An einem katholischen Gymnasium

Lehrer outet sich, Kirche kündigt ihm - mit der Reaktion der Schüler hat sie nicht gerechnet

Ein Lehrer darf an einer Schule nicht unterrichten, weil er schwul ist. Jetzt gab es eine Protestaktion der Schüler.
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Ein Lehrer darf an einer Schule nicht unterrichten, weil er schwul ist. Jetzt gab es eine Protestaktion der Schüler.

Ein Lehrer durfte nicht an einer Schule im westfälischen Borken unterrichten. Der Grund: Er hatte sich als schwul geoutet.

Borken – "Mariengarden ist bunt" – So lautete das Motto bei der Solidaraktion der Schüler des katholischen Privatyymnasiums im westfälischen Borken. Hintergrund: Einem Referendar wurde durch den katholischen Träger der fertige Arbeitsvertrag entzogen, nachdem sich dieser gegenüber dem Schulleiter als schwul geoutet hatte. Jetzt zeigten die Schüler, auf wessen Seite sie stehen. Darüber berichtet msl24.de*.

Luftballons in Regenbogenfarben: Borkener Schüler protestieren gegen Entlassung des schwulen Lehrers

Mit 700 bunten Luftballons stellten sich mehrere Hundert Schüler auf den Schulhof des Gymnasiums. Sie formierten sich zu einem symbolischen Regenbogen – dem Zeichen für Toleranz und Akzeptanz für Schwule und Lesben. "Wir wollen damit zeigen, dass wir es nicht akzeptieren, dass der Lehrer aufgrund seiner Homosexualität nicht angenommen wird", erklärte Schülersprecherin Lara Doods gegenüber der Borkener Zeitung. 

Schwuler Lehrer darf nicht weiter unterrichten: Borkener Schule unterstützt Protestaktion

Andere Schüler berichten, dass die Nachricht, dass ihr Lehrer am Gymnasium nicht unterrichten darf, für viel Aufruhr gesorgt habe. Niemand hätte die Entscheidung des katholischen Trägers nachvollziehen können. Bei den Borkener Schülern sei schnell der Wunsch gewachsen, eine Aktion zu starten und sich für den schwulen Lehrer stark zu machen. Die Schule um Leiter Michael Brands stellte sich hinter diese Aktion und unterstützte sie. 

Borkener Schulleiter erhofft sich offenen Diskurs

"Er war ein guter Lehrer und wir hätten ihn gerne bei uns behalten", erklärte Brands zuvor gegenüber msl24.de* in Bezug auf den ehemaligen Referendar aus Borken. Er betonte zudem, dass er als Leiter der Schule zwischen den Stühlen stehe. 

"Ich hoffe, dass jetzt eine Diskussion in Gang kommt. Wir als Schule haben die Aufgabe, solche Dinge zu hinterfragen und in einen offenen Diskurs zu gehen." Die Schüler des Borkener Gymnasiums zeigten zumindest eindeutig, was sie von der Entscheidung der Kirche halten und auf wessen Seite sie stehen.

Aufregung gab es jetzt auch in einer anderen Stadt im Münsterland. Dort deckte eine TV-Sendung auf, dass Kinder in einer Kita von Erzieherinnen angeschrien und geschlagen wurden, wie msl24.de* berichtete.

Bei einem anderen Vorfall in Bremen wurden zwei schwule Männer in einer Disko mit einer Fackel attackiert, wie nordbuzz.de* berichtet.

*msl24.de und nordbuzz.de sind Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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