„Brauchen schnell Klarheit“

Corona-Testpflicht: Ab wann ist die Booster-Impfung rechtlich gültig?

Ein Helfer zieht in der Apotheke des neuen Impfzentrums eine Spritze mit dem Impfstoff von Moderna auf
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Der vollständige Impfstatus gilt erst 14 Tage nach dem zweiten Piks. Bei Booster-Impfungen ist das anders. (kreiszeitung.de-Montage)

Die Gesundheitsministerkonferenz hat Erleichterungen für Booster-Geimpfte auf den Weg gebracht. Doch ab wann bekommt man den dritten Piks und wann gilt das Zertifikat?

Berlin – Die Booster-Impfung* gilt als wichtige Omikron-Stellschraube und Lichtblick* in der vierten Corona*-Welle. Die Kampagne für den dritten Piks läuft deshalb auf Hochtouren. Einen zusätzlichen Anreiz, sich boostern zu lassen, haben Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und seine Kollegen der einzelnen Länder am Dienstag (14. Dezember) auf den Weg gebracht: Für dreimal Geimpfte entfällt in vielen Bereichen des täglichen Lebens die Testpflicht.

In den Tagen zuvor hatte sich Lauterbach mehrfach für die Befreiung von der Testpflicht starkgemacht. Es sei medizinisch nicht sinnvoll, dreifach Geimpfte noch zum Testen zu schicken, sagte er beispielsweise in der ARD – und bekam dafür auch Gegenwind von Medizinern*.

Testpflicht für Booster-Geimpfte entfällt – diese Bundesländer sind Vorreiter

Einige Bundesländer, beispielsweise Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Bayern, haben der Gesundheitsministerkonferenz vorgegriffen und bereits Lockerungen in der 2Gplus-Regel vorgenommen. In Bayern ist der Test für Geboosterte, die Kultur-, Freizeit- und Sportangebote mit 2G-plus-Regel besuchen wollen, seit dem 14. Dezember hinfällig*. Bleibt eine entscheidende Frage: Ab wann gilt man rechtlich als geboostert?

Wer sich die dritte Corona-Spritze* setzen lässt, bekommt das digitale Zertifikat in der Regel sofort ausgestellt und in der CovPass-Check-App mit dem Datum der Impfung angezeigt. Studien gehen davon aus, dass der Booster-Schutz fünf bis zwölf Tage nach der Drittimpfung wirkt. Die Ergebnisse sind allerdings noch vorläufig.

Booster: Baden-Württemberg geht bei Testpflicht nach Drittimpfung Sonderweg

Eine einheitliche Regelung, ab wann der Booster-Impfstatus rechtlich gültig ist, gab es bislang nicht. In Baden-Württemberg befreit die Drittimpfung beispielsweise bereits unmittelbar nach dem Piks vom Test bei 2Gplus-Veranstaltungen. Das teilte das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg auf Anfrage der Frankfurter Rundschau mit: „Hier muss man nicht – wie beim vollständigen Impfschutz – 14 Tage warten.“

Für den vollständigen Impfschutz, also zwei verabreichten Dosen, galt und gilt bundesweit eine 14-tägige Wartezeit nach der Zweitimpfung. Klaus Holetschek (CSU*) forderte vor der Gesundheitsministerkonferenz am Dienstag (14. Dezember) eine derartige Regel auch für die Booster-Impfung: „Wir Länder brauchen schnell Klarheit, ob und ab wann für dreimal Geimpfte die Testpflicht entfallen kann“, sagte der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz und Bayerns Gesundheitsminister.

Testbefreiung nach Booster-Impfung: Gesundheitsminister schaffen Klarheit

Holetschek war es dann auch, der nach der Gesundheitsminister-Liveschalte eine Einigung verkündete: „Wir haben uns darauf geeinigt, dass Personen mit erhaltener Auffrischungsimpfung nach deren vollständiger Wirksamkeit von der Testpflicht im Rahmen der 2G-Plus-Regelung befreit werden sollen“, sagte Holetschek der Nachrichtenagentur AFP. Der Beschluss im Wortlaut: „Bund und Länder sind sich einig, dass Personen mit erhaltener Auffrischimpfung ab deren vollständiger Wirksamkeit von der Testpflicht im Rahmen der 2G-Plus-Regelung zu befreien sind.“ Für die Umsetzung des Beschlusses seien nun die Länder verantwortlich, teilte das Bundesministerium für Gesundheit auf Anfrage von Merkur.de mit.

Als vollständig Geimpft gelten alle, deren Booster-Impfung mindestens 15 Tage zurückliegt, erklärte Holetschek am Dienstagabend weiter. Die Testbefreiung greift allerdings nicht in allen Bereichen. In Krankenhäusern, Pflegeheimen und anderen medizinischen Einrichtungen müssen sich auch dreifach Geimpfte weiter testen lassen. Spätestens nach zwei Monaten soll der Beschluss laut Holetschek neu bewertet werden.

Ab wann kann man sich boostern lassen? NRW rudert nach Vier-Wochen-Ansage zurück

Angesichts der Erleichterungen für dreifach Geimpfte dürften sich in den kommenden Tagen und Wochen viele Menschen um den dritten Piks bemühen – was angesichts Karl Lauterbachs erschreckender Impfstoff-Inventur* schwierig werden könnte. Doch ab wann hat man eigentlich Anspruch auf die dritte Impfung?

Eine konkrete Regelung gibt es auch hier nicht. Ein Abstand von mindestens fünf Monaten wird empfohlen. Am Dienstag (14. Dezember) sorgte allerdings Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) für Aufsehen, als er erklärte, dass Booster-Impfungen in NRW grundsätzlich schon nach vier Wochen möglich seien. Dafür bekam er viel Kritik von Experten und ruderte tags drauf wieder zurück. Am Mittwoch (15. Dezember) empfahl das NRW-Gesundheitsministerium in einer Mitteilung, den „Regelfall“ von mindestens fünf Monaten Abstand zur Grundimmunisierung einzuhalten. Der Mindestabstand von vier Wochen sei in „Einzelfallentscheidungen aufgrund einer medizinischen Indikation“ allerdings weiterhin möglich, heißt es. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA (jo)

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