Bewährungsstrafe für sexuellen Missbrauch

Fulda - Ein Organist ist in einem Missbrauchsprozess zu einer Bewährungs- und einer Geldstrafe verurteilt worden. Die Zeitangaben des Opfers seien nicht konkret genug für eine härtere Strafe, so die Richterin.

Bei der Urteilsverkündung brach das heute 28 Jahre alte Opfer weinend zusammen, der angeklagte Kirchenorganist verfolgte den Spruch der Richter dagegen mit unbewegter Miene. Der 68-Jährige aus Osthessen hatte bei der polizeilichen Vernehmung zugegeben, die Tochter von Nachbarn sexuell missbraucht zu haben. Das Landgericht Fulda verurteilte den Mann am Dienstag zu einer Bewährungsstrafe von 19 Monaten Haft und 3000 Euro Geldbuße.

Der Organist, der sich im Prozess nicht weiter geäußert hatte, wurde wegen zwei Missbrauchs- Fällen verurteilt. Die zeitlichen Angaben der Frau seien nicht konkret genug gewesen, begründete Richterin Michaela Kilian-Bock das Urteil. Es habe auch nicht zusammengepasst, dass das Opfer immer wieder mit dem Mann und dessen Hund spazieren gegangen sei und das Küsteramt in der Kirche angenommen habe. Dort war der Angeklagte Organist. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft, die sechs Jahre Haft verlangt hatte, war es zu mindestens sieben Vergewaltigungen in den Jahren 1987 bis 2002 gekommen.

Im Prozess hatte die Frau gesagt, der Angeklagte habe sie in einer Holzhütte, seiner Garage und in der Sakristei vergewaltigt. Im Prozess wurden Angaben des Opfers zum zeitlichen Ablauf jedoch widerlegt. Ein ärztliches Attest hatte dem Angeklagten nach einem Schlaganfall auch Impotenz bescheinigt. Die Anwältin des Opfers, Änne Ollmann, kritisierte das Urteil. Wer fast täglich sexuellem Missbrauch ausgesetzt sei, könne sich häufig nicht mehr an die genauen Daten und zeitlichen Abläufe erinnern, sagte die Verteidigerin.

Viele Dorfbewohner, die den Prozess als Zuschauer verfolgt hatten, reagierten verärgert und enttäuscht. Die Vorwürfe gegen den im Ort bekannten Mann haben das 200-Seelen-Dorf in zwei Lager gespalten. Die Richterin erwähnte, dass die Ehefrau des Angeklagten telefonisch bedroht worden sei. Jetzt überlegen Staatsanwaltschaft und Nebenklage, ob sie gegen das Urteil Revision einlegen werden.

dpa

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