Beginn am Montag

Bürokratie-Chaos: Apotheker vermasseln Start von digitalem Impfass

Der digitale Impfpass wird bundesweit eingeführt. Vorab erwarten Apotheker großen Andrang. Das Problem: Viele Apotheken haben ihren Zugangscode verlegt.

Hamburg/Hannover – Das Warten hat ein Ende – Vorhang auf für den digitalen Impfpass! Mit ihm sollen Reisen oder Besuche in Restaurants deutlich einfacher werden. Ab Montag, 14. Juni 2021, können vollständig Geimpfte, deren Impfung 14 Tage zurückliegt, ihren Impfstatus auch digital erhalten. Der digitale Impfass wird auch in Apotheken ausgestellt. Hamburg und Niedersachsen droht ein großer Andrang – und ein Chaos durch die Schludrigkeit der Apotheker.

Verein in Hamburg:Hamburger Apothekerverein e.V.
Adresse:Alte Rabenstraße 11 a, 20148 Hamburg
Telefon:040 44804821

Digitaler Impfpass: Hamburger Apothekerverein warnt vor großen Ansturm am Montag, 14. Juni 2021

„Man kann um 8 Uhr, wenn die technischen Voraussetzungen in der Apotheke vorhanden sind, sofort seinen Ausweis beantragen und den ganzen Vorgang einleiten“, heißt es von Jörn Graue. Im Gespräch mit dem NDR* klärt der Vorsitzende des Hamburger* Apothekervereins über das genaue Prozedere rund um den digitalen Impfpass auf.

Apotheker haben Registrierungscodes für den digitalen Impfpass verbummelt. (24hamburg.de-Montage)

Graue empfiehlt, dass nicht alle Interessierten ihre Chance bereits am Montag, 14. Juni 2021, nutzen sollten. Denn sonst seien die Apotheken nicht in der Lage, die Anliegen vernünftig zu bedienen. Wer einen digitalen Impfpass* erhalten möchte, muss einen Impfnachweis sowie seinen Personalausweis vorlegen.

Impfstatus nachweisen: Digitaler Impfpass macht es möglich

Das Robert Koch-Institut (RKI) prüft die entsprechenden Daten. Binnen weniger Minuten wird ein QR-Code ausgestellt, mit dem sich jede Person den Impfpass selbst auf ihr Handy herunterladen und ihren Impfstatus nachweisen* kann. Eine Übersicht der Apotheken, die diesen Service anbieten, findet sich unter mein-apothekenmanager.de. Auf dem Online-Portal kann gezielt nach Städten oder Postleitzahlen gesucht werden.

Erst am Donnerstag, 10. Juni 2021, hatte die Sozialbehörde die Erwartungen nach dem offiziellen Startschuss durch den umstrittenen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gedämpft. Es wird nämlich davon ausgegangen, dass die ersten Hamburger Apotheken und Praxen frühestens ab 16. Juni entsprechend ausgerüstet sind.

Interesse der Apotheken an digitalem Impfpass ist groß – doch scheitert es schon bei der Registrierung

Grundsätzlich sei das „Interesse der Apotheken“ groß“, heißt es von Christian Splett gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Der Pressesprecher vom Deutschen Apothekerverband (DAV) hat die Hoffnung, dass „bald eine vierstellige Zahl an Apotheken über das Portal gefunden werden kann“.

Bisher hätten sich zwar rund 70 Prozent der Apotheken auf dem bereits erwähnten Online-Portal registriert. Jedoch würde oftmals eine Anmeldung für das Impfzertifikat gegen das Coronavirus* fehlen (Stand der Daten: 11. Juni 2021, 11:15 Uhr). Hierfür müssen sich Apotheken auf der Plattform vom DAV registrieren – und stoßen dabei bereits auf die größte Hürde.

Apotheken verschludern Registrierungscode für digitales Impfzertifikat

Den Registrierungscode haben die Apotheken bereits im Dezember 2020 auf dem Postweg erhalten. Jedoch haben viele Apotheken ihren Code verlegt. Dementsprechend muss ein neuer beantragt werden. Darauf verweist der Apothekerverband Bayern. Auch dies sei ein Grund, weshalb womöglich weniger Apotheken bereits am 14. Juni das digitale Impfzertifikat* anbieten können.

Wie aber verhält es sich mit Niedersachsen? „Die Zahl der niedersächsischen Apotheken, die das Angebot machen, wird wahrscheinlich in den ersten Tagen noch etwas begrenzt sein“, heißt es von Berend Groeneveld gegenüber der dpa. „Wir gehen aber davon aus, dass viele Kolleginnen und Kollegen ihren Patienten diese Leistung anbieten werden“, hofft der Vorstandsvorsitzende des Landesapothekerverbandes Niedersachsen.

Digitaler Impfpass soll in Niedersachsens Impfzentren ausgerollt werden

Groeneveld bittet Patienten um ihre Geduld und appelliert, einen Ansturm auf die Apotheken in Niedersachsen am 14. Juni möglichst zu vermeiden. Denn der digitale Impfpass werde „so schnell wie möglich auch in unseren Impfzentren ausgerollt“, verspricht Niedersachsens Gesundheitsminsterin Daniela Behrens.

Indes ist zu vermelden, dass sich in dem Bundesland mehr als 640.000 Menschen auf der Warteliste für eine Corona-Impfung* befinden. Nach dieser besteht ein Anspruch auf den digitalen Impfpass. Doch warnt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schon vor Fälschungen des neuen Zertifikats.

„Nicht zuletzt ist beim kontrollierenden Personal kaum mit entsprechender Kompetenz oder Motivation zu rechnen, um Fälschungen zu identifizieren“, weist der Chaos Computer Club auf das bestehende Fälschungrisiko hin*. Noch ist der digitale Impfpass nicht bundesweit verfügbar, doch die Aufregung ist jetzt schon groß. * 24hamburg.de, kreiszeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Westend61/imago images & Sven Simon/imago images & Kirchner-Media/imago images

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