Geordnete Situation am Samstag

Shopping in der Corona-Krise: Baumärkte in Niedersachsen wieder geöffnet

Wegen der schnellen Ausbreitung des neuartigen Coronavirus wird das öffentliche Leben in Niedersachsen weiter runtergefahren. Seit einer Allgemeinverfügung sind auch Baumärkte im Land davon betroffen, doch das wird sich am Wochenende wieder ändern.

  • Baumärkte in Niedersachsen trotz Corona für Privatpersonen wieder
  • In Bremen bleiben Baumärkte trotz des Coronavirus ohne Pause für alle geöffnet
  • Situation in Niedersachsen am Samstag grundsätzlich geordnet

Update vom 4. April, 16.25 Uhr: Zur Öffnung der Bau- und Gartenmärkte für Privatkunden nach knapp zwei Wochen haben sich am Samstag lange Schlangen vor Geschäften in Niedersachsen gebildet. Schon deutlich vor Ladenöffnung um 8 Uhr morgens hätten sich zahlreiche Menschen angestellt - allerdings Abstand gewahrt. „Es ist alles ruhig. Wir haben bisher keine Einsätze“, hieß es bei der Polizei Braunschweig. Auch in Hannover, Oldenburg und Osnabrück waren der Polizei bis zum frühen Nachmittag keine besonderen Vorkommnisse bekannt.

Wegen des erwarteten hohen Andrangs und des Risikos einer Ansteckung mit dem Coronavirus stellten viele Märkte Regeln auf. Es gilt: Maximal ein Kunde auf durchschnittlich zehn Quadratmetern. Vor einem Geschäft in Osnabrück kontrollierten Sicherheitskräfte den Eingangsbereich und ließen Kunden nur nacheinander mit vorher desinfizierten Einkaufswagen eintreten. In weitem Abstand voneinander reihten sich die Kunden zum Teil mit Mundschutz zwischen Absperrzäunen auf dem Parkplatz.

Bislang hatten wegen der Corona-Schutzmaßnahmen nur Gewerbetreibende in den Baumärkten einkaufen dürfen. Dies änderte sich mit einer am Samstag in Kraft getreten Verordnung.

Shopping-Wanderung nach Bremen, NRW und die Niederlande verhindern

Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) rechtfertigte die Lockerung: „Die Ströme in die Bau- und Gartenmärkte in den Nachbarländern von Niedersachsen waren wirklich so groß, dass beispielsweise auch die Niederländer sich bei uns gemeldet haben und ganz eindeutig darum gebeten haben, dass wir hier Maßnahmen ergreifen“, sagte die Ministerin im Gespräch mit Hörern des Radiosenders NDR 1 Niedersachsen. Dass Bau- und Gartenmärkte wieder öffnen dürften, Spielplätze und Waschstraßen hingegen nicht, kritisierten einige der Anrufer.

Mit der Maßnahme wird laut Reimann der Einkaufstourismus nach Nordrhein-Westfalen, Bremen oder die Niederlande eingedämmt. „Dadurch verringern wir auch das Risiko, dass das Virus aus Regionen mit vielen Infektionen nach Niedersachsen eingetragen wird.“

Update vom 2. April, 8.10 Uhr: Die Baumärkte und Gartencenter in Niedersachsen dürfen ab Samstag wieder ihre Türen für Privatkunden öffnen. „Wir werden zum Wochenende auch wieder eine Öffnung für Baumärkte und Gartencenter in Niedersachsen vorsehen“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Mittwoch. Damit passe sich Niedersachsen an die Lage in anderen Bundesländern an.

Ab Samstag dürfen dann nicht mehr nur Gewerbetreibende oder Handwerker in die Baumärkte, sondern auch Privatleute. Weil begründete den Schritt damit, dass die unterschiedlichen Regelungen zwischen den Bundesländern „unerwünschte Wanderungsbewegungen“ ausgelöst hätten. Er betonte aber auch: „Das ist alles andere als ein Lockerungssignal.“ Vielmehr solle mit der Änderung vermieden werden, dass wegen des Grenzverkehrs andernorts das Risiko für Infektionen steigt.

Update, 31. März: Während in Niedersachsen die Baumärkte wegen der Ausbreitung der Corona-Epidemie weiter für Privatkunden geschlossen bleiben, sind die Märkte im Land Bremen noch immer geöffnet. Unser Reporter hat beobachtet, wie Baumarkt-Touristen aus Niedersachsen deshalb in die Hansestadt strömen.

Corona-Krise in Niedersachsen: Baumärkte teilweise geschlossen

Erstmeldung, 23. März: Hannover - Baumärkte dürfen dem Niedersächsischen Gesundheitsministerium zufolge ihre Waren während der Corona-Krise seit Montag ausschließlich an gewerbliche Kunden abgeben. Kunden müssen nun nachweisen, dass sie ein entsprechendes Gewerbe führen. Für Bremen gilt diese Regelung trotz Corona-Krise nicht, dort gelten andere Corona-Vorgaben.

Die ersten Baumarkt-Ketten reagierten auf diese Maßnahme bereits. „Toom“ veröffentlichte ein Statement, in dem auf den Online-Shop hingewiesen wurde. Dieser stünde auch in der Corona-Krise nach wie vor allen Kunden zur Verfügung, es müsse jedoch vereinzelt mit Lieferverzögerungen gerechnet werden.

Corona: Hörgeräteakustiker und Optiker bleiben geöffnet

Über die Baumärkte hinaus sind seit Montag alle nicht dringend notwendigen Dienstleistungen, bei denen der Mindestabstand von 1,5 Metern von Mensch zu Mensch nicht eingehalten werden kann, wegen Corona untersagt. Diese Regelung gilt für Frisöre, Tattoostudios, Nagelstudios, Kosmetikstudios und Physiotherapeuten - es sei denn, eine Behandlung ist durch ärztliche Bescheinigung als unaufschiebbar erklärt - sowie für Fahrschulen und anerkannte Aus- und Weiterbildungsstätten. Hörgeräteakustiker und Optiker haben hingegen trotz der Corona-Krise in Niedersachsen weiterhin geöffnet.

In Niedersachsen dürfen Privatpersonen aktuell nicht in Baumärkten einkaufen.

Betreiber von Restaurants, die einen Außer-Haus-Verkauf anbieten, sind dazu verpflichtet, sicherzustellen, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen zwei Personen gewährleistet ist. Auf Wochenmärkten sind wegen Corona nur Verkaufsstände für Lebensmittel erlaubt.

In Bremen gelten andere Corona-Regelungen

In Bremen sind die Maßnahmen gegen das Coronavirus auch mit Blick auf Baumärkte etwas abweichend. Dort sind aktuell noch der Einzelhandel für Lebensmittel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Kioske, Banken und Sparkassen, Poststellen, Reinigungen, Waschsalons, der Zeitungsverkauf, Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte und der Großhandel geöffnet. Natürlich müssen die Betreiber auch hier Maßnahmen gegen das Virus ergreifen, damit die gesteigerten hygienischen Anforderungen und die Vermeidung von Warteschlangen in Zeiten von Corona sichergestellt sind.

Handwerker oder Dienstleister mit individuellem Kundenverkehr können in beiden Ländern weiterhin ihrer Arbeit nachgehen. Bei der Möglichkeit zu Einzelterminen ist das auch in den Räumen des Anbieters möglich, wenn der Anbieter gewährleisten kann, dass es durch organisierte Terminvergabe zu keinen Ansammlungen von Menschen in dessen Räumen oder vor dessen Tür kommt.

Alle Maßnahmen gegen das Coronavirus können nach Bedarf vom jeweiligen Ministerium des Landes verändert und angepasst werden.

In Bayern haben Baumärkte für Privatkunden geschlossen. Das sorgt für einen Ansturm* auf Baumärkte in Hessen. 

*fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Rubriklistenbild: © pixabay

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