13-facher Totschlag? Krebsärztin muss erneut vor Gericht

Hannover - Wegen vielfachen Totschlags durch hohe Schmerzmittelgaben muss sich ab Dienstag die Krebsärztin Mechthild Bach erneut vor dem Landgericht Hannover verantworten.

Neben der bisherigen Anklage wegen achtfachen Totschlags gibt eine zweite Anklage wegen Totschlags in fünf weiteren Fällen. Eine Verbindung der Anklagen zu einem Verfahren ist beantragt. Der erste Prozess gegen die Ärztin scheiterte vor einem Jahr wegen der Erkrankung eines Richters. Die heute 59-jährige Ärztin wurde vor sechseinhalb Jahren unter dem Verdacht des achtfachen Totschlags verhaftet und verlor ihre Zulassung. Nach drei Wochen Untersuchungshaft kam sie wieder auf freien Fuß.

Beide Anklagen werfen ihr vor, insgesamt 13 schwerkranken Patienten ohne deren Zustimmung hohe Dosen an Morphium oder Valium verabreicht und sie damit getötet zu haben. Der erste Prozess gegen die Ärztin platzte im vergangenen Jahr nach einem Streit über eine angebliche Befangenheit eines Richters. Die Verteidigung warf dem Juristen vor, die Angeklagte schon vor Prozessbeginn als 100-prozentig schuldig bezeichnet zu haben. Er meldete sich schließlich dauerhaft krank.

Bis zum Abbruch nach einem halben Jahr prägten Streit verschiedener Gutachter und Auseinandersetzungen über Beweisanträge der Verteidigung den Prozess.

AP

Rubriklistenbild: © dpa

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