Achtung Gegenverkehr: 10 Regeln für Tourengeher

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Skitourengeher auf einer Piste.

Als ginge es auf den Pisten nicht schon eng genug zu, müssen sich Skiläufer jetzt auch verstärkt auf Gegenverkehr einstellen. Denn: Touren­gehen in Skigebieten ist zu einem Trendsport geworden.

Im Classic-Gebiet von Garmisch-Partenkirchen etwa erklimmen täglich Hunderte von Liftverweigerern den Hausberg oder das Kreuzeck und kommen ­dabei gefährlich oft den Abfahrenden oder den Pistenraupen in die Quere.

Pistensteigen – eine umstrittene Freizeitaktivität selbst unter Tourengehern. Die Befürworter suchen vor allem einen Ausdauersport in der winterlichen Natur, ohne sich der Lawinengefahr aussetzen zu müssen. Die Gegner vermissen vieles, was den eigentlichen Reiz des Skibergsteigens ausmacht: Tiefschneeabfahrten im freien Gelände oder auch die Ruhe fernab vom Pistentrubel. Bei geringer Schneelage oder hoher Lawinengefahr weichen aber selbst Puristen auf die Piste aus.

Die größten Gegner des Skitourengehens auf Pisten sitzen freilich in den Lifthäusln. Die Bergbahnen schaffen mit den präparierten Pisten ein Angebot, das sie den Käufern einer Liftkarte zur Verfügung stellen. Tourengeher nutzen dieses Angebot zum Nulltarif mit und bringen womöglich zahlende Kunden in ­Gefahr. Vor allem in Österreich wird zurzeit ein weitgehendes Verbot von Skitouren auf Pisten diskutiert.

Ob das in Bayern rechtlich möglich wäre, ist umstritten: Die Bergbahnen betrachten die Pisten als Sportstätten, was ihnen ein Hausrecht einräumen würde. Manfred Scheuermann vom Deutschen Alpenverein (DAV) hingegen beruft sich auf das in der Verfassung verbriefte „freie Betretungsrecht der Natur“: „Pisten können nur zeitlich begrenzt gesperrt werden, wenn Gefahr im Verzug ist, zum Beispiel während des Präparierens.“ Die Lösung sieht Scheuermann in ausgewiesenen Aufstiegsrouten: „Das funktioniert in einigen Gebieten wie in Ruhpolding schon ganz hervorragend.“

Bis sich solche Kompromisslösungen durchgesetzt haben, appelliert der DAV an die Tourengeher, sie sollen die mit der Seilbahnwirtschaft ausgehandelten Regeln für Tourengehen auf Pisten befolgen. Scheuermann: „Diese zehn Punkte müssen unbedingt eingehalten werden. Sonst funktioniert das Miteinander auf der Piste nicht.“

Die zehn Alpenvereins-Regeln für Tourengeher auf Pisten

- Aufstiege und Abfahrten erfolgen auf eigenes Risiko und eigene Verantwortung.

- Aufstiege nur am Pistenrand vornehmen. Dabei hintereinander, nicht nebeneinander gehen. 

- Besondere Vorsicht vor Kuppen, in Engpassagen und beim Queren von Pisten. 

- Keinesfalls gesperrte Pisten begehen. Lokale Hinweise und Routenvorgaben beachten. 

- Größte Vorsicht und Rücksichtnahme bei Pistenarbeiten. 

- Frisch präparierte Pisten nur in den Randbereichen befahren.

- Keine Skitouren in Skigebieten durchführen, wenn Lawinensprengungen zu erwarten sind.

- Skitouren nur bei genügend Schnee unternehmen.

- Hunde nicht auf Pisten mitnehmen. Rücksicht auf Wildtiere nehmen.

- Regelungen an den Parkplätzen sowie Parkgebühren respektieren.

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