Überblick zur Auffrischung

Booster-Impfung: Fragen, Antworten und Fakten zur Spritze gegen Corona

Nicht zuletzt wegen des Aufkommens von Omikron raten Mediziner und Virologen zur Booster-Impfung. Doch was ist bei der erneuten Spritze gegen Corona zu beachten?

Berlin – Egal, ob Erst-, Zweit- oder Booster-Impfung: Die Spritze gegen das Coronavirus stellt mindestens die Basis im Kampf gegen die Pandemie dar. Manch einer sträubt sich noch, möchte medizinische Studien zu den Impfstoffen gegen Corona abwarten oder führt schlicht krude Gründe auf, sich nicht impfen zu lassen. Doch die rasante Verbreitung von Omikron macht es notwendiger denn je. kreiszeitung.de zeigt, was im Speziellen über die Booster-Impfung zu wissen ist.

Wie gut schützt eine Booster-Impfung gegen Omikron?

Wird nach der Impfwirkung gefragt, muss grundsätzlich zwischen dem Schutz vor einer Infektion und dem Schutz vor einer schweren Erkrankung unterschieden werden. Denn „der reine Schutz vor Ansteckung mit Omikron wird mit den jetzigen Impfstoffen immer suboptimal sein“, heißt es vom Immunologen Carsten Watzl gegenüber der dpa.

Booster-Impfungen gegen das Coronavirus sind wichtiger denn je. Doch was gilt es rund um die Auffrischungsimpfung zu beachten? (Symbolbild)

„Die Impfstoffe tun trotzdem, was sie sollen: Sie schützen vor schweren Verläufen und das sehen wir aktuell bei Omikron“, fügt der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI) jedoch an. Eine Aussage, die durch eine unlängst veröffentlichte Analyse der britischen Gesundheitsbehörde „UK Health Security Agency“ (UKHSA) untermauert wird.

Denn hier wird darauf hingewiesen, dass Booster-Impfungen der besonders gefährdeten Gruppe der Senioren auch bei Omikron einen hohen Schutz vor schweren Verläufen bieten. Demnach liegt der Schutz vor Einlieferung ins Krankenhaus für Menschen ab 65 Jahren, deren Booster-Impfung drei Monate zurückliegt, noch immer bei 90 Prozent.

Wie unterscheiden sich die Impfwirkung von Grundimmunisierung und Booster-Impfung?

Der Schutz vor einer Ansteckung bei Omikron lasse nach der Grundimmunisierung, also nach der ersten abgeschlossenen Impfserie gegen Corona, recht schnell nach. Das sagt Sebastian Ulbert, Impfstoffexperte vom Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie.

Demgegenüber steht die Booster-Impfung, die den Schutz vor einer Ansteckung mit Omikron* zumindest für die erste Zeit nach der Impfung wieder deutlich verbessere. Das würde aus den Antikörpern resultieren, die wieder zuhauf gebildet werden. Vor einer schweren Erkrankung würde aber wohl schon die Grundimmunisierung gegen Corona weiterhin recht gut schützen, sagt Ulbert.

Carsten Watzl wiederum verweist auf einen UKHSA-Report zur Effektivität der Impfung gegen einen schweren Verlauf mit Omikron, der letztendlich dazu führe, dass Betroffene ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen. Demnach liegt der Schutz bis sechs Monate nach der zweiten Impfung bei etwa 72 Prozent, nach dem Booster sogar bei rund 88 Prozent. Im Zuge der noch vergleichsweise jungen Omikron-Welle lasse sich aber noch nicht seriös sagen, wie lange der Schutz jeweils anhält.

Warum schützen Impfstoffe nicht so gut vor einer Omikron-Infektion wie vor einer Infektion mit anderen Corona-Varianten?

Immer mehr registrierte Infektionen bei Menschen mit Grundimmunisierung oder gar Booster-Impfung lassen den Schluss zu, dass die Impfstoffe vor einer Omikron-Ansteckung weniger gut schützen als vor anderen Corona-Mutanten, darunter die Delta-Variante*. Doch woran liegt das?

„Die Impfstoffe wurden auf eine bestimmte Sequenz des Spike-Proteins entwickelt, das sich auf der Virusoberfläche befindet. Mittlerweile gibt es jedoch Varianten, die haben das Spike-Protein an entscheidenden Stellen verändert“, heißt es in diesem Kontext von Impfstoffexperte Ulbert.

Omikron werde dadurch nicht mehr so gut vom Immunsystem erkannt. Zudem würde hinzukommen, dass bei ansteckenderen Corona-Varianten meist weniger Viren für eine Infektion ausreichten.

Welche Impfstoffe schützen am besten gegen Omikron?

Nicht alle Impfstoffe wirken gleich stark gegen Omikron und manche Vakzin-Kombinationen sind bei Grundimmunisierung sowie Booster-Impfung schlicht effektiver. Das legen erste Studien nahe. Doch rät Ulbert von Pauschalaussagen darüber ab, welche Impfstoffe am besten schützen.

Denn alle bisherigen Corona-Impfstoffe hätten gezeigt, dass der Schutz vor Ansteckung mit der Zeit nachlasse. Dass die zirkulierenden Antikörper nach und nach weniger würden, sei aber auch völlig normal. „Bei den wenigen Studien bisher zum Schutz vor Omikron wurden vor allem Ansteckungen oder Infektionen mit leichten Symptomen betrachtet“, merkt der Impfstoffexperte an.

Seiner Ansicht nach müssten Studien länger laufen, um den Schutz vor schweren Erkrankungen besser beurteilen zu können. Demgegenüber steht folgende Meinung vom Immunologen Watzl: „Moderna ist der etwas bessere von den beiden mRNA-Impfstoffen – einfach, weil er die höhere Dosis verwendet“.

Wieso verschwindet der Schutz durch eine Booster-Impfung überhaupt wieder?

Auch nach der Booster-Impfung gegen Corona wird der Schutz vor Infektionen mit der Zeit wieder nachlassen. Dies steht laut diversen medizinischen Berichten bereits fest. „Die vielen Antikörper, die man nach dem Booster hat, gehen mit der Zeit wieder verloren“, heißt es in diesem Kontext von Watzl.

„Das hat den Hintergrund, dass das Immunsystem auf die Impfung reagiert wie auf eine Infektion und erst einmal viele Antikörper produziert“, führt der Immunologe aus. Irgendwann würden diese aber nicht mehr gebraucht, sodass die Zahl sich deutlich reduziere. Die Konsequenz: Das Risiko, sich mit Corona zu infizieren, steigt wieder an.

Welche Vorteile bringt eine Booster-Impfung neben den gesundheitlichen Aspekten mit sich?

Infolge des Corona-Gipfels von Bund und Ländern am Freitag, 7. Januar 2022, greift in gastronomischen Betrieben bundesweit die 2G-plus-Regel. Damit können Restaurants oder Cafés nur noch von Geimpften und Genesenen besucht werden, die zusätzlich einen Nachweis über einen negativen Corona-Test erbringen.

Von dieser Testpflicht bei der 2G-plus-Regel sind Menschen, die bereits ihre Booster-Impfung erhalten haben, jedoch ausgenommen. Nachdem die Auffrischungsimpfung gegen Corona erfolgt ist, wird der erneuerte Impfschutz einer Person auch direkt anerkannt. Wie lange geboosterte Person aber eben jenen Impf-Status innehaben, ist noch unklar.

Kommt es zur dauerhaften Booster-Impfung?

Derzeit würde es laut Immunologen Watzl noch keinen engmaschigen Impfschutz brauchen. Denn zunächst sei es das wichtigste Ziel, die Ausbreitung vom Coronavirus einzudämmen, wie es auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) fordert. In diesem Kontext spricht er auch von einer „Impflücke“. Mit Blick in die Zukunft sei der Schutz vor schweren Corona-Verläufen aber das primäre Ziel.

Bei vulnerablen Gruppen könnten dann regelmäßige Booster-Impfungen sinnvoll bleiben. Doch bei jüngeren und vor allem gesunden Menschen sei gut vorstellbar, dass es künftig keine regelmäßigen Booster-Impfungen mehr brauche. Vorausgesetzt, das Virus verändere sich nicht gravierend und stelle Mediziner, Virologen, aber auch Rettungsdienste wie mit der Omikron-Variante vor neue Herausforderungen. (mit Material der dpa) * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Jörg Carstensen/dpa

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