Kanzlerin wirbt fürs Impfen

Kanzlerin Angela Merkel: „Es wird keine Impfpflicht geben“

Kommt die Impfpflicht oder kommt sie nicht? Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht sich klar dagegen aus beim Besuch mit Jens Spahn im Robert Koch-Institut (RKI).

Berlin – Eine Impfpflicht, wie sie gerade erst in Frankreich für bestimmte Berufsgruppen beschlossen wurde, schließt Angela Merkel kategorisch aus. „Wir haben nicht die Absicht, diesen Weg zu gehen, den Frankreich vorgeschlagen hat“, erklärte die scheidende Bundeskanzlerin bei ihrem Besuch am Dienstag. 13. Juli 2021, im Robert Koch-Institut (RKI).  

Während Großbritannien am 19. Juli fast alle Corona-Maßnahmen in den Wind schießt, Katalonien inklusive Barcelona aufgrund der Inzidenz Strände und Bars schließt und Griechenland ein Tanzverbot für Urlauber beschließt, setzt Kanzlerin Merkel hierzulande weiterhin auf Freiwilligkeit beim Impfangebot gegen Covid-19. Trotz leicht ansteigender Neuinfektionen im Zusammenhang mit Covid-Sars-2 in der Bundesrepublik und deutschen Urlaubern, die in den Corona-gebeutelten Ländern Südeuropas Urlaub machen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Besuch im RKI: „Es wird keine Impfpflicht geben“

„Wir haben gesagt, es wird keine Impfpflicht geben“, erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach ihrem Gespräch mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, in Berlin. Sie glaube nicht, dass durch eine Veränderung dieser Aussage Vertrauen gewonnen werden könne. Das könne man gewinnen, indem man für das Impfen werbe.

Angela Merkel spricht sich klar gegen eine Impfpflicht aus.

Manchem möge eine Impfung überflüssig oder bedrohlich erscheinen, fuhr die Kanzlerin aus und betonte zum wiederholten Male: „Und deshalb sage ich allen, die noch unsicher sind, ob sie sich impfen lassen sollen: Eine Impfung schützt nicht nur Sie, sondern auch immer jemanden, dem Sie nahe stehen, der Ihnen wichtig ist, den Sie lieben.“

Merkel bei Pressekonferenz im RKI: Bundeskanzlerin wirbt fürs Impfen

Eine Impfung bewahre nicht nur vor schwerer Krankheit, sondern auch vor den belastenden Beschränkungen des Alltags. „Je mehr geimpft sind, umso freier werden wir wieder sein, umso freier können wir wieder leben.“

Ein Appell an die deutsche Bevölkerung, der im Hinblick auf das Corona-Geschehen nicht ungehört im Wald verhallen sollte. Und dies scheinbar auch nicht tut.

RKI-Chef Wieler und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

Denn RKI-Präsident Lothar Wieler bestätigte, dass die Impfbereitschaft nach Umfragen des RKI bei über 80 Prozent liege. Eine Impfpflicht sei daher auch aus wissenschaftlicher Sicht keineswegs nötig. Stattdessen wies Wieler darauf hin, dass die Impfung „noch besser zu den Menschen gebracht werden“ müsse. Es gebe viele Menschen, die sich gerne impfen lassen würden, aber aus unterschiedlichsten Gründen nicht zum Arzt gehen. Mit entsprechenden „aufsuchenden Impfangeboten“ seien die Impfquoten durchaus realisierbar.

Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn betonte derweil bei seiner Ansprache auf der Pressekonferenz im RKI erneut, dass bis zum Ende des Sommers alle Impfwilligen in Deutschland ein Impfangebot bekommen werden. Wenn es so weitergehe, könne auch bis zum Ende des Sommers jeder seine Zweitimpfung bekommen, erklärte der CDU-Politiker.

Des Weiteren appellierte der Minister an alle, die einer Corona-Impfung skeptisch gegenüberstehen. „Jede individuelle Entscheidung für eine Impfung hilft uns als Nation zu einer neuen Normalität zu finden.“ Und verwies auf besondere Rücksichtnahme gegenüber Kindern und Jugendlichen in der BUndesrepublik. Die Wirkung und Risiken der Impfungen seien weitgehend bekannt, nicht aber die einer Corona-Infektion und mögliche Langzeitwirkungen. Spahn spielte damit auf mögliche Folgen des Post-Covid-Syndroms Long-Covid an, welches zu einem Reha-Chaos im Gesundheitssystem führen könnte.

Seine Ansprache schloss der Bundesgesundheitsminister mit den Worten: „Bitte lassen Sie sich impfen.“

Merkel und Spahn im Robert Koch-Institut: Beratung mit RKI-Chef Wieler über die Lage in der Corona-Pandemie

Merkel und Spahn hatten sich zuvor bei einem Besuch des RKI mit Wieler beraten. Das Robert Koch-Institut hat gerade erst am Montag eine Wende der Corona-Politik empfohlen, um die Inzidenz nicht mehr als einzigen Faktor in der Bewertung der Pandemie-Lage zu sehen.

Gegenstand der Unterhaltung war laut übereinstimmenden Medienberichten der Einfluss der Impfungen auf den Pandemie-Verlauf. Hintergrund sind die steigenden Infektionszahlen durch die Delta-Variante des Coronavirus, damit es nicht wie in den Niederlanden zu einem Bremsen der Lockerungen aufgrund des Corona-Geschehens kommt. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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