Impfstoff-Pläne der Hersteller

Booster-Impfungen gegen Omikron: Das planen AstraZeneca, Biontech und Moderna

Zu sehen sind Vakzine der Impfstoffhersteller AstraZeneca, Biontech und Moderna. Zudem ist dargestellt, wie eine Person gegen das Coronavirus geimpft wird.
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Die Omikron-Variante macht Booster-Impfungen notwendiger denn je. Doch was genau planen Impfstoffhersteller wie AstraZeneca, Biontech und Moderna? (kreiszeitung.de-Montage)

Die Omikron-Variante macht Booster-Impfungen notwendiger denn je. Welche Impfstoffe gibt es hierfür schon und welche kommen noch? Biontech und Moderna mit dabei.

Berlin – Seit Ende 2020 wird in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft. In rund einem Jahr sind verschiedene Impfstoffe unterschiedlichster Hersteller auf den Markt gekommen. AstraZeneca, Biontech, Johnson & Johnson, Moderna* – die Auswahl ist verhältnismäßig groß. Doch erfordert die zunehmende Verbreitung der Omikron-Variante neuen, speziell auf diese Corona-Mutante angepassten Impfstoff. Die Pläne der Hersteller hinsichtlich Booster-Impfungen im Überblick.

Omikron macht Booster-Impfung wichtiger denn je – doch wie weit sind die Corona-Vakzine von Biontech, AstraZeneca, Moderna und Johnson & Johnson?

Seit längerem untersuchen die Pharmaunternehmen, ob ihre Impfstoffe hinsichtlich der sich ausbreitenden Coronavirus-Variante Omikron angepasst werden müssen. Denn ursprünglich wurden die entsprechenden Corona-Vakzine von Biontech, AstraZeneca, Moderna und Johnsons & Johnson nicht speziell Omikron, sondern gegen den sogenannten Wildtypen von Sars-CoV-2 entwickelt, der bereits Ende 2019 in China entdeckt worden war.

Die seit dem Jahreswechsel 2020/2021 eingesetzten Impfstoffe sollten im Verlauf des Jahres auch Wirkung gegen virulente Mutanten wie Alpha oder Delta zeigen. Hinsichtlich Omikron könnte dies jedoch schon wieder anders aussehen. Deswegen gilt es, noch offene Fragen zu klären. kreiszeitung.de hält die Antworten bereit.

Inwiefern unterscheidet sich Omikron von den anderen Corona-Varianten?

Verglichen mit dem bereits erwähnten Wildtyp zeigen sich bei Omikron über 30 Mutationen vor allem an Spike-Protein*, mit dem das Coronavirus menschliche Zellen befällt. Laut Biontech-Gründer Uğur Şahin sei ein Teil dieser Mutationen auch in anderen Varianten, darunter Alpha, vorhanden.

Doch hätten frühere Corona-Varianten nur etwa zehn bis 15 Mutationen aufgewiesen. Es wird befürchtet, dass diese Änderung bei Omikron, bei der vor allem ein Symptom auf eine Infektion mit der Corona-Variante hindeutet, dazu führt, dass die bisherigen Impfstoffe gegen eine Corona-Infektion weitaus weniger wirksam sind. Zudem würden die nach einer Impfung im Körper gebildeten Antikörper nicht ausreichen.

De facto sehen Forscher Hinweise darauf, dass Omikron deutlich ansteckender ist als etwa die derzeit in Deutschland vorherrschende Delta-Variante – und raten deswegen eindringlich und unisono zur Booster-Impfung.

Seit wann wird schon an einem Impfstoff-Update bei Biontech, Moderna und AstraZeneca für die Omikron-Variante geforscht?

Grundsätzlich bleiben Spritzen gegen das Coronavirus, egal ob Erst-, Zweit- oder Booster-Impfung, das probate Mittel in der Pandemie. Wie aber gestaltet sich der Stand hinsichtlich der an die Omikron-Variante angepassten Impfstoffe? Es sind vor allem Biontech/Pfizer und Moderna, die seit Beginn ihrer erstmals eingesetzten Impfstoffe mit der Möglichkeit werben, diese schnell an Virus-Veränderungen anpassen zu können.

Die Hersteller der sogenannten mRNA-Präparate bereiten ihre Vakzine schon seit Monaten auf etwaige Mutationen des Coronavirus vor, beispielsweise mit klinischen Untersuchungen. „Diese Studien haben gezeigt, dass Varianten-Impfstoffe gleich gut vertragen werden und ähnliche Symptome zeigen wie das Original-Vakzin gegen den Wildtyp“, wird Biontech-Gründer Sahin von der dpa zitiert.

US-Hersteller Moderna hat Ende November mit der Anpassung seines mRNA-Impfstoffes speziell gegen die Omikron-Variante begonnen. „Diese Studien haben gezeigt, dass Varianten-Impfstoffe gleich gut vertragen werden und ähnliche Symptome zeigen wie das Original-Vakzin gegen den Wildtyp“, heißt es von Deutschland-Geschäftsführer Gerald Wiegand gegenüber der dpa. Nach eigenen Angaben hat auch Astrazeneca erste Schritte hinsichtlich der Produktion eines Omikron-Impfstoffes unternommen*.

Biontech und Moderna: Wann genau ist mit einem Impfstoff gegen Omikron zu rechnen?

Biontech selbst hat verlauten lassen, bereits Voraussetzungen zu schaffen, um den Impfstoff gegen Omikron schnell herstellen zu können. Laut Unternehmensgründerin Özlem Türeci könnten die ersten kommerziellen Chargen bereits im März 2022 lieferbar sein – in millionenfacher Ausführung.

Doch nimmt die Biontech-Gründerin auch eine Einschränkung vor und bezieht sich dabei auf Studienergebnisse: „Diese sind keine Grundlage, um präventiv über die Notwendigkeit eines an Omikron angepassten Impfstoffs zu entscheiden. Wir müssen weitere Labordaten und vor allem auch Daten aus der Praxis auswerten, die in den nächsten Wochen erwartet werden“.

Ob und wann Moderna ein Omikron-spezifisches Vakzin für Booster-Impfungen auf den Markt bringt, ist auch noch unklar. Denn „das Geschehen ist sehr dynamisch“, heißt es in diesem Kontext von Deutschland-Chef Gerald Wiegand. Gegenwärtig würde eine Booster-Impfung mit dem aktuell zugelassenen Präparat von Moderna den Antikörperspiegel gegen Omikron – in Abhängigkeit von der Dosis - um das bis zu 83-Fache steigern können.

Omikron: Wie geht Hersteller Biontech bei der Anpassung des Corona-Impfstoffes vor?

„In dem Moment, wo die genetische Information zu einer Virusvariante verfügbar ist – das war sie Ende November –, wird diese Information in unserer Impfstoffentwicklung entsprechend angepasst“, heißt es von Wiegand. Bei Biontech wird nach eigenen Angaben wiederum zunächst der Bauplan des Spike-Proteins der neuen Variante ermittelt, aus dem die mRNA für die angepasste Impfung erstellt wird.

Ein Prozess, der etwa sechs Wochen dauern würde. Sollten deren Qualitätsmerkmale allen Erwartungen entsprechen, könnten die Vakzine für die Booster-Impfung auch auf den Markt kommen. Behördliche Genehmigungen seien jedoch immer vorausgesetzt, merkt Biontech-Gründer Sahin an.

Wie ist die Meinung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA zu Omikron-Impfstoffen?

Die EMA ist der Ansicht, dass es aktuell noch zu früh sei zu entscheiden, ob ein angepasster Impfstoff mit einer anderen Zusammensetzung überhaupt notwendig sei. Denn zunächst einmal müssten „weitere Daten über die Auswirkungen der Variante auf die Wirksamkeit der zugelassenen Impfstoffe“ gesammelt werden, heißt es von der EMA gegenüber der dpa.

Doch damit nicht genug. Zudem seien weitere Informationen zur Übertragbarkeit und Sterblichkeit bei Omikron notwendig. Zuletzt hatten Biontech/Pfizer mitgeteilt, dass nach vorläufigen Labor-Ergebnissen drei Dosen ihres bisherigen Produktes einen ausreichenden Schutz vor schweren Erkrankungen nach einer Omikron-Infektion bieten würden. Sollte es zu einer Anpassung der Vakzine-Hersteller kommen, hätte die EMA aber schon Vorbereitungen getroffen.

Omikron: Wie kommen die Vakzine von Biontech und Moderna für Booster-Impfungen auf den Markt?

Für den Fall, dass ein möglicher angepasster Impfstoff von Biontech und Moderna nur ein etwas anderes genetisches Konstrukt enthält als das bereits zugelassene, „ist in der EU dazu nur eine kleine klinische Prüfung erforderlich, um die ursprüngliche Zulassung umzustellen“. Das sagte Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Im skizzierten Szenario würden die Umstellungen im genetischen Material und im Herstellungsprozess des jeweiligen Impfstoffs geprüft werden. Nach eigenen Angaben sind sowohl Biontech als auch Moderna bereits im permanenten Austausch mit den Zulassungsbehörden. „Es ist noch zu früh, eine eindeutige Prognose zu treffen“, schränkt Wiegand jedoch ein.

Wie läuft im nächsten Schritt die konkrete Zulassung der an Omikron angepassten Impfstoffe von Biontech, Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson ab?

Bereits seit Februar 2021 gibt es einen EMA-Leitfaden, in dem die konkreten Anforderungen an die Impfstoffhersteller Biontech, Moderna, AstraZeneca und Johnsons & Johnson beschrieben werden. Diese beziehen sich darauf, wenn Anpassungen der Vakzine aufgrund neuer Virus-Varianten vorgenommen werden sollen.

Hat der Mutter-Impfstoff bereits die Zulassung erhalten, muss der veränderte Wirkstoff nicht erneut das komplette Prüfungsverfahren durchlaufen. In diesem Fall sei eine klinische Testreihe über die Wirksamkeit mit einer geringen Zahl von Probanden schon ausreichend.

Geht das Impfen mit den Vakzinen von Biontech, Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson aufgrund von Corona-Varianten wie Omikron wieder von vorne los?

„Die aktuellen Konzepte gehen in die Richtung, dass man die Möglichkeit des Boosterns prüft“, heißt es in diesem Kontext von Modernas Deutschland-Chef Wiegand im Zusammenhang mit den Vakzinen von Moderna, Biontech, AstraZeneca und Johnson & Johnson . Booster-Impfungen seien nämlich nicht nur bei Covid-19, sondern auch bei anderen Infektionskrankheiten ein „übliches Herangehen“.

Heißt im Zusammenhang mit der : Nach der ersten, abgeschlossenen Impfserie gegen den Corona-Wildtyp könnte es eine weitere Auffrischungsimpfung geben, die sich speziell gegen die jeweils neue Variante richtet. Befürchtungen von Corona-Leugnern und Impfgegnern, es seien Impfserien mit insgesamt drei neuen Impfungen gegen Omikron geplant, kann somit der Wind aus den Segeln genommen werden. (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de, 24hamburg.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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