Bewerber-Checks im Netz: Konsequenzen gefordert

Osnabrück/Berlin - Nach Bekanntwerden von systematischen Bewerber-Überprüfungen durch Arbeitgeber im Internet fordern Datenschützer Konsequenzen.

Der schleswig-holsteinische Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert plädierte für ein Internet- Datenschutzgesetz, während der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar sich dafür aussprach, Datenschutz im Netz zum Pflichtstoff in Schulen und Hochschulen machen.

“Der Datenschutz im Internet ist bisher nicht einmal ansatzweise geregelt. Es darf sich niemand wundern, dass es in diesem rechtsfreien Raum drunter und drüber geht“, sagte Weichert der “Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). Die Bundesregierung müsse “die katastrophale Situation nach der Bundestagswahl zügig beheben und ein spezielles Datenschutzgesetz für das Internet vorlegen“. Bisher habe der Politik leider jede Sensibilität für den Schutz der Verbraucherdaten im Netz gefehlt.

Schaar sagt der Zeitung: “Das Thema Datenschutz im Internet muss flächendeckend fester Bestandteil der Lehrpläne von Schulen und Hochschulen werden.“ Viele junge Menschen unterschätzten die lauernden Gefahren, wenn sie persönliche Informationen im Netz unbefangen preisgäben, erklärte der Bundesdatenschutzbeauftragte. Den Nutzern sozialer Netzwerke und anderer Foren müsse klar werden: “Das Internet vergisst nie.“

Mehr als ein Viertel der Arbeitgeber - 28 Prozent - sucht bei der Auswahl gezielt im Netz nach Informationen über die Job-Anwärter, wie eine am Freitag veröffentlichte Befragung von 500 Unternehmen im Auftrag des Bundesverbraucherschutzministeriums ergeben hatte. Bei 25 Prozent der Firmen kommt es vor, dass ein Bewerber deshalb erst gar nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen oder eingestellt wird. Vor allem abfällige Bemerkungen über die Arbeit oder das Arbeitsumfeld kommen bei potenziellen Arbeitgebern nicht gut an. 76 Prozent der Firmen gaben an, dies wirke sich negativ auf ihr Bild des Job-Aspiranten aus. Auch Interessen, die deutlich von der Bewerbung abweichen, oder sehr Privates wie beispielsweise Partybilder werten Personalentscheider kritisch. Generell durchsuchen Großunternehmen bei der Personalauswahl eher das Internet als kleine Unternehmen. Dabei nutzen sie auch soziale Netzwerke wie Facebook oder StudiVZ.

dpa

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