Betrugsvorwurf bei U-Bahn: Staatsanwälte prüfen

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Die Tunneltaufe der Düsseldorfer U-Bahn am 01.03.2010.

Düsseldorf - Im Zusammenhang mit den Betrugsvorwürfen beim Bau der U-Bahn in Düsseldorf hat die Staatsanwaltschaft noch nicht über die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens entschieden.

Geplant sei, dass zwei Staatsanwälte am Montag die Baustelle in Augenschein nehmen, sagte Johannes Mocken, der Sprecher der Düsseldorfer Anklagebehörde, am Samstag der Deutschen Presseagentur dpa.

Zu einem Bericht des "Kölner Stadt-Anzeigers", wonach ein Bauarbeiter des Baukonzerns Bilfinger Berger gegenüber seinem Arbeitgeber die Manipulation von Protokollen beim Düsseldorfer U-Bahn-Bau gestanden habe, sagte er: "Das ist für die Staatsanwaltschaft nichts Neues". Die Zeitung hatte sich auf einen Sprecher des Firmenkonsortiums berufen, das auch die Kölner U-Bahn baut.

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Die Stadt Düsseldorf hatte vor knapp zwei Wochen Strafanzeige gegen zwei Mitarbeiter von Bilfinger Berger erstattet, nachdem in Düsseldorf - wie in der Nachbarstadt Köln - gefälschte Bauprotokolle entdeckt worden waren. Mocken berichtete, mit der Strafanzeige seien der Staatsanwaltschaft zwei Gesprächsprotokolle zwischen Vertretern der Kommune und dem Baukonzerns übergeben worden. In einem der Protokolle werde der Vorgang benannt. Ein juristischer Vorwurf könnte Fälschung technischer Aufzeichnungen sein, sagte der Sprecher.

Die Zeitung berichtete, der suspendierte Mitarbeiter habe angegeben, die für die Vermessung der Schlitzwände notwendigen Geräte seien gelegentlich ausgefallen. In diesen Fällen seien die fehlenden Daten für die Protokolle "frei erfunden" worden. Dies sei etwa deshalb geschehen, um pünktlich Feierabend zu machen. Die erfundenen Daten aber seien "in dem Bewusstsein nachgetragen worden, dass die Schlitzwände korrekt gesetzt wurden".

Ein Sprecher des Firmenkonsortiums widersprach der Darstellung, dass Daten frei erfunden worden seien. Wo die anfällige Technik nicht zur Verfügung stand, hätten die Mitarbeiter aufgrund ihrer Erfahrung und bestimmter visueller Gegebenheiten die Protokolle erstellt. Die Schlitzwände sollen die Baugruben unter anderem vor Grundwasser schützen. Hinsichtlich der U-Bahn in der Landeshauptstadt besteht der Verdacht, dass die Protokolle von 27 Wandabschnitten gefälscht wurden. ÄStaatsanwaltschaftÜ:

dpa

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