Der große Vergleich

AstraZeneca, Biontech, Johnson&Johnson: Welches ist der beste Impfstoff?

Die Corona-Impfstoffe AstraZeneca, Biontech/Pfizer, Moderna und Johnson & Johnson sind in Deutschland zugelassen. Aber welches Vakzin hat die beste Wirkung? 

Hamburg – Die Hansestadt Hamburg impft derzeit im Impfzentrum in den Messehallen, im Institut für Hygiene und Umwelt, beim Hausarzt und in ausgewählten Hamburger Krankenhäusern*. Zum Einsatz kommen dabei alle in der EU zugelassenen Impfstoffe der Hersteller Biontech/Pfizer, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson. Für Letztere wurde kürzlich sogar die Impfpriorisierung aufgehoben* – nun kann jeder Hamburger* sich damit Impfen lassen. Aber welcher Corona*-Impfstoff kann eigentlich was? Welche Nebenwirkungen treten bei welchem Vakzin auf? Alle Impfstoffe im großen Impf-Vergleich.

Virus:Coronavirus, COVID-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Vorkommen:Weltweit
Erster bekannter Fall: 1. Dezember 2019

Corona-Impfstoffe im Vergleich: Astrazeneca, Biontech, Moderna, Johnson & Johnson – kann man sich den Impfstoff aussuchen?

Wer sich einen Termin im Hamburger Impfzentrum* bucht, der weiß erst nach der Buchung, mit welchem Impfstoff er geimpft wird. Das heißt, den Impfstoff kann man sich normalerweise nicht aussuchen. Allerdings sind die Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson nach der Freigabe durch die Bundesregierung nun für Jedermann verfügbar.

Welcher Impfstoff ist der Beste? Der Große Impfstoff-Ratgeber.

Daher kommt schnell eine Frage auf: direkt mit einem der frei verfügbaren Vakzine Impfen lassen oder warten bis man nach Impfreihenfolge* dran ist? Ein Impfstoff-Vergleich kann bei der Frage helfen. Inwieweit sich die Impfstoffe in ihrer Schutzwirkung unterscheiden*, hat auch merkur.de zusammengefasst.

Astrazeneca, Biontech, Moderna, Johnson & Johnson: Corona-Impfstoffe im Vergleich – Welche Impfstoff-Typen gibt es und wie gut ist die Wirksamkeit?

Impfstoff:Biontech/Pfizer (Comirnaty)ModernaAstrazeneca (Vaxzevira)Johnson & Johnson (Janssen)
Impfstoff-Typ:mRNA-ImpfstoffmRNA-ImpfstoffVektor-ImpfstoffVektor-Impfstoff
Wirksamkeit:95 Prozent Schutz94,1 Prozent Schutz70-80 Prozent Schutz67 Prozent Schutz
Erforderliche Dosen:2221
  • Der Impfstoff von Biontech/Pfizer ist der erste Corona-Impfstoff, der in Deutschland zugelassen wurde. Bei dem Vakzin handelt es sich um einen sogenannten mRNA-Impfstoff. Erforderlich sind zwei Dosen im Abstand von drei bis sechs Wochen. Danach schützt er zu 95 Prozent. Etwa eine Woche nach der zweiten Dosis tritt diese Immunität ein.
  • Bei dem Impfstoff von Moderna handelt es sich ebenfalls um einen mRNA-Impfstoff. Auch hier werden zwei Dosen im Abstand von drei bis sechs Wochen benötigt. Nach der zweiten Impfung dauert es in etwa eine Woche, bis Geimpfte immun sind. Dann schützt das Vakzin zu 94,1 Prozent.
  • Der Impfstoff von Hersteller Astrazeneca ist ein sogenannter Vektor-Impfstoff. Er unterscheidet sich also im Impfstoff-Typ von Moderna und Biontech. Das Vakzin basiert auf dem Adenovirus, einer abgeschwächten Form des Schimpansen-Erkältungsvirus. Benötigt werden auch hier zwei Impfdosen, die im Abstand von vier bis zwölf Wochen verabreicht werden sollten. Die Wirksamkeit wird auf 70 bis 80 Prozent beziffert.
  • Auch der Impfstoff von Johnson & Johnson ist ein sogenannter Vektor-Impfstoff. Er basiert auf dem menschlichen Adenovirus und erforderlich ist nur eine Einzeldosis. Etwa zwei Wochen nach der Impfung tritt ein 67-prozentiger Schutz ein. Studien ergaben jedoch, dass das Vakzin etwa vier Wochen nach der Impfung zu 85 Prozent vor schweren Verläufen schützt.

Corona-Impfstoff im Vergleich: Impfstoff-Typ – worin unterscheiden sich mRNA- und Vektor-Impfstoffe?

  • Vektorimpfstoffe wie Astrazeneca und Johnson & Johnson enthalten das sogenannte Adenovirus. Diese Viren dienen als Transportmittel für das genetische Material des Spike-Proteins, welches charakteristisch für Corona ist. Über die Adenoviren gelangt es in die menschlichen Zellen. Dort soll der Körper das Spike-Protein dann selbst nachbauen und Antikörper herstellen. So soll sichergestellt werden, dass diese Antikörper dann wirken, wenn das Coronavirus (SARS-CoV-2) in den Körper eindringt.
  • Auch bei den mRNA-Impfstoffen wie Biontech/Pfizer und Moderna sollen durch das Spike-Protein Antikörper gegen SARS-CoV-2 gebildet werden. Allerdings benötigt diese Technologie dafür keine Viren. Vielmehr wird eine Bauanleitung des Spike-Proteins mithilfe winziger Fetttröpfchen in den Körper injiziert. Dann stellen die menschlichen Zellen das Protein selbst her. Im Anschluss entstehen dann ebenfalls Antikörper dagegen.

Astrazeneca, Biontech, Moderna: Corona-Impfstoffe im Vergleich – welche Nebenwirkungen treten häufig auf?

Bei den Impfstoffen aller Hersteller kann es nach der Impfung zu Nebenwirkungen und Immunreaktionen des Körpers kommen. Nebenwirkungen sollen dem Paul-Ehrlich-Institut nach Möglichkeit von den Geimpften gemeldet werden. Im Zeitraum vom 27. Dezember 2021 bis 30. April 2021 sind insgesamt 49.961 Verdachtsfälle bezüglich einer Nebenwirkung nach Corona-Impfung gemeldet worden.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören bei allen Herstellern mit minimalen Unterschieden: Kopfschmerzen, Ermüdung, Schmerzen an der Injektionsstelle, Muskelschmerzen (Myalgie) und lokale Reaktionen. Bei Astrazeneca kam es nach Impfung etwas häufiger als bei den anderen Vakzinen zu Grippeähnlichen Reaktionen, Fieber und Schüttelfrost. Nach einer Impfung mit Moderna kann es häufiger nach der Impfung zu einer Schwellung an der Einstichstelle kommen. Bei Biontech wurden zusätzlich auch Gelenkschmerzen nach der Impfung berichtet. Hinzu kommen bei allen Vakzinen seltenere Reaktionen wie Übelkeit, Schwindel, Ausschlag und Unwohlsein.

ImpfstoffVerdachtsfälleSchwerwiegende NebenwirkungenFall pro 1000 ImpfungenSchwerwiegender Fall pro 1000 Impfungen
Biontech (Comirnaty):20.1602.386 (11,8 %)0,90,1
Moderna:3.073175 (5,7 %)1,80,1
Astrazeneca (Vaxzevira):26.2062.132 (8,1 %)4,50,4
Johnson & Johnson (Janssen):301,4-

Impfstoff-Vergleich: Astrazeneca, Biontech und Moderna – welche schwerwiegenden Nebenwirkungen treten auf?

Zu den schwerwiegenden Nebenwirkungen nach der Corona-Impfung zählen solche, in Folge welcher eine medizinische Behandlung erforderlich ist. Dazu zählt auch eine sogenannte Thrombose mit Thrombozytopenie-Syndrom (TTS). Bis zum 30. April 2021 wurden dem Paul-Ehrlich-Institut 67 Fälle einer TTS nach einer Erst-Impfung mit Astrazeneca gemeldet. Nach Impfungen mit Biontech oder Moderna wurden bisher keine Fälle von TTS gemeldet. Allerdings kam es in jeweils 8 (Biontech) und 2 Fällen (Moderna) zu einer Thrombozytopenie. Ob bei Vektorimpfstoffen generell ein höheres Thrombose-Risiko* besteht, beantwortet fr.de.

Für den Impfstoff Astrazeneca entfällt nun die Priorisierung.

Nach Impfungen mit Biontech/Pfizer kam es in Israel und Deutschland, überwiegend bei jungen Männern, zu einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis)*. Bis zum 30. April 2021 wurden dem Paul-Ehrlich-Institut insgesamt 16 solcher Fälle gemeldet. Nach Impfung mit Astrazeneca wurden außerdem auffällig viele Fälle der Nervenkrankheit GBS gemeldet. Insgesamt 13 Mal trat diese Nebenwirkung 30 Tage nach der Impfung auf. Da die Impfungen mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson in Deutschland gerade erst begonnen* haben, liegen erst wenig Erkenntnisse zu dem Impfstoff vor. Diese hat merkur.de zusammengefasst.

Astrazeneca, Biontech, Moderna, Johnson & Johnson: Corona-Impfstoffe im Vergleich – welcher Impfstoff wird am häufigsten verimpft?

Wie viel Impfstoff im kompletten Jahr 2021 in Deutschland ankommt, ist bereits geplant. Wenn alle Hersteller diesen Plan einhalten können, bekommt Deutschland laut Bundesgesundheitsministerium 2021 insgesamt 100,7 Millionen Dosen Biontech/Pfizer, mindestens 78 Millionen Dosen Moderna, 56, 3 Millionen Dosen Astrazeneca und 36,7 Millionen Dosen Johnson & Johnson. Auch bei den bisher verimpften Mengen liegt der Impfstoff von Biontech/Pfizer mit Stand 29. April 2021 vorn.

Impfstoff:Verimpfte Dosen:
Biontech/Pfizer (Comirnaty):21.329.667
Moderna:1.667.261
Astrazeneca (Vaxzevira)5.775.546
Johnson & Johnson (Janssen)2.106

Corona-Impfstoffe von Astrazeneca, Biontech, Moderna, Johnson & Johnson im Vergleich: Welcher ist der Beste?

Was ist besser: Moderna oder Biontech? Astrazeneca oder Johnson & Johnson? Der mRNA- oder Vektor-Impfstoff? All diese Fragen sind schwierig zu beantworten. Im Endeffekt haben alle Vakzine ihre Vor- und Nachteile. Die mRNA-Impfstoffe gelten als etwas wirksamer, dafür wird bei Johnson & Johnson zum Beispiel nur eine Impfung benötigt. Und: die Vektor-Impfstoffe sind mittlerweile frei verfügbar.

Jeder kann ihn nun bekommen: Impfstoff von Johnson & Johnson.

Alle Impfstoffe, egal ob Moderna, Biontech/Pfizer, Astrazeneca oder Johnson & Johnsen schützen vor einem schweren Verlauf der Krankheit. Menschen, die unschlüssig sind, sollten sich aber unbedingt von einem Arzt beraten lassen. Denn auch diese Übersicht beantwortet nur einige der wichtigen Fragen, die sich die Menschen stellen. Die wichtigsten Antworten auf Fragen nach der Impfung* haben wir außerdem hier für Sie beantwortet.

Corona-Tests kostenlos möglich: Schnelltests helfen ebenfalls bei Immunisierung

Wer gemäß Impfreihenfolge aktuell noch nicht dran ist oder sich generell nicht gegen das Coronavirus impfen lassen möchte, der kann auch mit regelmäßiger Testung gegen Corona dabei helfen das Virus einzudämmen. In Hamburg kann sich jeder einmal die Woche kostenlos testen* lassen. Dafür gibt es zahlreiche Testzentren in der Stadt*. Wer es bequem mag, der kann sich im Corona-Drive-in* sogar ganz entspannt im Auto testen lassen. * 24hamburg.de, fr.de und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Westend61/imago images

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