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Änderungen in 2023: Das müssen Verbraucher zum Jahreswechsel wissen

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Von: Christian Einfeldt

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2023 stehen viele Änderungen bevor. Von Bürgergeld über 49-Euro-Ticket bis hin zur Gaspreisbremse – manche von ihnen greifen bereits direkt zum Jahreswechsel.

Berlin – Neues Jahr, neue Gesetze: 2023 stellt gleich eine Vielzahl von Änderungen in Aussicht. Seit Anfang Dezember müssen sie sich schon auf Neues hinsichtlich der Energiepreispauschale oder Einmalzahlung einstellen – in wenige Wochen müssen sich Verbraucher jedoch bereits mit weiteren Neuerungen vertraut machen. Neuerungen, die sich an ihrer Lebensrealität orientieren. Dem von Energiekrise und Inflation belasteten finanziellen Haushalt soll ein entsprechender Ausgleich zugutekommen.

Die Themen in der Übersicht: Bürgergeld oder 49-Euro-Ticket. Doch darüber hinaus stehen 2023 weitere Gesetzesänderungen an. Kreiszeitung.de mit einem Überblick.

Gas- und Strompreisbremse 2023: Finanzielle Entlastung durch Preisdeckelung

Der Winter 2022/2023 könnte Verbrauchern teuer zu stehen kommen – dessen ist sich auch die Politik bewusst. Eine Preisbremse, die bei Gas, Strom wie Fernwärme greifen soll, bereitet eine finanzielle Entlastung vor. Laut der Internetseite der Deutschen Verbraucherzentrale könnten Haushalte zwar offiziell erst ab dem 1. März 2023 davon profitieren, doch sollen die Preisbremsen auch rückwirkend ab dem 1. Januar gelten.

Konkret soll der Gaspreis auf 12 Cent pro Kilowattstunde gedeckelt werden. Bei Strom liegt die Obergrenze bei 40 Cent pro Kilowattstunde, während bei Fernwärme 9 1/2 Cent pro Kilowattstunde als Preisdeckel gelten soll. Ein deutlich höherer Verbrauch geht jedoch derweil auch weiterhin mit deutlich höheren Preisen einher.

Einführung des 49-Euro-Tickets: Frühjahr 2023 soll das Deutschlandticket kommen

Rund ein halbes Jahr nach dem Ende des 9-Euro-Tickets soll das 49-Euro-Ticket an den Start gehen. Ob Personal und Material auf einen etwaigen Ansturm vorbereitet wären? Debatten im Vorfeld beschäftigten sich unter anderem mit dieser Fragestellung. Der Vorstand der EVG warnte zuletzt gar vor vielen Zugausfüllen infolge einer 49-Euro-Ticket-Einführung. Nichtsdestotrotz: Das 49-Euro-Ticket ist beschlossene Sache – ein offizieller Starttermin steht noch aus, die Rede sei jedoch von einer Einführung im Frühjahr.

Das Ticket würde dann bundesweit gelten und für 49 Euro im Monat den Zutritt zu allen Bussen und Bahnen des ÖPNV gewähren. Das monatlich kündbare Abonnement könnte besonders für Reisende, die regelmäßig längere Strecken zurücklegen müssen, reizvoll sein.

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Bürgergeld, 49-Euro-Ticket oder Gaspreisbremse: Neue Änderungen im Jahre 2023. (Symbolbild) © CHROMORANGE/Imago

Reform angekündigt: 2023 ersetzt das Bürgergeld Hartz IV

Schlichtweg mehr Geld verspricht auch das sogenannte Bürgergeld. Es soll Hartz IV ersetzen und stellt einen höheren Regelsatz in Aussicht, berichtet die Verbraucherzentrale. Mit Hartz IV waren es zuvor noch monatlich 449 Euro, schon bald sollen es jedoch 502 Euro sein, die den Regelsatz ausmachen. Des Weiteren sollen die Freibeträge steigen. Einkommen zwischen 520 und 1000 Euro sollen dann mit rund 30 Prozent höheren Freibeträgen verbunden sein.

Höhere Rente ab dem 1. Juli: Rentenanpassung steht 2023 bevor

Auf mehr Geld können außerdem Rentner hoffen. Ab dem 1. Juli 2023 sollen die entsprechenden Beiträge im Westen um 3,5 Prozent und im Osten um 4,2 Prozent steigen. Die Angaben der Verbraucherzentrale fußen auf dem Entwurf des Rentenversicherungsberichts 2022, erstellt von der Bundesregierung. Demnach sollen die Änderungen Altersrenten gleichermaßen wie etwa Unfallrenten betreffen.

Eine weitere nicht unwesentliche Änderung: Die Rentenwerte sollen ab dem 1. Juli bundesweit angepasst werden. So steigt also der Rentenwert Ostdeutschlands von 96,8 Prozent und soll den Rentenwert Westdeutschlands (mit 99,3 Prozent) erreichen.

2023 steigt das Wohngeld: Wer davon profitieren kann

Unmittelbar mit dem Jahreswechsel steigt auch das Wohngeld. Verbraucher können sich demnach zum 1. Januar über etwa 190 Euro Zusatzeinkommen freuen. Rund zwei Millionen Menschen sollen laut Angaben der Verbraucherzentrale profitieren. Doch, wer darf überhaupt Wohngeld beantragen? Mehrere Faktoren bestimmen eine Zulassung – von Einkommen über den Wohnort bis hin zur Miete. Ein Antrag auf Wohngeld muss stets von der jeweiligen Kommune zugestimmt werden.

Haltungsbedingungen bei Schweinefleisch: Ab 2023 verpflichtende Kennzeichnung

Eine weitere Änderung im Jahr 2023: Etwaige Angaben zu Haltungsbedingungen sind ab Sommer 2023 verpflichtend – jedoch nur für zuvor unverarbeitetes Schweinefleisch, das aus deutscher Produktion stammt. Folgende Kategorien der Haltung gibt es zufolge der Deutschen Verbraucherzentrale: Stall, Stall und Platz, Frischluftstall, Auslauf/Freiland, Bio. Ab Sommer soll die entsprechende Haltung also fortan immer genannt werden.

Umweltschutz durch weniger Müll: Essen zum Mitnehmen ab 2023 nur in Mehrwegbehältern

Der Kampf gegen Müll ist auch 2023 Thema. Ob Restaurants oder Lieferdienste – ab dem 1. Januar 2023 werden Mehrwegbehälter zur Pflicht. Sie sollen eine Möglichkeit anbieten, Essen und Getränke klimaschonend zum Mitnehmen anzubieten. Wie die Verbraucherzentrale berichtet, würde lediglich für kleinere Betriebe – bis zu fünf Mitarbeitenden und etwa 80 Quadratmeter Ladenfläche – eine Ausnahme gelten. Sie müssten jedoch den Wunsch ihrer Kunden entsprechen, wenn sie Essen und Getränke in mitgebrachten Behältern umfüllen lassen wollen.

EU-Verbandsklage: Sammelklage vertritt ab dem 25. Juni 2023 Rechte von Geschädigten

In Sachsen Kindergeld tut sich 2023 was und auch die Zusatzbeiträge bei Krankenkassen werden angepasst. Eine weitere Regeländerung, die jedoch erst im Laufe des Jahres eintritt: die EU-Verbandsklage ab dem 25. Juni 2023. Etwa bei gesetzwidrigen Energie-Preiserhöhungen: Die Sammelklage der Verbraucherverbänden stellt Geschädigten Kostenrückerstattungen oder gar Schadensersatz in Aussicht.

Ohne jedoch, berichtet die Verbraucherzentrale, dass sie noch einmal vor Gericht erscheinen müssten. Die Verbraucherzentrale berichtet von einem „unverhältnismäßig hohen Aufwand und Kostenrisiko“, das durch die Reform schon bald minimiert werden soll.

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