Apotheker wegen Betrug in U-Haft

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Berlin - Nach der Aufdeckung eines groß angelegten Betruges mit HIV-Medikamenten sitzt ein Berliner Apotheker in Untersuchungshaft. Der Schaden soll sich auf mehrere Millionen Euro belaufen.

Der 66-Jährige schweige bislang zu den Vorwürfen, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Freitag in Berlin auf dapd-Anfrage. Wegen gewerbsmäßigen Abrechnungsbetrugs hatten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag insgesamt acht Haftbefehle vollstreckt. Außerdem wurden zehn Wohnungen in Berlin, Kiel und Fulda durchsucht. Die Ermittler beschlagnahmten mehrere hochwertige Autos.

Bei sechs mit HIV-infizierten Patienten, die an dem Betrug beteiligt gewesen sein sollen, sei die Vollstreckung der Haftbefehle gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt worden, auch wegen ihres Gesundheitszustandes, sagte Steltner. Sie zeigten sich überwiegend geständig. Lediglich ein Patient in Kiel sei in Untersuchungshaft genommen worden. Er soll einen Schaden in Höhe von 80.000 Euro verursacht haben. Der beschuldigte Apotheker steht im Verdacht, zwischen 2007 und 2009 gewerbsmäßig Rezepte über hochpreisige HIV-Medikationen bei den Krankenkassen abgerechnet zu haben, ohne die verordneten Medikamente an die Patienten auszuhändigen.

Derzeit wird von einem Schaden von rund zehn Millionen Euro ausgegangen. Laut Staatsanwaltschaft erschlichen sich die Patienten bei Ärzten erheblich mehr Rezepte, als sie brauchten. Die Rezepte sollen dann von dem Apotheker für bis zu 800 Euro aufgekauft und bei den Krankenkassen so abgerechnet worden sein, als habe der Patient die verordneten Medikamente erhalten. Der Wert pro Verordnung lag durchschnittlich bei 2.000 Euro.

dapd

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