Vorwurf des Sozialversicherungsbetrugs in Millionenhöhe

Anklage gegen mehrere Flatrate-Bordelle

Stuttgart - Wegen Sozialversicherungsbetrug in Millionenhöhe hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Verantwortliche von mehreren Flatrate-Bordellen erhoben.

Den sechs Angeklagten wird vorgeworfen, zahlreiche Prostituierten beschäftigt und Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro hinterzogen zu haben, berichtete Staatsanwältin Claudia Krauth am Donnerstag.

Unter anderem hatte ein Bordell in Fellbach bei Stuttgart damit geworben, dass Freier für einen festen Geldbetrag unbegrenzt Sex haben konnten. Die vier Hauptangeklagten sollen zusammen mit einer Frau in den Freudenhäusern in Stuttgart, Wuppertal, Heidelberg und Berlin-Schönefeld eine Vielzahl von jungen Frauen, meist aus Rumänien und teils unter 21 Jahren, angestellt haben. Für die Frauen seien Sozialabgaben fällig gewesen. Denn die Prostituierten arbeiteten in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis.

Sie mussten sich laut Anklage für eine feste Tagespauschale den Freiern zur Verfügung halten; ihre Arbeitszeiten richteten sich nach den Öffnungszeiten der Clubs und sie trugen keinerlei unternehmerisches Risiko, weil ihnen Arbeitsmaterial und Arbeitsräume unentgeltlich zur Verfügung gestellt wurden.

Die Angeklagten behandelten die Frauen bewusst als Selbstständige, um zu verhindern, dass die Sozialabgaben eingefordert werden. Sie hätten eine Arbeitserlaubnis benötigt, um legal in Deutschland arbeiten zu können. Bei einer bundesweiten Razzia hatte die Polizei die Bordelle am 26. Juli durchsucht. Vier Angeklagte wanderten danach in Untersuchungshaft.

ap

Rubriklistenbild: © dpa

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