Deutlich gesunken dank Testungen

Corona-Studie zeigt: So hoch war die Dunkelziffer zu Beginn der Pandemie

Eine Studie zeigt, dass die Dunkelziffer der Corona-Infektionen deutlich abgenommen hat. Zu Beginn der Pandemie dürften die Infektionszahlen weitaus höher gewesen sein als bisher bekannt.

Lübeck - Wie hoch ist die Dunkelziffer der Corona-Infektionen und wie verbreitet sich das Virus? Die Fragen standen im Mittelpunkt einer Studie der Universität Lübeck. Dafür hat ein Forschungsteam das Auftreten von Infektionen bei mehr als 3.000 Lübeckern über den Zeitraum von mehr als einem Jahr untersucht. Die ELISA-Studie (Lübecker Längsschnittuntersuchung zu Infektionen mit SARS-Co-V-2) startete im März 2020.

Eines der zentralen Ergebnisse: Seit Beginn der Untersuchung ist die Dunkelziffer der Corona-Infektionen von anfangs 90 Prozent im Mai 2020 auf nun 30 Prozent gesunken. Das heißt, dass vor einem Jahr nur rund 10 Prozent der Infektionen durch einen PCR-Test auch entdeckt wurden und in die Statistik eingingen. Heute werden hingegen etwa sieben von zehn Infektionen entdeckt. Das bedeutet aber auch, dass die Zahl der Infektionen zu Beginn der Pandemie etwa zehnmal höher gewesen sein dürfte, als zu diesem Zeitpunkt bekannt war. Die stark gesunkene Dunkelziffer sei auf die vermehrte Testung zurückzuführen.

Gründung der Universität zu Lübeck:1964
Bundesland:Schleswig-Holstein
Präsidentin:Gabriele Gillessen-Kaesbach
Jahresetat:90,6 Mio. € (2020)

Von den Ergebnissen ausgehend schätzt die Forschungsgruppe es als vertretbar ein, bei niedrigen Fallzahlen Beschränkungen zu lockern*. Allerdings sei es umgekehrt notwendig bei Anstieg der Zahlen schnell und konsequent zu handeln.

Corona-Studie: Teilnehmerate mit bis zu 98 Prozent überdurchschnittlich hoch

Die Studie wurde mit einer festen Gruppe durchgeführt, die aus Lübeck und Umgebung stammt. Während des Untersuchungszeitraums seien die teilnehmenden Personen regelmäßig untersucht und befragt worden. Mehr als 3.000 hätten mit einer Studien-App teilgenommen, rund 100.000 Fragebögen seien erfasst und fast 20.000 PCR- sowie Antikörper-Tests durchgeführt worden. Die Teilnehmenden seien überdurchschnittlich engagiert gewesen mit einer Teilnahmerate zwischen 75 und 98 Prozent. Damit seien valide Aussagen zum Infektionsgeschehen möglich, heißt es aus Lübeck.

Die Studie der Universität zu Lübeck hat gezeigt, dass die Dunkelziffer der Corona-Infektionen seit Beginn der Pandemie stark abgenommen hat. Zurückzuführen sei dies auf die zunehmenden Testungen.

Die Forschenden stammten aus den Bereichen der Epidemiologie, Infektiologie und Neurologie. Ein weiterer Aspekt, den sie mit ihrer Studie untersuchten war, ob sich die Entwicklung der Pandemie anhand von nur einem Prozent der lokalen Bevölkerung zuverlässig erforschen und auf die Gesamtbevölkerung übertragen ließe.

Der Großraum Lübeck eignet sich besonders als Modellregion zur Untersuchung der Dynamik des Infektionsgeschehens, da auch viele Menschen zwischen Lübeck und Hamburg pendeln und in der Regel bis zu 50.000 Touristen täglich in die Stadt kommen würden.

Erste Ergebnisse der Langzeitstudie zeigen neben dem Absinken der Dunkelziffer, dass die Menge der Antikörper über die Zeit relativ konstant bleibt. Rund 70 Prozent der im Mai 2020 in Personen nachgewiesenen Antikörper waren auch ein Jahr später noch aufzufinden. * kreiszeitung.de, 24hamburg.de und nordbuzz.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich

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