Kampf gegen Corona

Biontech-Impfstoff auch nach drei Dosen noch gegen Omikron effektiv

Die Corona-Variante ist Omikron ist auf dem Vormarsch. Erste Fälle in Deutschland wurden bereits gemeldet. Biontech arbeitet an einem Impfstoff – und verspricht Großes.

Mainz – Erste Versuche im Zusammenhang mit der Corona-Variante Omikron haben ergeben, dass der Schutz für bereits zweifach Geimpfte teilweise extrem abfällt. Doch hat Biontech angekündigt, einen speziellen Impfstoff genau hierfür zu entwickeln. Das Unternehmen mit Sitz in Mainz zeigt sich schon zuversichtlich, dass der Schutz der Impfung gegen Omikron langfristig gegeben sein soll.

Unternehmen:Biontech
Gründung:2008
CEO:Uğur Şahin (2008–)
Hauptsitz:Deutschland
Gründer:Uğur Şahin, Özlem Türeci, Christoph Huber
Tochtergesellschaften:BioNTech Innovative Manufacturing Services GmbH u.v.m.

Biontech arbeitet an Impfstoff gegen Omikron: Impfschutz gegen Corona-Variante soll auch nach Booster-Impfung anhalten

Das hätten Studiendaten ergeben, die sich explizit auf den Covid-19-Impfstoff von Biontech und Pfizer beziehen. Nach der Booster-Impfung, also nach drei Dosen, sei dieser Biontech-Impfstoff immer noch gegen die neue Corona-Variante Omikron effektiv. Doch wie der „Tagesspiegel“ berichtet, gehen die Unternehmen nach zwei Dosen schon von einer geringeren Wirksamkeit aus.

Vorläufige Laborstudien würden zeigen, dass zwei Dosen deutlich geringere Neutralisierungstiter gegen Omikron* aufweisen. Doch könne eine zweifache Impfung vermutlich immer noch gegen eine schwere Erkrankung schützen. Drei Dosen vom Impfstoff wiederum konnten die Variante neutralisieren, heißt es von Unternehmensseite.

Das Unternehmen Biontech arbeitet an einem Impfstoff gegen die Corona-Variante Omikron. Doch wie ist es um die Wirksamkeit bestellt? (Symbolbild)

Zudem hätten die Daten gezeigt, dass eine Booster-Impfung die neutralisierenden Antikörpertiter im Vergleich zu zwei Dosen um das 25-fache erhöhe. Zum Hintergrund: Biontech und Pfizer arbeiteten schon an einem Varianten-spezifischen Impfstoff gegen Omikron. Das Unternehmen selbst geht davon aus, dass dieser bis Ende März 2022 bereit steht.

Aggressive Corona-Mutante: Omikron hält Wissenschaftler trotz Auffrischungsimpfung in Alarmbereitschaft

„Diese ersten Daten lassen darauf schließen, dass eine Auffrischungsimpfung immer noch einen ausreichenden Schutz gegen eine durch die Omikron-Variante* ausgelöste Erkrankung jeglicher Schwere bieten kann“, heißt es von Biontech-Chef Ugur Sahin. „Großflächige Impf- und Auffrischungskampagnen auf der ganzen Welt könnten uns dabei helfen, Menschen weltweit besser zu schützen und durch den Winter zu kommen“, fügt Sahin an.

Dies erscheint auch zwingend notwendig zu sein. Denn die Corona-Variante, die erstmals in Südafrika entdeckt wurde und sich weltweit ausbreitet, gilt als besonders aggressiv. Vor allem die hohe Zahl der Mutationen am Spike-Protein des Virus sorgen für Alarmbereitschaft unter Wissenschaftlern.

Derweil haben erste Studien aus Südafrika und Deutschland zum Immunschutz gegen die Omikron-Variante eine rund 40-fach reduzierte neutralisierende Wirkung von Antikörpern nachgewiesen. Im Vergleich zu einem früheren Corona-Stamm hätte die Neutralisierung von Omikron „sehr stark abgenommen“, sagt Alex Sigal, Professor am Africa Health Research Institute (AHRI).

Hebelt Omikron den Schutz von Impfstoffen komplett aus? WHO-Experte hält es bei der Corona-Variante B.1.1.529 für „höchst unwahrscheinlich“

Doch gibt es generell noch eine Vielzahl an Fragen, die sich auf die Corona-Variante Omikron beziehen und bislang nicht beantwortet werden konnten. Beispielsweise, ob die Infektion nach einer zweifachen Impfung häufiger schwere Krankheitsverläufe auslösen kann*. Hierzu gibt es bis dato zumindest verschiedene Einschätzungen gegenüber der Corona-Variante B.1.1.529.

Michael Ryan, Leiter der WHO-Notfallabteilung, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass er es für „höchst unwahrscheinlich“ halte, dass Omikron den Schutz von Impfstoffen komplett aushebeln könnte. Dazu Ryan weiter:

Wir haben hochwirksame Impfstoffe, die sich bisher gegen alle Varianten als wirksam erwiesen haben, was schwere Erkrankungen und Krankenhausaufenthalte angeht.

Michael Ryan, Leiter der WHO-Notfallabteilung, spricht über die Corona-Variante Omikron

Doppelter Impfschutz reicht bei Omikron nicht aus: Virologe Christian Drosten plädiert für Booster-Impfungen gegen Corona-Mutante B.1.1.529

Doch auch in Deutschland haben sich bereits Experten rund um die Omikron-Variante und den damit verbundenen Risiken der Corona-Mutante B.1.1.529 geäußert. Eine dieser Personen ist Sandra Ciesek, Virologin am Universitätsklinikum Frankfurt am Main, die auf Twitter Stellung bezieht. Es geht hierbei konkret um den Vergleich der Wirksamkeit verschiedenster Impfstoffe bei der Delta-Variante* und Omikron. Untersucht wurden die Impfstoffe von Biontech, Moderna sowie AstraZeneca.

Die Daten bestärken, dass die Entwicklung eines an Omikron angepassten Impfstoffs sinnvoll ist.

Sandra Ciesek, Virologin am Universitätsklinikum Frankfurt am Main, spricht über die Omikron-Variante

Und auch Christian Drosten, Virologe an der Berliner Charité, äußert sich zum Aufkommen der Corona-Variante und bezieht sich direkt auf den Tweet von Ciesek. Drosten zufolge würde es durch das Auftreten von Omikron für zweimal Geimpfte nicht gut aussehen*– und eine dritte Impfdosis sei zwingend unumgänglich.

Medikament gegen Corona: Roche setzt auf Roactemra zur Behandlung von Covid-19-Patienten

Indes ist ein weiteres Medikament gegen Corona im Gespräch. Denn das Pharmaunternehmen Roche hat die EU-Zulassung für sein Medikament Roactemra bei Covid-19 erhalten. Dies ist das vierte in der EU zugelassene Covid-Medikament, das künftig auch zur Behandlung von Covid-19-Patienten eingesetzt werden soll.

Bei der Behandlung mit Roactemra geht es konkret um Corona-Patienten mit einem schweren Verlauf, die eine systemische Behandlung mit bestimmten Hormonen (Kortikosteroiden) erhalten und zusätzlichen Sauerstoff oder mechanische Beatmung benötigen. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Laci Perenyi/imago images

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