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Bundespräsidentenwahl: Steinmeier, Trabert, Otte und Co. – Diese Kandidaten treten an

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Von: Vivienne Goizet

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Die Wahl des Bundespräsidenten steht kurz bevor. Frank-Walter Steinmeier tritt für zweite Amtszeit an. Und dann gibt es noch drei weitere Kandidaten.

Berlin – Frank-Walter Steinmeier möchte daher erneut Bundespräsident werden. Wenn auch seine Wiederwahl von der Mehrheit jener im Bundestag vertretenen Parteien gestützt wird, gibt es noch andere Kandidaten, der für dieses Amt des Staatsoberhauptes in Deutschland nominiert sind. Am 13. Februar 2022 wird erneut der Bundespräsident gewählt. Generell findet die Wahl des deutschen Staatsoberhaupts alle fünf Jahre statt. Der derzeit amtierende Präsident Frank-Walter Steinmeier stellt sich nun für eine weitere Amtszeit zur Wahl. Zugleich sorgt die Partei AfD mit der Aufstellung des eigenen Kandidaten für Furore.

Nachfolger Bundespräsident Steinmeier? Wie wahrscheinlich ist eine Wiederwahl von Steinmeier?

Die Bundespräsidentin/ der Bundespräsident ist grundsätzlich das Staatsoberhaupt der Bundesrepublik. Sie oder er hat die Aufgabe, das Grundgesetz zu bewahren, die Bundesrepublik nach außen und nach innen zu repräsentieren, den Föderalismus weiter zu fördern und durch die eigene Überparteilichkeit Deutschland zu schützen. Der derzeitige und seit 2017 amtierende Präsident in Deutschland ist Frank-Walter Steinmeier.

Amtsbezeichnung:Bundespräsident
Amtszeit:5 Jahre
Stellung:Staatsoberhaupt
Einführung des Amtes:1949

Die Wahl des Bundespräsidenten wird alle fünf Jahre durchgeführt. Die kommende Wahl ist am 13. Februar 2022. Das Präsidentenamt ist auf zwei Amtszeiten beschränkt. Wie läuft die Wahl ab? Dabei gibt es einige Regeln einzuhalten. Alle deutschen Bürger, der das 40. Lebensjahr vollendet haben, können generell in dieses Amt gewählt werden. Jedoch nominieren die Koalitionen und die Parteien in der Praxis ihre Kandidaten.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: Wird er am 13. Februar 2022 erneut zum Bundespräsidenten gewählt?
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: Wird er am 13. Februar 2022 erneut zum Bundespräsidenten gewählt? © Wolfgang Kumm/dpa

Wer kandidiert bei der Bundespräsidentenwahl 2022 und könnte Nachfolger von Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier werden?

Für die Wahl kandidieren am 13. Februar 2022 vier Bewerberinnen und Bewerber. Dies sind der derzeit amtierende Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier von der SPD, Bündnis 90/Die Grünen, CDU/CSU, SSW, der Sozialmediziner Gerhard Trabert von der Partei DIE LINKE, für die Freien Wähler Stefanie Gebauer und für die AfD der Publizist und Ökonom und Max Otte, der jedoch Mitglied der CDU ist.

Frank-Walter Steinmeier wurde am 5. Januar 1956 in Detmold in Nordrhein-Westfalen geboren und ist hier aufgewachsen. Nach seinem Abitur im Jahre 1974 absolvierte dieser seinen Wehrdienst und studierte im Anschluss Politikwissenschaft und Rechtswissenschaft an der Justus-Liebig-Universität in Gießen, wo dieser im Bereich der Rechtswissenschaft promovierte. Im Jahre 1975 trat Steinmeier in die Partei der SPD ein. Hier machte er mit dem SPD-Ministerpräsidenten und dem späteren Kanzler Gerhard Schröder eine große Karriere.

1991 fing Steinmeier bei der Niedersächsischen Staatskanzlei am, zuerst als Referent für Medienpolitik und Medienrecht, danach als Leiter des Büros des früheren Ministerpräsidenten Gerhard Schröder. Schließlich stand dieser der Abteilung für Richtlinien der Ressortkoordinierung und -planung und Politik vor. In den Jahren von 1996 bis 1998 war Steinmeier der Leiter der Staatskanzlei von Niedersachsen, ab dem Jahre 1997 im Rang des Staatssekretärs. Schließlich wurde Steinmeier 1998 Staatssekretär des Bundeskanzleramtes sowie der Beauftragte für Nachrichtendienste, im Jahre 1999 zugleich Chef des Bundeskanzleramts. Verheiratet ist Steinmeier mit Elke Büdenbender.

Gerhard Trabert

Der Kandidat Gerhard Trabert wurde am 3. Juli 1956 in Mainz geboren und hat in der Zeit von 1975 bis 1979 zuerst Sozialarbeit an der Fachhochschule Wiesbaden studierte und arbeitete danach im Krankenhaussozialdienst, ehe er im Jahre 1983 mit dem Medizinstudium an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz begonnen hat. Nach dem Abschluss und der Promotion arbeitete dieser als Arzt in einzelnen Krankenhäusern auf dem Gebiet der Inneren Medizin.

Dabei bildete sich Trabert zum Facharzt für Allgemein- und Notfallmedizin weiter und absolvierte viele Auslandseinsätze. Trabert hat sich schon beizeiten für die ärztliche Versorgung wohnungsloser Menschen engagiert. Er initiierte im Jahre 1994 das Mainzer Modell, eine niedrigschwellige Versorgungseinrichtung für wohnungslose Menschen.

Dies war das Arztmobil. 1997 gründete dieser den Verein Armut und Gesundheit in Deutschland. Dieser kümmert sich um notleidende und arme Menschen, die krank sind. In den Jahren 2005 bis 2013 war Trabert der europäische Delegierte der Nationalen Armutskonferenz.

Stefanie Gebauer

Als Kandidatin der Kleinpartei „Freie Wähler“ geht die Stefanie Gebauer ins Rennen. Die promovierte Astrophysikerin ist bisher als Kommunalpolitikerin tätig gewesen. Ehemals war sie in der CDU, trat dann aber aufgrund von Unzufriedenheit aus, und entschied sich schlussendlich für die Freien Wähler als ihre neue Heimatpartei. Sie ordnet sich selbst in der politischen Mitte ein, und auch wenn sie sich bei der Wahl zum Bundespräsidenten keine ernsthaften Chancen ausrechnet, möchte sie als demokratische Alternative zu Steinmeier und AfD-Kandidat Max Otte wahrgenommen werden.

Max Otte

Neben dem absoluten Favoriten der Wahl, Frank-Walter Steinmeier, hat wohl Max Otte in den vergangenen Wochen am meisten von sich hören gemacht: der vormals CDU-Politiker nahm unter großem Protest seiner eigenen und anderer Parteien die Nominierung als Kandidat von der AfD an, und wurde daraufhin vom CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak zum Austritt aus der Partei aufgefordert. Im Vorhinein der Affäre hatte Otte im vergangenen Jahr fünfstellige Beträge an die AfD gespendet, um die „Bürgerliche Mitte“ zu unterstützen, und war Vorsitzender der als parteinah anerkannten Desiderius-Erasmus-Stiftung.

Wer wählt am 13. Februar 2022 den Bundespräsidenten? Der Bundespräsident wird von der Bundesversammlung gewählt. Dies ist der einzige Zweck der Bundesversammlung. Diese besteht gemäß dem Grundgesetz aus jenen Mitgliedern des Deutschen Bundestags und einer selben Anzahl von Mitgliedern, die von den Landtagen nach den Prinzipien der Verhältniswahl gewählt werden. Eine Nazi-Zeitzeugin ist dabei die älteste Wahlberechtigte. Für die nächste Bundespräsidentenwahl besitzt die Bundesversammlung insgesamt 1.472 Mitglieder. Im Amt bekommt der Bundespräsident übrigens einiges an Annehmlichkeiten – unter anderem Beamtenbezug, Aufwandsgeld und Dienstwagen. *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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