Der „Höllenhund“

Corona-Variante BQ.1.1 in Deutschland: Wann ist die fünfte Impfung sinnvoll?

Fertig aufgezogene Spritzen mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer liegen bereit.
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Die neue Corona-Variante BQ.1.1 bereitet Experten zunehmend Sorgen – wird eine 5. Corona-Impfung bald nötig?

Die neue Corona-Variante BQ.1.1 macht sich langsam auch in Deutschland breit – zur Sorge zahlreicher Experten. Wird daher bald die 5. Corona-Impfung nötig?

Berlin – Der sogenannte „Höllenhund“ ist auch in Deutschland angekommen – gemeint ist die neue Corona-Variante BQ.1.1, die ihrem Spitznamen alle Ehre zu machen scheint. Experten bereitet die aktuell rasant kursierende Omikron-Variante BQ.1.1. für die drei Winter-Szenarien existieren, nämlich zunehmend Sorgen. In welchem Fall es sinnvoll sein kann, schon jetzt eine fünfte Corona-Impfung gegen das Virus in Erwägung zu ziehen.

Der Höllenhund: Corona-Subvariante BQ.1.1 zählt zu den „besorgniserregendsten Varianten“

Die Corona-Variante BQ.1.1 zählt laut dem US-Mediziner Eric Topol zu den „besorgniserregendsten Varianten“, wie der Kardiologe auf Twitter schrieb. Auch deutsche Forscher wie der Cambridge-Wissenschaftler und Bioinformatiker Cornelius Römer werden langsam unruhig: BQ.1.1 sei „schon eine Variante, die uns Sorgen macht“, erklärte Römer dem Spiegel.

Grund dafür ist die rasante Verbreitung der Corona-Variante. „Ihr relativer Anteil hat sich jede Woche mehr als verdoppelt“, schrieb Römer bereits Anfang Oktober auf Twitter. Deswegen werde es ziemlich klar, „dass BQ.1.1 noch vor Ende November eine Variantenwelle in Europa und Nordamerika antreiben wird“.

Corona-Variante BQ.1.1 in Deutschland: Aktuell stammen 15 Prozent der Proben von neuer Variante

Auch der deutsche Charité-Impfstoffforscher Leif Sander stellte im Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen die Vermutung auf: „In den nächsten Wochen könnte BQ.1.1 die verbreitetste Variante werden und BA.5 verdrängen.“ In Deutschland stammen aktuell bereits 15 Prozent der sequenzierten Corona-Proben von BQ.1.1 – jener Variante, die sich ausbreitet auch wenn die Corona-Zahlen sinken. Das weiß Moritz Gerstung, Professor an der Universität Heidelberg, laut der Hamburger Morgenpost.

Dabei ist die Datenlage nicht besonders robust, da in Deutschland im weltweiten Vergleich eher seltener sequenziert wird. Die Zahl könnte demnach schon weitaus höher sein. In Frankreich beispielsweise steht die neue Corona-Variante bereits bei einem Anteil von 40 Prozent. Verbreitet sich BQ.1.1 weiterhin mit dieser Geschwindigkeit, dann wäre die Variante laut Gerstung spätestens im November in Deutschland vorherrschend.

Corona: Löst Omikron BQ.1.1 bald BA.5 als dominierende Variante in Deutschland ab?

BQ.1.1 stammt von der aktuell dominierenden Corona-Variante BA.5 ab – was erstmal eine positive Ausgangslage ist. Denn laut dem US-Medizinexperten Andy Slavitt sei es besser, es mit einer neuen Variante von Omikron zu tun zu haben als mit einem Subtyp von Delta, stellt der ehemalige Berater des Ex-Präsidenten Barack Obama auf Twitter fest. Letztere gilt nämlich als die potenziell gefährlichere Mutation, die für mehr Klinikeinweisungen verantwortlich war.

Doch habe laut Bioinformatiker Römer die Sublinie BQ.1.1 im Vergleich zu BA.5 einen Übertragungsvorteil von mehr als zehn Prozent. Das liegt an der ausgeprägten Immunflucht der neuen Corona-Variante BQ.1.1, trotz derer Ausbreitung Virologe Hendrik Streeck neue Corona-Maßnahmen ablehnt, wird demzufolge schlechter vom Immunsystem des Menschen erkannt und bleibt im schlimmsten Fall für die Antikörper unsichtbar. Auch kürzlich Genesene und vollständig Geimpfte sind von einer erneuten Infektion deswegen nicht ausgeschlossen.

Auch Lauterbach warnt vor neuer Corona-Variante BQ.1.1 – viele könnten sich leicht wieder infizieren

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach warnte aus dem Grund im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ebenfalls schon vor der neuen Variante: „Wenn sich etwa die Variante BQ.1.1 durchsetzt, würden sich auch diejenigen, die sich im Sommer infiziert haben, wahrscheinlich wieder leicht infizieren können.“

Die Corona-Variante scheint ihren Spitznamen, der derzeit auf Twitter kursiert, also verdient zu haben: Cerberus, der dreiköpfige Höllenhund, bewacht in der griechischen Mythologie den Eingang zur Unterwelt, damit kein Lebender eindringt und kein Toter herauskommt.

Experten zeigen sich bei Impfung gegen Corona-Variante BQ.1.1 optimistisch

Ein Gutes scheint die Corona-Variante aber zu haben: Obwohl sich finale Aussagen über die Wirksamkeit einer Impfung gegen BQ.1.1 – es gibt Hinweise auf den Ursprung der Variante – noch nicht treffen lassen, zeigen sich Experten gegenüber dem an BA.5-angepassten Impfstoff optimistisch. „Bisher haben Impfungen auch bei neuen Varianten sehr zuverlässig vor schweren Verläufen geschützt. Das wird bei BQ.1.1 etc. nicht anders sein“, urteilt der Virologe Friedemann Weber im Gespräch mit dem Focus.

Auch Wissenschaftler Cornelius Römer ist der Meinung, dass der BA.5-Booster am besten schütze und verkündete laut dem Focus: „Sieht aus, als wäre jetzt ein ziemlich guter Zeitpunkt, um sich einen Booster zu holen.“ Gilt das auch schon für die 5. Impfung gegen Corona?

Wann kommt die 5. Impfung – und für wen ist sie jetzt schon relevant?

Aktuell rät die Ständige Impfkommission (STIKO) allen Menschen ab zwölf Jahren zu einer 3. Impfung (Booster) – vorzugsweise mit einem der an Omikron angepassten Impfstoffe. Eine vierte Impfung wird darüber hinaus folgenden Gruppen empfohlen:

  • Personen ab 60 Jahren
  • Bewohnern in Pflegeeinrichtungen sowie Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren COVID-19 Verlauf in Einrichtungen der Eingliederungshilfe
  • Personal in medizinischen Einrichtungen sowie Pflegeeinrichtungen
  • Personen ab 5 Jahren mit erhöhtem Risiko für schwere COVID-19-Verläufe infolge einer Grunderkrankung, insbesondere Immunschwäche

Wie die Bundesregierung erläutert, kann es inzwischen bei besonders gefährdeten Personen – beispielsweise Hochbetagten oder Menschen mit Immunschwäche – auch schon sinnvoll sein, eine fünfte Impfstoffdosis gegen Corona zu verabreichen. Wie bei allen anderen Impfungen zuvor gilt es dabei aber, einen Abstand von sechs Monaten zur letzten Impfung oder Infektion einzuhalten. Zudem sollte die Entscheidung einer fünften Corona-Impfung erst nach ärztlicher Beratung getroffen werden.

Fünfte Impfung gegen Corona: Welche Aspekte ein Arzt vorher beachten sollte

Ärzte sollten bei dieser Entscheidung laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vier Aspekte berücksichtigen: Zum einen die Anzahl der bisherigen Kontakte mit dem Coronavirus, wobei nicht nur direkte Infektionen, sondern auch Impfungen mit einbezogen werden sollten. Außerdem müssen Ärzte den Gesundheitszustand des Impfwilligen sowie der Kontaktpersonen beachten, also ob es beispielsweise im Umfeld Personen gibt, die bei einer Corona-Infektion ein erhöhtes Risiko einer schweren Erkrankung mitbringen.

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Darüber hinaus ist laut dem RND das individuelle Erkrankungsrisiko bei der 5. Impfung gegen das Coronavirus entscheidend. Ob die Person an Vorerkrankungen wie Diabetes, Krebs oder einer Immunschwäche leidet, muss bei der Frage einer fünften Corona-Impfung also auch einberechnet werden. Viertens spielt der aktuelle Infektionsdruck in der Bevölkerung eine Rolle – aktuell sind es vor allem ältere Menschen, die sich mit dem Coronavirus anstecken.

5. Corona-Impfung in Deutschland: Tatsächliche Wirksamkeit ist noch nicht ermittelt

Derzeit ist aber noch nicht klar, wie wirksam eine fünfte Impfung tatsächlich ist und ob sie den Immunschutz gegen eine neue Infektion noch einmal merklich verstärken kann. Besonders gefährdeten Personen wird im Zuge einer 5. Impfung aber überwiegend ein an Omikron angepasstes Vakzin gespritzt – das aktuell auch mit Blick auf die Corona-Variante BQ.1.1, bei der eine Verdoppelung binnen zehn Tagen im Raum steht, von Experten empfohlen wird.

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