1. Startseite
  2. Deutschland

Corona-Armbänder können Infektion offenbar vor Symptombeginn erkennen

Erstellt:

Von: Alexander Eser-Ruperti

Kommentare

Eine Corona-Infektion vor Symptomausbruch ohne Schnelltest erkennen? Unmöglich? Laut einer aktuellen Studie nicht: Armbänder könnten bei der Erkennung helfen.

Vaduz – Der Corona-Subtyp Omikron BA.5 greift weiter um sich und die deutschen Bundesländer beraten über die Vorbereitung strengerer Corona-Regeln vor der erwarteten Herbstwelle. Ein großer Streitpunkt dabei dürften kostenlose Bürgertests sein, denn sie laufen aus. Aus verschiedenen Ecken der Politik werden Forderungen nach einer Verlängerung kostenfreier Testangebote laut. Geht es nach einer neuen Studie, gehört jedoch ohnehin nicht dem Schnelltest die Zukunft: Eine Corona-Infektion könnte bald schon vor dem Ausbruch erster Symptome durch ein Corona-Armband erkannt werden.

Corona-Armband: Infektion laut Studie mittels Tracker am Handgelenk vor Symptomausbruch erkennbar

Eine globale Pandemie treibt auch die Forschung zu immer neuen Innovationen, ob im Bereich der Vakzine, der Medikamente oder bei der Früherkennung von Erkrankungen. Was letztere angeht, könnte es bald eine neue technische Möglichkeit zur Früherkennung einer Corona-Infektion geben, nämlich ein Corona-Armband. Am Handgelenk getragene Gesundheitstracker sollen auf Grundlage bestimmter Parameter über eine Infektion mit dem Corona-Virus Aufschluss geben.

Coronaviren unter dem Mikroskop.
Coronaviren unter dem Mikroskop. © UIG/Imago Images

Dabei geht es auch um Künstliche Intelligenz (KI). Bereits jetzt finden weltweit Armbänder Verwendung, die Hauttemperatur, Atem- oder Herzfrequenz aufzeichnen. Diese Geräte könnten in Zukunft durch künstliche Intelligenz (KI) erweitert werden, um so eine Corona-Erkrankung schon früh zu erkennen – das zumindest ist der Schluss, zu dem eine aktuelle Studie laut britischem Guardian kommt. In diesem Prozess spielt Sensortechnologie eine wichtige Rolle. Aktuell sind auch die Corona-Zahlen in Deutschland wieder hoch, Früherkennung bleibt daher ein wichtiges Thema – hierzulande könnten im Sommer oder Herbst zudem wieder strengere Maßnahmen kommen.

Corona-Armband: Studie mit Fruchtbarkeitstracker bisher noch kompliziert

Zugegeben: Bisher gestaltet sich das Unterfangen mit dem Corona-Armband noch deutlich umständlicher, als ein klassischer Corona-Test. Die Forschenden aus Liechtenstein, Großbritannien, der Schweiz und Kanada hatten für die Untersuchungen laut Guardian einen Fruchtbarkeitstracker genutzt. Dessen Aufgabe ist es eigentlich, verschiedene physiologische Merkmale und Veränderungen zu scannen, um darauf aufbauend den optimalen Zeitpunkt zur Empfängnis zu bestimmen.

Im Rahmen der aktuellen Studie waren 1163 Personen beobachtet worden, sie hatten den Tracker über Nacht tragen müssen. Voraussetzung für die Studie war, dass die Probanden mindestens vier Stunden schlafen. Über Nacht wurden dann in zehnsekündigen Abständen Daten aufgezeichnet. Nun kommt der umständliche Teil: Die Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer mussten in ihrer App alle Aktivitäten eintragen, die potenziell die Ergebnisse beeinflussen könnten. Dazu gehörten Rauschmittel, Alkohol und Medikamente.

Corona-Armbänder: Studienteilnehmer weisen bei Corona-Infektion vor Symptombeginn signifikante Veränderungen auf

Während die Studie lief, infizierten sich zahlreiche Probanden erwartungsgemäß mit dem Coronavirus. Aufzeichnungen ließen erkennen, dass bei ihnen noch vor Symptombeginn deutliche Veränderungen beobachtet werden konnten. Die Kombination aus App- und Corona-Armband zeigte Erfolge: Bei 68 Prozent der Infizierten wurde die Erkrankung zwei Tage vor Symptombeginn erkannt. Laut Studie waren allerdings nicht alle Corona-Infektionen erfasst worden.

Mit unserem Newsletter verpassen Sie nichts mehr aus Ihrer Umgebung, Deutschland und der Welt – jetzt kostenlos anmelden!

Die Forschenden kommen zu dem Schluss, „dass ein Algorithmus für maschinelles Lernen am Körper ein vielversprechendes Instrument für die präsymptomatische oder asymptomatische Erkennung von Covid-19 sein könnte“, so der Guardian. Es sind erste Einblicke in eine Studie, deren Erkenntnisse nicht final sind. Eine Folgestudie mit deutlich mehr Probanden in den Niederlanden soll nun Klarheit bringen. Vorerst wird auch weiter der altbekannte Schnell- oder PCR-Test das Mittel der Wahl bleiben, doch er könnte zumindest mittelfristig Konkurrenz bekommen.

Auch interessant

Kommentare