Mario Adorf: Niederlage vor Gericht

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Niederlage vor Gericht: Mario Adorf.

München - Mario Adorf hat einen Prozess gegen Brockhaus verloren. Der Verlag hatte ein Adorf-Porträt auf den Buchdeckel eines Lexikons gedruckt - ohne den Schauspieler vorher zu fragen.

Adorf hatte vor Gericht um ein nachträgliches Honorar für seine Abbildung auf dem Buchdeckel des ersten Bandes einer Sonderedition von 2007 gekämpft. Das Münchner Landgericht wies am Mittwoch die Klage des Film- und Fernsehstars ab.

Adorf forderte vom Bibliografischen Institut 30 000 Euro für den von ihm nicht abgesegneten Abdruck seines Porträts in Briefmarkengröße auf dem Band A bis Atom des 26-bändigen Brockhaus-Lexikons sowie die Erklärung, künftig nicht autorisierte Bildveröffentlichungen auf dem Titel zu unterlassen. Eine Begründung des Urteils steht noch aus.

Der Vorsitzende Richter Peter Steiner hatte aber bereits in der mündlichen Verhandlung angekündigt, seine Kammer werde sich wohl auf die Seite des beklagten Verlages schlagen. Der Star, der bald 80 Jahre alt wird, sei “eine extrem bekannte Persönlichkeit“ und “einer der berühmtesten und beliebtesten deutschen Schauspieler“. Unter Verweis auf eine jüngst ergangene Entscheidung des Bundesgerichtshofes im Fall des ehemaligen Tennis-Stars Boris Becker fügte Steiner hinzu, wenn die nicht autorisierte Abbildung einen redaktionellen Bezug habe, dürfe sie “auch auf dem Titel platziert werden“.

Gütliche Einigung gescheitert

Das Gericht hatte sich zunächst noch einmal um eine gütliche Einigung bemüht, die zwischen den Beteiligten im Vorfeld gescheitert war. Adorf, der sich zurzeit bei Dreharbeiten in Paris aufhält, wollte sich mit einer von Marius Müller-Westernhagen illustrierten Brockhaus-Sonderedition und Übernahme der Verfahrenskosten durch den Verlag begnügen. Letzteres hatte dieser abgelehnt. Inzwischen sei dieser Vergleich ohnehin nicht mehr möglich, teilte Anwalt Thomas Glückstein mit, die Sonderausgabe sei vergriffen. Er habe selbst auch keine, bedauerte der Verlagsanwalt. Ein neuer Einigungsvorschlag des Gerichts, ­eine Bücherspende im Wert von 30.000 Euro an gemeinnützige Organisationen und Übernahme der jeweils eigenen Verfahrenskosten,­ stieß bei beiden Parteien auf taube Ohren.

Mit einer Neuauflage des Prozesses in zweiter Instanz vor dem Oberlandesgericht ist zu rechnen. Steiner hält es für wahrscheinlich, dass sich auch der Bundesgerichtshof mit dem “interessanten Rechtsstreit“ wird beschäftigen müssen.

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