BGH: Entschädigung bei verspäteten Flügen

+
Passagiere, die stundenlang auf ihren Flieger warten müssen, können eine Entschädigung verlangen.

Karlsruhe - Nun ist es auch vom höchsten deutschen Zivilgericht entschieden: Passagiere deutlich verspäteter Flüge können künftig von ihrer Fluglinie einen Ausgleich verlangen.

Gerade die Wetterbedingungen der letzten Wochen sorgten an zahlreichen Flughäfen für stundenlange Verspätungen oder Flugausfälle. Jetzt können die Fluggäste bis zu 600 Euro Entschädigung verlangen. So lautet die Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) in einem am Freitag veröffentlichten Urteil. Die Karlsruher Richter stehen damit im Einklang mit dem Europäischen Gerichtshof (EuGH), der schon im vergangenen November den Weg für mehr Rechte der Fluggäste geebnet hatte.

Airlines & ihre Flugbegleiterinnen

Airlines & ihre Flugbegleiterinnen

Der Gerichtshof in Luxemburg hatte dabei erstmals anerkannt, dass Fluggästen pauschale Zahlungen von - je nach Distanz - 250, 400 oder 600 Euro zustehen, wenn ihr Flug mindestens drei Stunden verspätet ist. Die Karlsruher Richter hatten den Fall zunächst dem EuGH vorgelegt, um die Auslegung der Fluggastrechteverordnung zu klären.

Im vorliegenden Fall hatte sich ein Flug von Toronto nach Frankfurt um 25 Stunden verzögert. Geklagt hatte ein Paar aus Neustadt an der Weinstraße, das bei der Fluggesellschaft Condor für Juli 2005 einen Charterflug nach Kanada gebucht hatte. Der Rückflug verschob sich wegen technischer Defekte der Maschine, die Gäste bekamen ihr Gepäck zurück und wurden zur Übernachtung in ein Hotel gebracht.

Condor hatte eine Entschädigung abgelehnt, weil es sich lediglich um eine Verspätung gehandelt habe, nicht aber um eine Annullierung. Dem folgten das Amtsgericht Rüsselsheim und das Landgericht Darmstadt - nicht aber die höchsten deutschen und europäischen Richter.

Auf die Revision der Kläger verurteilte jetzt der BGH die Fluggesellschaft zu einer Ausgleichszahlung wegen des “erheblich verspäteten Fluges“; vier weitere ähnliche Streitfälle wurden ebenso entschieden (AZ: Xa ZR 95/06 - Urteil vom 18. Februar 2010).

Der BGH sah auch keine Veranlassung - wie von der Fluggesellschaft gefordert - den Rechtsstreit erneut dem EuGH vorzulegen. “Zweifel an der Gültigkeit der Fluggastrechteverordnung bestehen nicht“, entschieden die Karlsruher Richter.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Xi Jinping warnt vor Gefahren für China

Xi Jinping warnt vor Gefahren für China

Citroën C3 Aircross im Test: Aufbruch ins Abenteuerland

Citroën C3 Aircross im Test: Aufbruch ins Abenteuerland

Von Braeburn bis Boskoop: Kochen und Backen mit Äpfeln

Von Braeburn bis Boskoop: Kochen und Backen mit Äpfeln

Reis ist eine Delikatesse für sich

Reis ist eine Delikatesse für sich

Meistgelesene Artikel

Zeitumstellung 2017: Wann wird die Uhr auf die Winterzeit umgestellt?

Zeitumstellung 2017: Wann wird die Uhr auf die Winterzeit umgestellt?

Verurteilt: Jugendlicher versuchte aus Hass seine Eltern mit Axt zu töten

Verurteilt: Jugendlicher versuchte aus Hass seine Eltern mit Axt zu töten

Schamlos: Apotheker wegen mutmaßlichem Betrug mit Krebspräparaten vor Gericht

Schamlos: Apotheker wegen mutmaßlichem Betrug mit Krebspräparaten vor Gericht

Das kann jeder Zeuge für einen Menschen tun, der verbal angegriffen wird

Das kann jeder Zeuge für einen Menschen tun, der verbal angegriffen wird

Kommentare