Sichtflüge: Diskussion um die Verantwortung

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Mit Ausnahmegenehmigungen dürfen die Airlines in Deutschland trotz Luftraumsperrung derzeit fliegen.

Frankfurt/Main - Seitdem die Airlines wieder fliegen dürfen, ist eine Diskussion darum entbrannt, wer die Verantwortung für die Sichtflüge trägt. Die Flugsicherung will dies jedenfalls nicht.

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Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat die international verabredeten Sichtflüge verteidigt, mit denen der Flugbetrieb seitdem Vulkanausbruch in Island wieder aufgenommen wurde. Die Deutsche Flugsicherung will derweil weiterhin nicht die Verantwortung für Flüge durch möglicherweise gefährliche Vulkanasche übernehmen; die Fluggesellschaften können den Betrieb mit Sichtflügen aber wieder aufnehmen und haben Sondergenehmigungen des Luftfahrtbundesamtes. Flugsicherungs-Sprecher Axel Raab stellt klar: “Die Verantwortung können wir nicht übernehmen.“ Daran sei die Flugsicherung auch durch internationale Vorschriften gehindert. Denn schließlich gibt der Deutsche Wetterdienst den Fluglotsen regelmäßig die neuesten Daten, wo sich die kleinsten Aschepartikel befinden könnten. Die Konsequenz: Die Flugsicherung verlängerte ihre Luftraumsperrungen bis zunächst 20.00 Uhr am Dienstag. Konkret bedeutet dies, dass kein Lotse für die Führung von Flugzeugen im unteren Luftraum verantwortlich ist.

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Doch Fluggesellschaften wie die Deutsche Lufthansa sehen keine Gefahr am strahlend blauen Frühlingshimmel. Sie ließen die Jets wieder starten. “Schon bei den Überführungsflügen am Samstag sind die Maschinen zum Teil bis 8000 Meter aufgestiegen und in Bereiche geflogen, in denen die Aschewolke nach den Simulationsberechnungen vermutet wurde“, sagt Lufthansa-Sprecher Andreas Bartels. Dabei seien keinerlei Schäden an den Triebwerken festgestellt worden, ebenso nach den jüngsten Flügen am Montag und Dienstag.

“Im Grunde will keiner die Verantwortung übernehmen“

Doch bei den Piloten regt sich Widerstand. “Man hat nur eine juristische Winkelkonstruktion gesucht, um die Flugzeuge in die Luft zu bringen“, schimpft etwa der Sprecher der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit, Jörg Handwerg. An der wissenschaftlichen Einschätzung der Gefährlichkeit der Aschewolken habe sich nichts geändert, kritisiert er im Deutschlandfunk. Die Flugsicherung zeigt Verständnis für die Piloten. “Im Grunde will keiner die Verantwortung übernehmen“, sagt Raab, der früher selbst als Lotse gearbeitet hat.

Fluggäste müssen sich nach Ansicht des Flugrechtsexperten Professor Ronald Schmidt aus Frankfurt aber nicht auf die derzeitigen Sichtflüge einlassen. “Wem das zu unsicher erscheint, kann auch eine Umbuchung verlangen“, sagt der Anwalt. Wenn die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) solche Flüge für unverantwortlich halte, müsse der Laie nicht zu einem anderen Ergebnis kommen. Letztlich müssten solche Streitfälle aber eh von Gerichten entschieden werden.

Krisenstab der Flugsicherung wird weiter beraten

Der Krisenstab der Deutschen Flugsicherung (DFS) in Langen bei Frankfurt wird auch in den kommenden Tagen weiter rund um die Uhr tagen. “Da die Asche immer noch nach Deutschland kommt, ändert sich daran nichts“, sagte eine Sprecherin am Dienstag. Ingenieure, Fluglotsen, Flugdatenbearbeiter und Techniker sitzen an einem U-förmigen Tisch. Zu Konferenzen werden Mitarbeiter des Bundesverkehrsministeriums, des Luftfahrtbundesamts und des Deutschen Wetterdienstes zugeschaltet. Der Krisenstab wurde am Donnerstag alarmiert und verkündet seitdem regelmäßig, ob und wie lange der Luftraum über Deutschland wegen der Asche gesperrt bleibt.

dpa

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