Wenn Satire zu weit geht

Rechte Hetze: Wirbel um Ex-"Big Brother"-Moderator

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Im Jahr 2000 moderierte Percy Hoven die erste deutsche Staffel von "Big Brother".

Augsburg - Als Dr. Alfons Proebstl zog er gegen Flüchtlinge vom Leder, trat auch beim islamkritischen Pegida-Bündnis auf. Doch das alles soll nur Satire gewesen sein, behauptet Percy Hoven jetzt.

Der frühere „Big Brother“-Moderator Percy Hoven (50) hat sich für Hasstiraden gegen Flüchtlinge entschuldigt. Mit einer Latexmaske verkleidet war der 50-Jährige, der im Jahr 2000 die erste deutsche „Big Brother“-Staffel moderiert hatte, auf Youtube als alter Grantler Proebstl aufgetreten. Fast 90 Folgen lang verunglimpfte er dort unter der Parole "Getreu dem Motto „Alles muss raus!“ gibt es keine Tabus" unter anderem Asylbewerber.

Am Dienstag enttarnte ihn schließlich die „Augsburger Allgemeine“, nachdem der Bayern-3-Moderator Matthias Matuschik bereits Anfang September auf seiner Facebook-Seite geschrieben hatte, er wisse, dass Hoven sich hinter der Maske verberge. Dr. Proebstl sei "keine Satire, sondern Hetze als Satire verpackt", schrieb er dort.

In einer von der "Augsburger Allgemeinen" veröffentlichten Erklärung schrieb Hoven, diese Kunstfigur sollte überspitzen. „Dementsprechend waren seine Aussagen extrem provokant. Dies war als reine, wenn auch böse Satire gedacht.“ Das „völlig falsch angelegte Flüchtlingsthema“ habe dann für Empörung gesorgt. „Es war nie unsere Absicht zu hetzen. Dass dies so aufgefasst werden konnte, dafür entschuldige ich mich in aller Form“, erklärte der in der Nähe von Augsburg lebende Hoven.

Hoven war auch bei einer Kundgebung der Pegida-Bewegung als Dr. Proebstl aufgetreten. In einer von der Zeitung veröffentlichten Erklärung distanzierte er sich von rechter Hetze: „Der Auftritt bei Pegida war ein großer Fehler, den ich zutiefst bedaure und gerne rückgängig machen würde, wenn ich könnte.“

Hoven kündigte an, als Dr. Proebstl aufhören zu wollen: „Ich bin enttarnt, damit bin ich raus“. Er glaube, damit auch seiner Familie einen Gefallen zu tun.

Das Treiben des selbsterklärten "politisch inkorrekten Nörglers" erfreut sich online großer Beliebtheit: Knapp 12.500 Menschen haben den Youtube-Kanal abonniert, ebenso vielen "gefällt" die dazugehörige Facebook-Seite. Auf letzterer erschien statt eines neuen Beitrags am Dienstag nur ein Schild: „Die Praxis hat heute leider geschlossen!“ Die Fans zeigten sich in den Kommentaren überwiegend enttäuscht über das angekündigte Ende der Kunstfigur.

Auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur war Hoven am Dienstag zunächst nicht zu erreichen.

dpa/hn

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