Strafrechtler: Deutliches Signal zugunsten Kachelmanns

Mannheim - Die Aufhebung des Haftbefehls gegen Jörg Kachelmann ist nach Ansicht eines Strafrechtlers ein “sehr deutliches Signal“ zugunsten des Fernsehmoderators.

“Das Oberlandesgericht sieht die höchste Verdachtsstufe nicht mehr, was jedenfalls ein Hinweis auf die Unschuld oder zumindest die Nichterweisbarkeit der Vorwürfe gegen Kachelmann ist“, sagte der Berliner Strafrechtsanwalt Ulrich Wehner der Nachrichtenagentur dpa.

Der 3. Strafsenat des Oberlandesgerichts in Karlsruhe hatte am Donnerstag den Haftbefehl gegen Kachelmann überraschend aufgehoben. Am Nachmittag verließ der 52-jährige Schweizer das Mannheimer Gefängnis.

Kachelmann - erste Bilder nach der U-Haft

Um 13.34 spaziert Jörg Kachelmann durch den Haupteingang der Justizvollzugsanstalt Mannheim. © dpa
Nach 131 Tagen in Untersuchungshaft ist er wieder ein freier Mann. © dpa
Frisch rasiert und in hellem Shirt präsentiert er sich der Presse. © dpa
Die Haare trägt er etwas kürzer. © dpa
Am Morgen hatte das Oberlandesgericht Karlsruhe den Haftbefehl aufgehoben. © dpa
Die Begründung: Es bestehe kein dringender Tatverdacht mehr. © ap
Bevor er sich mit seinem Anwalt Reinhard Birkenstock vor die Mikrophone stellt, dreht er sich nochmal um... © ap
...und bedankt sich bei einem Angestellten der JVA. © ap
Kachelmann selbst äußert sich nicht, nur sein Anwalt gibt den Journalisten eine knappe Erklärung. © dpa
Der Wetterfrosch steht tapfer daneben... © dpa
...und hält sein Gesicht den Kameras entgegen. © dpa
Er versucht sogar ein Lächeln. © dpa
Birkenstock kündigt an, sich mit seinem Mandanten konzentriert auf die Hauptverhandlung vorzubereiten. © dpa
Er sehe dem Prozess zuversichtlich entgegen. © dpa
Kachelmann selbst scheint erleichtert, fast gelassen. © dpa
Er beobachtet, was um ihn herum geschieht. © ap
Und kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. © dpa
Endlich ist er wieder ein freier Mann. © ap
Doch die Nachdenklichkeit bleibt. © ap
Nachdem sein Anwalt mit der Presse gesprochen hat, wendet Kachelmann sich ab... © dpa
...und macht sich auf den Weg... © dpa
...vorbei an wartenden Journalisten, die stundenlang vor der JVA ausgeharrt hatten... © dpa
...zu dem Auto, das ihn wegbringen wird. © dpa
Immer noch wirkt der Wetterexperte entspannt. © dpa
Dann öffnet er die Tür des Wagens.... © ap
...steigt ein.... © dpa
...und lässt sich wegfahren. © dpa

Das Landgericht könne in der Hauptverhandlung gegen Kachelmann, die am 6. September in Mannheim beginnen soll, zwar “rechtlich völlig autonom“ entscheiden. Die Richter seien nicht an die OLG-Entscheidung gebunden, sagte Wehner. Und trotzdem könne die Beurteilung durch das Oberlandesgericht “faktisch ein Signal“ sein.

“Das war eine U-Haft-Beendigung erster Klasse“, sagte der Strafrechtsexperte mit Blick auf die Aufhebung des Haftbefehls. Im Gegensatz dazu sei es auch möglich, einen Haftbefehl außer Vollzug zu setzen, dann bestehe er jedoch weiter.

Kachelmann - die ersten Fotos aus der Haft

Kachelmann - die ersten Fotos aus der Haft © dpa
Kachelmann - die ersten Fotos aus der Haft © dpa
Kachelmann - die ersten Fotos aus der Haft © dpa
Kachelmann - die ersten Fotos aus der Haft © dpa
Kachelmann - die ersten Fotos aus der Haft © dpa
Kachelmann - die ersten Fotos aus der Haft © dpa
Kachelmann - die ersten Fotos aus der Haft © dpa
Kachelmann - die ersten Fotos aus der Haft © dpa
Kachelmann - die ersten Fotos aus der Haft © dpa
Kachelmann - die ersten Fotos aus der Haft © dpa
Kachelmann - die ersten Fotos aus der Haft © dpa
Kachelmann - die ersten Fotos aus der Haft © dpa
Kachelmann - die ersten Fotos aus der Haft © dpa
Kachelmann - die ersten Fotos aus der Haft © dpa
Kachelmann - die ersten Fotos aus der Haft © dpa
Kachelmann - die ersten Fotos aus der Haft © dpa

Das Oberlandesgericht hatte auf den Unterschied zwischen “hinreichendem“ und “dringendem“ Tatverdacht hingewiesen. “Dies sind verschiedene Verdachtsstufen“, erläuterte Wehner. “Ein hinreichender Tatverdacht ist erforderlich, damit eine Anklage erhoben und das Hauptverfahren eröffnet werden kann.“ Eine Verurteilung muss wahrscheinlich erscheinen.

“Für einen dringenden Tatverdacht muss die Wahrscheinlichkeit groß sein, dass der Beschuldigte auch der Täter ist. Diese Voraussetzungen sind auch für eine Untersuchungshaft nötig“, sagte Wehner. Die höheren Anforderungen seien wichtig, weil die Untersuchungshaft die schwerwiegendste Möglichkeit darstelle, ohne Urteil in das Leben eines Menschen einzugreifen.

Kachelmann muss nach Angaben Wehners zur Verhandlung zwingend selbst erscheinen. “Sollte er nicht kommen, ergeht wieder Haftbefehl.“

dpa

Rubriklistenbild: © ap

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