Nach langer Debatte

Corona-Tests kosten für Ungeimpfte bald Geld – doch es gibt Ausnahmen

Wer sich nicht impfen lässt, muss seinen Corona-Test zukünftig selbst zahlen. Nach langer Diskussion steht diese Entscheidung fest. Aber was bedeutet sie?

Dortmund – Eine schwere, vierte Corona*-Welle zu verhindern scheint gerade ein Hauptbestreben im Kampf gegen die Pandemie zu sein. Wer sich nicht impfen lässt, muss daher im Herbst mit mehr Testpflichten rechnen – und die Tests ab dem 11. Oktober auch selbst bezahlen, wie RUHR24* berichtet.

NameCoronavirus, Covid-19
ErregerSars-CoV-2
Symptome (unter anderem)Fieber, trockener Husten, Müdigkeit

Corona: Kostenlose Schnelltests enden ab Oktober – Bürger sollen sich impfen lassen

Denn das vom Bund finanzierte Angebot der kostenlosen Schnelltests für Bürger endet am 10. Oktober 2021. Darauf haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten während des Corona-Gipfels* verständigt.

Dabei steht vor allem ein Ziel im Fokus: möglichst schnell mehr Menschen für Impfungen zu gewinnen und so einen weiteren Lockdown abzuwenden. „Wer nicht geimpft ist, muss sich absehbar regelmäßig testen lassen, wenn er in Innenräumen mit anderen Menschen zusammentrifft“, heißt es im Beschluss der Bund-Länder-Runde.

Nach langer Debatte: Corona-Schnelltests müssen selbst gezahlt werden

Die Länder müssen die Beschlüsse nun in ihre jeweilige Coronaschutzverordnung aufnehmen. In Nordrhein-Westfalen soll das bis zum 23. August passieren, wie Ministerpräsident Armin Laschet* (CDU) nach dem Corona-Gipfel verkündete. Zu Details könne man jetzt noch nichts sagen. „Wie das in der neuen Verordnung geregelt wird, werden wir vorstellen, wenn es soweit ist.“

Ein weiterer Lockdown soll in jedem Fall verhindert werden, sagte Laschet. „Wir werden mehr testen, statt zu schließen. Es wird keinen weiteren Lockdown geben, sondern mehr Testpflichten für Ungeimpfte. Bei längeren Zusammenkünften im Innenraum muss klar sein, dass alle geimpft, genesen oder getestet sind. Das Testerfordernis ist auch ein wichtiger Anreiz für Impfungen.“

Gratis sollen die Corona-Schnelltests ab dem 11. Oktober nur noch für jene sein, die sich nicht impfen lassen können. Das betrifft beispielsweise Personen, für die es aktuell noch keine allgemeine Impfempfehlung gibt, wie Schwangere oder Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Corona-Schnelltests: So viel könnten sie Selbstzahler in Zukunft kosten

Die lange Vorlaufzeit bis zum Ende der kostenlosen Schnelltests scheint nicht zufällig gewählt zu sein. „Dann hat ab jetzt jeder acht Wochen Zeit, sich impfen zu lassen“, erklärter der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Michael Müller (SPD).

Grundsätzlich sei genug Impfstoff da, betonte auch Laschet: „Wir haben genug Impfstoff. Wir müssen dafür werben, dass geimpft wird. Wir sind im europäischen Vergleich nicht mehr Spitze. Bund, Länder und Kommunen müssen für niedrigschwellige Impfangebote sorgen. Ich bitte auch alle Bürger, in ihrem privaten Umfeld zu werben.“

Aber wie teuer kann sein Selbsttest für Ungeimpfte in Zukunft werden? Der Bund finanziert seit März mindestens einen Schnelltest pro Woche für alle Bürger. Das hat laut dpa schon mehr als drei Milliarden Euro gekostet. Künftig soll ein „angemessener Preis“ selbst zu zahlen sein, hatte die Regierung erklärt. Zur Orientierung: Für Testanbieter wurde die Vergütung zum 1. Juli auf 11,50 Euro für Materialkosten und die Testdurchführung gesenkt.*RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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