In Brüssel

Drei Tote bei Anschlag im Jüdischen Museum

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Eine Aufnahme vom Tatort in Brüssel.

Brüssel - Schock vor den Wahlen: Ein Mann schießt im Jüdischen Museum in Brüssel um sich und tötet drei Menschen. Belgiens Außenminister Reynders ist zufällig in der Nähe. Die Hintergründe des Überfalls sind unklar.

Ein Mann hat im Jüdischen Museum in der Brüsseler Innenstadt drei Menschen erschossen. Eine Person sei schwer verletzt worden und kam ins Krankenhaus, teilte die belgische Innenministerin Joelle Milquet am Samstag mit.

Die Staatsanwaltschaft bestätigte am Abend die Festnahme eines Verdächtigen, der den Tatort mit einem Auto verließ. Die Ermittler fahndeten nach einem weiteren Mann, der zu Fuß flüchtete. Augenzeugen berichteten von einem Mann, der mit einem Rucksack in das Museum kam, um sich schoss und dann die Flucht ergriff.

Auf die Frage von Journalisten, ob es sich um ein antisemitisches Attentat handele, sagte Ministerin Milquet: „Es gibt eine starke Vermutung.“ Aber es sei Sache der Ermittler, dies festzustellen. Sie kündigte verstärkten Polizeischutz für jüdische Einrichtungen an.

Der Jüdische Weltkongress (WJC) verurteilte den Anschlag als eine „abscheuliche terroristische Tat“. Diese habe sich klar gegen Juden gerichtet, erklärte WJC-Präsident Ronald Lauder.

Das Museum hatte vor neun Jahren seine Pforten geöffnet. Es hat eine bedeutende Sammlung mit Objekten der jüdischen Tradition. Das Bluttat überschattet die Parlaments-, Regional- und Europawahlen in Belgien, die für den Sonntag geplant sind.

Belgiens Außenminister Didier Reynders hielt sich zum Zeitpunkt nach eigenen Angaben etwa 100 Meter entfernt in einem Lokal auf. Reynders sagte der Nachrichtenagentur dpa an Ort und Stelle: „Ich habe mehrere Schüsse gehört. Ich bin zu dem Museum gelaufen und habe im Eingang zwei Menschen liegen sehen. Ich habe die Rettungsdienste und die Polizei angerufen.“ Die Polizei riegelte nach dem Anschlag das Areal um das Museum ab.

Die vom sozialistischen Premier Elio Di Rupo geführte Regierung stellte sich in einer Erklärung hinter die jüdische Gemeinschaft. „Unser Land und alle Belgier, welche Sprache, welchen Ursprung und welchen Glauben sie haben mögen, sind vereint und solidarisch gegenüber einem Angriff in einer jüdischen Kultureinrichtung“, schrieb die Regierung.

In den Brüsseler Innenstadt waren zur Tatzeit viele Menschen unterwegs. Auf dem nahe gelegenen Sablon-Platz lief das Brüsseler Jazzmarathon-Festival zunächst weiter, wurde dann aber unterbrochen.

dpa

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