Bundeskriminalamt erklärt

Darum schoss der Autobahn-Sniper 762 Mal

Wiesbaden - Der mutmaßliche Autobahnschütze hat seine 762 Taten wenige Stunden nach der Festnahme gestanden. Er nannte laut BKA auch Gründe für seine kriminellen Aktionen.

Die jahrelange Serie von Schüssen auf deutschen Autobahnen ist nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) aufgeklärt. Ein Lastwagenfahrer habe die Taten wenige Stunden nach seiner Festnahme gestanden. Als Motiv habe der 57-Jährige aus Nordrhein-Westfalen „Ärger und Frust im Straßenverkehr“ genannt, sagte der BKA-Präsident Jörg Ziercke am Dienstag in Wiesbaden.

Seit 2008 hatte der Mann mindestens 762 Mal aus seinem Lastwagen auf andere Lastzüge geschossen, vor allem auf Autotransporter. Die Fahnder nahmen ihn am Sonntag in seinem Wohnort in der Eifel fest. Mehrere Waffen seien sichergestellt worden, sagte Ziercke. Man habe bei dem Verdächtigen auch noch 1300 Schuss Munition gefunden. Ziercke nannte den Fall „bislang einzigartig in der Kriminalgeschichte“.

Der Würzburger Staatsanwalt Dietrich Geuder kündigte an, der 57-Jährige werde sich wegen versuchten Totschlags verantworten müssen. Dem Fahrer werden auch Verstöße gegen das Waffengesetz vorgeworfen. Der Mann sei „ein frustrierter Einzelgänger mit einem Hass auf andere Menschen und einer Affinität zu Waffen“. 2009 war bei den Schüssen eine Autofahrerin auf der A3 bei Würzburg am Hals getroffen und schwer verletzt worden.

dpa

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb

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