Nach Tod eines Babys

Berliner Charité gesteht Fehler ein

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Ein Krankenwagen fährt in Berlin in das Rudolf-Virchow-Krankenhaus der Charité zur Rettungsleitstelle.

Berlin - Ein Neugeborenes starb in Berlin vermutlich an Darmkeimen. Sieben weitere Babys sind auch daran erkrankt. Nun hat die Berliner Uniklinik Charité erstmals Fehler eingeräumt.

Nach dem Tod eines wahrscheinlich mit Darmkeimen infizierten Babys an der Berliner Uniklinik Charité wird dort weiter mit Hochdruck nach der Ursache gesucht. Am heutigen Dienstag wollen sich die Klinik und das für die Hygieneaufsicht zuständige Bezirksamt Mitte zu den Vorfällen äußern. Der Zustand der sieben weiteren erkrankten Kinder ist nach Angaben der Charité vom Montagabend stabil. In Lebensgefahr war kein Säugling mehr. Bei einem weiteren Baby ohne Symptome ist der Darmkeim Serratia nachgewiesen worden; damit erhöhte sich die Zahl der Kinder mit Keimen auf 16. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.

Die Charité hat erstmals Fehler im Umgang mit dem Infektionsfall auf der Frühchenstation zugegeben. „Es wäre besser gewesen, schon am vergangenen Donnerstag die Öffentlichkeit zu informieren“, sagte Ulrich Frei, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik, dem „Tagespiegel“ vom Dienstag. Am Donnerstag, 18. Oktober, war für zwei Neugeborenen-Stationen ein Aufnahmestopp beschlossen worden. Erst zwei Tage später wurde die Öffentlichkeit darüber und über den Tod eines Babys informiert.

Virologe nimmt Klinik in Schutz: „Die geben sich wirklich Mühe"

Der Virologe Alexander S. Kekulé hat das Klinikum gegen Kritik verteidigt. Die Charité sei für ihre Hygiene bundesweit renommiert, sagte Kekulé am Montag im Deutschlandradio. „Die geben sich wirklich Mühe und sind auch Experten für diese Keime.“ Wenn selbst dort etwas passiere, müssten die Standard-Hygiene-Maßnahmen überdacht werden.

Das gestorbene Baby war als Notfall mit einem angeborenen Herzfehler von der Charité ins Deutsche Herzzentrum gebracht worden. Dort wurde es nach Angaben einer Sprecherin erfolgreich operiert. Dann seien aber Serratien-Keime festgestellt worden, an denen das Kind vermutlich starb, so die Sprecherin.

dpa

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