Orkanböen in Deutschland

Baum stürzt auf Schulhof: Zwei Schülerinnen schwer verletzt

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Durch einen umgestürzten Baum sind in einer Hamburger Schule zwei Schülerinnen schwer verletzt worden.

Hamburg - Heftige Stürme fegen über Deutschland. Polizei und Feuerwehr hatten am Freitag vor allem im Norden jede Menge zu tun: Bäume knickten reihenweise um, Bahnstrecken wurden zeitweise gesperrt, in Hamburg wurden zwei Schülerinnen schwer verletzt.

Heftige Orkanböen haben in Teilen Deutschlands erhebliche Schäden angerichtet und mehrere Menschen verletzt. Zwei Mädchen wurden auf einem Hamburger Schulhof von einem umstürzenden Baum getroffen und kamen in ein Krankenhaus. Auch bei wetterbedingten Unfällen auf Straßen und Gewässern gab es mehrere Verletzte. Der Bahnverkehr war vor allem im Norden gestört. Starke Stürme kappten in Schottland zeitweise die Stromversorgung von etwa 100 000 Menschen.

Stürme und Orkane halten Deutschland auch die nächsten Tage fest im Griff. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist frühestens Ende der kommenden Woche mit einer Beruhigung zu rechnen. Ursache dafür ist ein riesiges Zentraltief über Island („Christian“), das immer wieder kleinere Tiefdruckgebiete nach Europa schickt.

Die beiden in Hamburg schwer verletzten Mädchen sind Schülerinnen einer sechsten Klasse. Ein weiteres Kind wurde mit einem Schock ins Krankenhaus gebracht, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Ein Notfallseelsorger betreute Schüler und Lehrer. Der Baum war durch eine Windböe auf den Schulhof gestürzt. Im brandenburgischen Prenzlau musste eine Grundschule evakuiert werden, nachdem der Sturm das Dach weggefegt hatte. Keiner der rund 300 Schüler wurde verletzt.

Die Hamburger Feuerwehr musste zu mehr als 250 Einsätzen innerhalb von gut zwei Stunden ausrücken. Nach Angaben eines Sprechers knickte ein Baum nach dem anderen ab. Autos wurden darunter begraben. In der Hansestadt und in Schleswig-Holstein bremste der Sturm den Bahnverkehr auf mehreren Strecken aus. Tausende Reisende waren betroffen. Auch viele Fähren durften nicht mehr auslaufen.

Polizei und Feuerwehr waren auch in Sachsen-Anhalt im Dauereinsatz. Orkanböen mit bis zu 160 Stundenkilometern fegten über den höchsten Berg Norddeutschlands, den 1141 Meter hohen Brocken. In Berlin brach der Fußball-Bundesligist Hertha BSC wegen des Unwetters das Training ab. Die Mannschaft verließ fluchtartig den Platz.

Die Stadt München verschickte wegen befürchteter Orkanböen per Katastrophenwarnsystem „Katwarn“ eine Unwetterwarnung an die Handys registrierter Bürger. Das Bayerische Landesamt für Umwelt ging davon aus, dass sich „die Hochwasserlage am Wochenende deutlich verschärfen“ wird. Das gelte vor allem für den Bayerischen Wald. Der Sturm legte den Skibetrieb an der Zugspitze lahm. Um 14.00 Uhr wurden die Lifte an Deutschlands höchstem Berg abgeschaltet.

Orkane sind im Januar nichts Ungewöhnliches, wie der DWD betonte. „Das ist sogar recht typisch, weil die Temperaturunterschiede zwischen den Polen und den Tropen dann am größten sind - und die werden ausgeglichen“, sagte ein Meteorologe. Die Folge: Es entstehen starke Tiefdruckgebiete, die auf ihrer Vorderseite warme Luft von der Äquatorregion zu den Polen schieben und dabei Deutschland streifen. Deswegen wird es bei Sturmwetter auch so warm. Auf ihrer Rückseite zieht dann kalte Luft nach - es folgt ein Temperatursturz.

dpa

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