Betrüge nehmen zu

Corona-Impfungen in Hamburg: 2000 Impfdrängler pro Woche!

Weil sie noch nicht an der Reihe sind, erschleichen sich jetzt immer mehr Menschen ihre Impfung. Alleine in Hamburg sind es 2000 Impfdrängler pro Woche.

Hamburg – Immer mehr Menschen suchen händeringend nach einem Impftermin. Dabei geht es vielen sicher auch um die Freiheiten und Lockerungen, die Corona-Geimpfte schon ab dem 12. Mai 2021 genießen dürfen. Um an die benötigte Impfdosis heranzukommen, scheuen manche von ihnen nicht vor dreisten Tricks zurück. Alleine in Hamburg sind es 2000 Impfdrängler pro Woche, die sich so eine Impfung erschleichen wollen. Jetzt fordert ein Patientenschützer Sanktionen, die den Corona-Betrügern Einhalt gebieten sollen.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,845 Millionen (Stand: 30. Juni 2020)
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

Impfdrängler in Hamburg: Betrüger geben sich als priorisierte Kontaktperson aus

Während sich Hamburger den Kopf zerbrechen, wie sie an die Impfdosis kommen sollen, ist den Vordränglern scheinbar jedes Mittel Recht. Am beliebtesten sind allerdings falsche Alters- und Berufsangaben. So geben sich viele Impf-Betrüger als Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen oder Schwangeren aus. Schließlich kann eine Impf-priorisierte Person bis zu zwei Menschen angeben, die ebenso vorrangig geimpft werden.

Das Impf-Chaos in Hamburg ist also vorprogrammiert. Doch nicht nur die Hausärzte sind aufgrund der Corona-Impfungen alarmiert – auch die Polizei musste aufgrund der Menschenmassen vor Hamburgs Impfzentren schon einschreiten. Dass es an anderen Standorten nicht viel besser aussieht, deckte zuletzt eine SWR-Recherche auf: Statt zwei Personen wurden gleich acht Menschen geimpft, die sich als unmittelbare Kontaktpersonen ausgaben.

Lange Schlangen im Corona-Impfzentrum in Hamburg. Darunter sind auch 2000 Betrüger die Woche.

„Psychische und physische Drohgebärden“ – Stimmung in Impfzentren wird aggressiver

Die Stimmung in den Impfzentren, die in Hamburg nur wenige Termine für eine AstraZeneca-Impfung freigeben konnten, wird nun immer angespannter und aggressiver. Eugen Brych (Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz) berichtet etwa von „psychischen und physischen Drohgebärden“.

Auch der Sprecher der Hamburger Sozialbehörde, Martin Helfrich, zeigt sich besorgt um die aktuellen Entwicklungen: „Den Menschen ist teilweise sehr klar, dass sie nicht berechtigt sind, und trotzdem versuchen sie, sich impfen zu lassen“. Doch auch wenn Tausende von Impf-Betrüger schon auf frischer Tat ertappt worden seien – Konsequenzen hatten sie bisher nie zu befürchten. „Sich beim Impfen vorzudrängen, ist weiterhin keine Ordnungswidrigkeit“, so Eugen Brych.

Geht es nach Eugen Brysch fehle es an Strafen, die den Impf-Schwindel stoppen könnten. Doch könnten solche Maßnahmen die Impf-Betrüger wirklich aufhalten? *24hamburg.de, nordbuzz.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © xim.gs/imago images

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