„Costa Concordia“: Weitere Leichen geborgen

Giglio - Aus dem Wrack des Kreuzfahrtschiffs „Costa Concordia“ sind laut italienischen Behörden am Montag zwei weitere Leichen geborgen worden.

Zwei weitere Leichen sind am Montag laut italienischen Behörden aus dem Wrack des Kreuzfahrtschiffs „Costa Concordia“ geborgen worden. Der Zivilschutz erklärte, die Leichen der beiden Frauen seien im Internet-Café des Schiffs entdeckt worden. Die Zahl der bestätigten Todesopfer des Unglücks steigt damit auf 15. Unter den bereits identifizierten Toten ist auch ein Mann aus Deutschland. 17 Menschen gelten offiziell als vermisst. Inzwischen gibt es jedoch Spekulationen über nicht registrierte Passagiere. Damit könnte sich die Zahl der Vermissten noch erhöhen.

Die Lage des Schiffes gilt inzwischen als stabil. Es drohe nicht mehr abzurutschen, teilte der Zivilschutz mit. Somit könne die Suche nach Vermissten fortgesetzt und auch mit der Entsorgung des Treibstoffs aus dem Schiff begonnen werden, sagte der Leiter des Zivilschutzes, Franco Gabrielli, am Montag. Die Such- und Rettungsmission werde bis zum Abschluss weiter betrieben, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Dies gelte trotz der gesundheitlichen Bedenken für die Taucher aufgrund von sich zersetzenden Nahrungsmitteln.

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Eine niederländische Spezialfirma bereitet das Abpumpen des Treibstoffs vor, um eine Umweltkatastrophe zu verhindern. Damit könne frühestens am (morgigen) Dienstag begonnen werden, hieß es. Es wurde befürchtet, dass das Abpumpen von rund 2.200 Tonnen Schweröl aus den doppelwandigen Tanks eine Gewichtsverlagerung verursachen und die „Costa Concordia“ weiter abrutschen lassen könnte. Das Schiff liegt auf einem unterseeischen Felsvorsprung, von dem es rund 30 Meter in die Tiefe geht.

Spezialisten könnten bald mit Abpumpen beginnen

Die italienischen Behörden gaben am Montag den niederländischen Spezialisten grünes Licht zum Ausbringen einer zweiten schwimmenden Ölbarriere zum Schutz vor einer möglichen Verunreinigung der Küste. Außerdem wurde ein Tankschiff angefordert, in das das Schweröl umgepumpt werden soll. Nach dem Eintreffen des Tankschiffs gebe es keine technischen Hindernisse mehr für den Beginn des Abpumpens, hieß es.

Außer dem Schweröl sind auch noch etwa 185 Tonnen Diesel und Schmierstoffe an Bord. Davon trat bereits ein Teil aus und verschmutzte die Wasseroberfläche. Aber auch Reinigungsmittel an Bord und eine große Menge Chlor könnten die Wasserqualität im Tyrrhenischen Meer gefährden. Das Gebiet um Giglio ist als Schutzgebiet für Delfine und Wale ausgewiesen und ein bevorzugtes Fischereirevier.

Die meist vom Tourismus lebenden Menschen auf Giglio drängen auf ein baldiges Abpumpen des Öls. Am Tag zehn nach dem Kentern des Schiffs sei die Wahrscheinlichkeit, noch Lebende an Bord zu finden, ohnehin gleich null, sagte der Anwohner Andrea Ginnaneschi. Von den Toten „kommt niemand mehr zurück ins Leben. Und wenn man sie später birgt, macht das keinen Unterschied“, sagte er.

dapd

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