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Booster-Impfung: Fragen und Antworten zur Spritze gegen Corona

Zu sehen ist, wie ein Mann eine Impfung gegen das Coronavirus erhält.
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Booster-Impfungen sind wichtiger denn je. Doch bevor eine weitere Spritze gegen Corona verabreicht wird, sollten offenen Fragen geklärt werden. (Symbolbild)

Um vor Omikron besser geschützt zu sein, empfehlen sich Booster-Impfungen. Doch was gibt es bei der dritten Spritze gegen Corona zu beachten? Der Überblick.

Berlin – Eine Nachricht, die überraschend kam: Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat am Dienstag, 21. Dezember 2021, ihre Empfehlung für Booster-Impfungen bereits nach drei Monaten ausgesprochen*. Kurz vorm Weihnachtsfest besteht also grundsätzlich die Möglichkeit, sich schon deutlich früher nach der bisher letzten Impfung gegen Corona erneut eine Spritze verabreichen zu lassen. Vorab sollten offene Fragen geklärt und grundlegende Informationen vermittelt werden.

Warum wird eine Booster-Impfung gegen Corona empfohlen?

Verschiedene medizinische Studien haben nachgewiesen, dass die Grundimmunisierung gegen das Coronavirus bereits nach einigen Monaten wieder nachlässt. Mit der Booster-Impfung kann die nachlassende Immunantwort erhöht und damit letztendlich der Impfschutz aufrechterhalten werden.

Eine Beobachtung, die auch von andern Impfungen, beispielsweise Tetanus oder Polio, bekannt ist. Mit dem Begriff „Booster-Impfung“ ist ein mittlerweile weit verbreitetes Synonym für Auffrischungsimpfung gemeint. Das Wort „Booster“ stammt aus dem Englischen und lässt sich mit „Verstärker“ übersetzen.

Welche Nebenwirkungen kann eine Booster-Impfung mit sich bringen?

Wie bei Erst- und Zweitimpfung, können auch bei einer Booster-Impfung mit Biontech oder Moderna dieselben Symptome auftreten*. Nach Angaben vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Hessen sind nach Impfungen mit dem Covid-19-Impfstoff „Comirnaty“ von Biontech/Pfizer bisher folgende Nebenwirkungen aufgetreten:

Schmerzen und Schwellungen an der Injektionsstelle, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Fieber, Schüttelfrost sowie Durchfall. Doch auch allergische Reaktionen, verminderter Appetit, starkes Schwitzen oder Schwächegefühl zählen zu den Nebenwirkungen, die nach einer Booster-Impfung auftreten können.

Macht die Booster-Impfung gegen Corona aus medizinischer Sicht Sinn?

Definitiv. Liegt bei Personen nach einer vollständigen Impfung keine ausreichende oder eine schnell nachlassende Immunantwort vor, wird die Booster-Impfung grundsätzlich empfohlen und auch angeboten. Zu diesen Personengruppen zählen vor allem Bewohner von Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, weitere Einrichtungen für vulnerable Gruppen sowie Personen mit einer Immunschwäche.

Durch die neue Corona-Variante Omikron wird jedoch noch eindringlicher zu einer Booster-Impfung geraten. Dies betrifft dementsprechend auch Menschen, die nicht unter die aufgezählten Personengruppen fallen. Schließlich gilt Omikron als aggressive Variante des Coronavirus – und soll zeitnah die dominierende Variante in Deutschland sein.

Sollte bei der Booster-Impfung derselbe Impfstoff wie bei den Spritzen zuvor verwendet werden?

Grundsätzlich sollte für die Booster-Impfung auch der mRNA-Impfstoff verwendet werden, der bereits bei der Grundimmunisierung zum Einsatz gekommen ist. Sollte dieser jedoch nicht verfügbar sein, kann auch der jeweils andere mRNA-Impfstoff eingesetzt werden. Die mRNA-Impfstoffe sind von Biontech/Pfizer und Moderna.

Einschränkungen erfolgen durch die Empfehlung der Stiko vom November 2021. So heißt es, dass Personen unter 30 Jahren und Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel ausschließlich mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft werden sollten. Das würde auch gelten, wenn die betroffenen Personen ihre erste Impfserie mit dem Vakzin von Moderna abgeschlossen haben.

Kann die Booster-Impfung Schwangeren oder deren Kind schaden?

Die Stiko empfiehlt Schwangeren die Grundimmunisierung mit zwei Dosen des Vakzins von Biontech/Pfizer. Die Booster-Impfung wiederum wird generell Schwangeren ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, Stillenden sowie allgemein Frauen im gebärfähigen Alter empfohlen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) verweist auf die aktuelle Studienlage, der zufolge schwere Nebenwirkungen (Fehlbildungen, Totgeburten) nach der Impfung in der Schwangerschaft nicht gehäuft vorkommen. Vielmehr sei die Schwangerschaft an sich ein relevanter Risikofaktor für schwere Covid-19-Verläufe.

Benötigen auch Kinder eine Booster-Impfung gegen Corona?

Die Booster-Impfung wird von der Stiko in der Regel erst für Menschen ab 18 Jahren empfohlen. Doch greift auch hier eine Ausnahme. Denn mittlerweile dürfen auch Kinder und Jugendliche ihre dritte Spritze gegen Corona* erhalten – in Form des Impfstoffs von Biontech/Pfizer. Dieser ist seit der Weihnachtswoche 2021 für Menschen ab fünf Jahren zugelassen. Den Impfstoff von Moderna erhalten hingegen nur Menschen, die über 30 Jahre alt sind.

Von dieser Booster-Empfehlung der Stiko sind jedoch „Einzelfälle bei beruflicher Indikation“ ausgenommen. Eine sperrige Formulierung des Bundesgesundheitsministeriums, die sich jedoch leicht übersetzen lässt. Gemeint ist, dass Jugendliche, die in Seniorenheimen oder Krankenhäusern arbeiten, nach einer individuellen Prüfung schon jetzt geboostert werden können.

Booster-Impfung: Interessierte sollten Arzt vorher Informationen über medizinische Vorgeschichte geben

Bevor es zur Booster-Impfung kommt, sollten dem jeweiligen Arzt unbedingt noch spezifische Informationen mitgeteilt werden. Es ist wichtig zu wissen, ob Vorerkrankungen, Allergien oder eine Immunschwäche vorliegen. Zudem muss Kenntnis darüber bestehen, ob und wenn ja, wie häufig Medikamente eingenommen werden.

Was ist der Anamnese-Bogen und wofür wird er bei der Booster-Impfung benötigt?

Mit dem Begriff „Anamnese“ wird die medizinische Vorgeschichte beziehungsweise die professionelle Erfragung von potenziell medizinisch relevanten Informationen durch Fachpersonal bezeichnet. Im Rahmen dessen antwortet entweder der Patient selbst oder eine dritte Person. Dies erfolgt auch vor Corona-Schutzimpfungen. Auf den entsprechenden Merkblättern oder Fragebögen wird zwischen den mRNA- (Biontech/Pfizer; Moderna) und Vektor-Impfstoffen (AstraZeneca; Johnson & Johnson) unterschieden.

Darüber hinaus sollte der impfende Arzt wissen, ob schon einmal eine Corona-Infektion vorlag – und wann dies der Fall gewesen ist. Zudem stellt sich die Frage nach der gegenwärtigen Gesundheit, auf die wahrheitsgemäß geantwortet werden sollte. Weiter muss an folgende Dokumente gedacht werden: an den Impfpass, den Personalausweis, den Anamnese-Bogen sowie die Einwillungserklärung.

Nebenwirkungen nach der Booster-Impfung: Betroffene können sich an Hausarzt oder örtliches Gesundheitsamt wenden

Wer sich nach der Booster-Impfung schlecht fühlen sollte, kann sich laut „Stiftung Gesundheitswissen“ umgehend an den ärztlichen Bereitschaftsdienst werden. Dieser ist unter der Telefonnummer 116 117 erreichbar. Auftretende Nebenwirkungen nach der Auffrischungsimpfung können aber auch dem Hausarzt, dem Paul-Ehrlich-Institut oder dem örtlichen Gesundheitsamt gemeldet werden.

Zudem besteht für Geimpfte die Möglichkeit, in der Smartphone-App SafeVac 2.0 anzugeben, wie sie ihre Booster-Impfung vertragen haben. Mit diesem Wissen steht einer weiteren Spritze im Kampf gegen das Coronavirus also nichts mehr im Wege. (Stand der Daten: 21. Dezember 2021) * kreiszeitung.de und ruhr24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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