert in Dänemark, politisch ist da leider nichts zu machen. Die Politiker haben zu viel Schiss davor.“ Und so wird es in Dänemark nicht nur in den beiden betroffenen Regionen – Hovedstadt mit der Hauptstadt Kopenhagen sowie die Färöer Inseln – vermutlich ähnlich weitergehen wie bislang.

„Alkohol ist so institutionalisiert in Dänemark, politisch ist das leider nicht zu machen. Die Politiker haben zu viel Schiss davor.

Chris Lykkegaard (Organisation Alkohol und Gesellschaft) über strengere Alkohol-Regeln für Jugendliche

Die Folgen kann man in anderen Ländern sehen: Auf Mallorca explodiert die Inzidenz, ein Quarantänehotel ist dort hoffnungslos überfüllt. Spanien steht insgesamt kurz davor, Hochrisikogebiet zu werden, sodass potenzielle Urlauber schon die Frage beschäftigt, was für Stornierungen gilt. In Griechenland befindet sich inzwischen Mykonos im Lockdown, Corona-Infizierte müssen dort am Strand schlafen. Wahrlich wenig rosige Aussichten für Dänemark. Das lässt sich auch im Suff wohl nur schwer ertragen. * 24hamburg.de, merkur.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Gonzales Photo/imago images & Dean Pictures/imago images

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Meistgelesene Artikel

Studie: Psychisch kranke Männer fahren oft BMW und Mercedes

Studie: Psychisch kranke Männer fahren oft BMW und Mercedes

Studie: Psychisch kranke Männer fahren oft BMW und Mercedes
Inzidenz in Großbritannien explodiert – Delta-Variante schwappt nach Europa

Inzidenz in Großbritannien explodiert – Delta-Variante schwappt nach Europa

Inzidenz in Großbritannien explodiert – Delta-Variante schwappt nach Europa
DWD mit schwerer Gewitter-Warnung: Ein Gebiet besonders betroffen - Erneutes Hochwasser droht

DWD mit schwerer Gewitter-Warnung: Ein Gebiet besonders betroffen - Erneutes Hochwasser droht

DWD mit schwerer Gewitter-Warnung: Ein Gebiet besonders betroffen - Erneutes Hochwasser droht
Vogelkundler streichen rassistische Namen: Mehr als 1000 Vögel in Deutschland umbenannt

Vogelkundler streichen rassistische Namen: Mehr als 1000 Vögel in Deutschland umbenannt

Vogelkundler streichen rassistische Namen: Mehr als 1000 Vögel in Deutschland umbenannt

Kommentare